Elke Marsch arbeitet aus innerer Überzeugung als Pflegeberaterin und Qualitätsmanagerin / Schon während der Ausbildung gewusst: „Das ist es.“

„Sinnhaftigkeit hinter meinem Tun lässt mich schwere Situationen leichter ertragen“

+
Elke Marsch ist gerne unterwegs und liebt die Begegnung mit unterschiedlichen Menschen.

Landkreis - Die Diakonie ist der soziale Dienst der evangelischen Kirchen. Seine hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden setzen sich ein für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, die auf Hilfe angewiesen oder benachteiligt sind. Jedes Jahr in der Woche der Diakonie soll auf diese Arbeit aufmerksam gemacht werden. Vom 6. bis 13. September finden deshalb verschiedene Veranstaltungen im Kirchenkreis Verden statt. Und in dieser Serie wird täglich ein Gesicht der Diakonie vorgestellt:

Während ihrer Ausbildung zur Pflegefachkraft hat Elke Marsch ein Praktikum in einer Diakoniestation absolviert. „Da habe ich gleich gewusst: Das ist es.“ Die Augen funkeln fröhlich hinter der Brille, wenn sie sich daran erinnert. Nach der Ausbildung hat es nicht gleich geklappt mit der Anstellung bei ihrem Traum-Arbeitgeber. Das findet die 57-Jährige im Nachhinein nicht schlimm. „Durch meine anderen Stellen habe ich einen großen Erfahrungsschatz gesammelt.“

Inzwischen arbeitet Marsch als Pflegeberaterin und Qualitätsmanagerin bei den Diakoniestationen im Kirchenkreis Verden. Und sie strahlt aus, dass sie in dem, was sie tut, Erfüllung findet. „Diakonie entspricht meiner eigenen Wertehaltung. Ich bin vom diakonischen Leitbild getragen“, sagt die kleine, energiegeladene Frau. Da heißt es unter anderem: „Unser Glaube spricht durch Taten. Er zeigt sich in der Art, wie wir tun, was wir tun.“

Für Marsch drückt sich das an vielen Stellen aus, beispielsweise in einem mitmenschlichen, würdevollen Miteinander. Das betrifft nicht nur die Arbeit mit den alten Menschen, sondern auch den Umgang mit den Mitarbeitenden. Aber Diakonie ist für sie mehr: „Es ist auch ein großes Netzwerk. Wir können uns gegenseitig helfen.“

Dazu gehören für sie sowohl die Kirchengemeinden mit Pastoren und Besuchsdienstkreisen als auch Fördervereine, mit deren Unterstützung zusätzliche Einsatzzeiten für diakonische Leistungen finanzieren werden. So ist es beispielsweise möglich, auch mal, wo es nötig ist, längere Gespräche zu führen. „Man wird einfach von einem größeren Verband getragen und weiß: Es steckt noch mehr dahinter – etwas Größeres.“

Menschen helfen wollte Marsch schon immer. Nach ihrem Schulabschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur Arzthelferin. Sie arbeitete in dem Beruf, bis die Kinder kamen. Nach zehn Jahren Kindererziehung kam die Ernüchterung beim Wiedereinstieg. „Ich hatte mit der höchsten Gehaltsstufe aufgehört und sollte mit der niedrigsten wieder anfangen.“ Das wollte die inzwischen Alleinerziehende auf keinen Fall. Sie suchte sich eine Ausbildung, die sie in Teilzeit mit drei Kindern vereinbaren konnte und die vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bot. Altenpflege war genau das Richtige.

Marsch stellte fest, dass ihr die Arbeit viel mehr Spaß machte als zuvor die Tätigkeit als Arzthelferin. „Der Kontakt zu den Menschen ist sehr viel intimer, man hat eine größere Nähe“, sagt sie. Deshalb braucht es hier viel mehr Fingerspitzengefühl. Auch die große Verantwortung im Pflegeberuf mag sie: „Die Gesundheit des Menschen liegt mit in den Händen der Pflegenden.“

Nach ihrem Examen absolvierte Marsch noch eine Ausbildung zur Pflegedienstleitung. Als sie dann im Oktober 2007 ihren Dienst in den Diakoniestationen antrat, hatte sie als pflegerische Gesamtleitung im Zuge einer Umstrukturierung die Aufgabe, die sieben Standorte im Kirchenkreis Verden in der Zusammenarbeit abzustimme. Lange Zeit zuvor waren die Diakoniestationen in der Trägerschaft der einzelnen Kirchengemeinden gewesen, dann als gGmbH ein eigenständiges Unternehmen geworden.

Jetzt ist Marsch für das Qualitätsmanagement und die Fortbildungen der Mitarbeitenden zuständig. Seit Anfang des Jahres hat sie einen neuen Bereich dazu bekommen: die Pflegeberatung. Das sind überwiegend die Erstbesuche bei neuen Interessenten. Vor Ort bespricht Marsch alle Fragen rund um eine ambulante Pflege. Sie schaut, ob es im häuslichen Umfeld Risiken gibt wie beispielsweise Sturzgefahr an Stufen oder die Gefahr der Versteifung von Gelenken durch zu wenig Bewegung. Sie spricht auch über Pflegestufen und Sozialleistungen. „Das ist sehr umfangreich“, sagt sie. Zuvor mussten das die Bereichsleitungen vor Ort mit übernehmen. „Die können das aber vom Aufwand her nicht mehr schaffen.“

Und so ist Marsch wieder viel im Kirchenkreis Verden unterwegs. Sie freut sich über die unterschiedlichen Begegnungen. „Manche Menschen sind so interessant. Mit denen könnte ich tagelang reden.“

Natürlich gibt es auch konfliktträchtige Situationen und schlimme Schicksale, mit denen Marsch konfrontiert wird. Um damit gut fertig zu werden, hilft ihr der Austausch mit Kollegen ebenso wie die Familie mit neuem Partner. Zudem entspannt sie sich gern in der Natur. Aber auch hier hilft ihr wieder ihre innere Einstellung: „Die Sinnhaftigkeit hinter meinem Tun lässt mich schwere Situationen leichter ertragen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Green Circus auf dem Deichbrand Festival 2017

Green Circus auf dem Deichbrand Festival 2017

Holtebütteler Plattsnackers spielen „Chaos in’t Bestattungshuus“ 

Holtebütteler Plattsnackers spielen „Chaos in’t Bestattungshuus“ 

Nach Sommergewittern kommt Herbstwetter

Nach Sommergewittern kommt Herbstwetter

Beachparty in Schwarme

Beachparty in Schwarme

Meistgelesene Artikel

Der brennende Mönch: Domfestspiele feiern eine überzeugende Premiere

Der brennende Mönch: Domfestspiele feiern eine überzeugende Premiere

Der brennende Mönch zündet in Verden

Der brennende Mönch zündet in Verden

22 Tonnen Äpfel auf Fahrbahn: A27 bei Verden gesperrt

22 Tonnen Äpfel auf Fahrbahn: A27 bei Verden gesperrt

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

Kommentare