Wie der Elbe-Weser-Raum lutherisch wurde

Landschaftsverband Stade stellt Buch über Reformation vor

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Die Reformation im Elbe-Weser-Raum beleuchtet die neue Veröffentlichung des Landschaftsverbandes.

Verden - In all die Aktivitäten zum Lutherjahr reiht sich auch der Landschaftsverband Stade mit einer Veröffentlichung ein. „Die Reformation im Elbe-Weser-Raum. Voraussetzungen, Verlauf, Veränderungen“ wird am Montag, 20. November, im DomGemeindeZentrum in Verden vorgestellt. In der Veranstaltung sprechen ab 18 Uhr Superintendentin Elke Schölper, Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy, sowie Dr. Hans-Eckhard Dannenberg und Prof. Dr. Hans Otte als Herausgeber.

In den Herrschaftsgebieten der Bremer und Verdener Bischöfe und im Land Hadeln habe es nicht die Reformation gegeben, fasst eine Pressemitteilung des Verbands zusammen. Luthers neue Lehre habe sich im 16. Jahrhundert allmählich durchgesetzt. Der Umbruch betraf nicht nur die Kirche, sondern die ganze Gesellschaft. Grundlegende Fragen forderten neue Antworten für alle Menschen.

Bischöfe und Bauern, Adlige und Kirchenobere, Kaufleute und Stadtbürger, Pastoren und Prediger gestalteten die Einführung der Reformation. Vielerorts gaben Wanderprediger wie Heinrich von Zütphen in Bremen oder die Mönche des Stader St. Georgs-Klosters den Anstoß dazu. Wie die Bischöfe als Landesherren, die Stände und Kirchenpatrone, Bürger und Magistrate der Städte, Klöster und Kirchspiele auf dem Lande darauf reagierten, berichtet das Buch.

Beiträge von 15 Autorinnen und Autoren

Die Folgen prägen Kirche und Gesellschaft bis heute, das macht auch der einführende Beitrag „Jeder Ort hat seine Reformationsgeschichte“ von Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy deutlich.

15 Autorinnen und Autoren haben Beiträge geliefert. Dr. Matthias Nistal und Prof. Dr. Thomas Vogtherr schildern Lebenswege und Handlungen des altgläubigen Bremer Erzbischofs Christoph von Braunschweig-Wolfenbüttel und des reformatorisch gesinnten Verdener Bischofs Eberhard von Holle. Dr. Michael Ehrhardt beschreibt anschaulich die Einführung der Reformation in 15 Kirchspielen auf der Stader Geest, Dr. Axel Behne das Eindringen der Reformation ins Land Hadeln. Die Entwicklung in den Städten führen Dr. Jan van de Kamp für Bremen und Dr. Elfriede Bachmann für Bremervörde vor Augen.

Stade steht bei drei weiteren Autoren im Mittelpunkt. Historiker Dr. Arend Mindermann berichtet über die Toleranz der Brüderschaften in der Reformationszeit, Dr. Christina Deggim über die Gemeinde niederländischer Glaubensflüchtlinge im späten 16. Jahrhundert und Dr. Ida-Christine Riggert-Mindermann über die St. Georgskirche, die damals eine letzte Blüte erlebte.

Zahlreiche Studenten aus dem Elbe-Weser-Dreieck seien auf der Universität in Wittenberg zu überzeugten Lutheranern geworden, berichtet Dr. Julia Kahleyß in ihrem Beitrag über Schulen und Universitäten. Mehrere Klöster in der Region seien aber auch bis ins 17. Jahrhundert hinein katholisch geblieben, ermittelte Dr. Christian Hoffmann. Der Verdener Dr. Walter Jarecki wirft einen Blick in die Struktur und das Leben des Verdener St. Andreasstiftes. Dietrich Diederichs-Gottschalk beschreibt die Veränderung der Kirchenräume in dieser Umbruchzeit und einen Überblick über die Reformation im Elbe-Weser-Dreieck steuert Hans Otte bei.

„Die Reformation im Elbe-Weser-Raum Voraussetzungen, Verlauf, Veränderungen“ ist mit einem Umfang von 368 Seiten, 74 meist farbigen Abbildungen erschienen. Mit festem Einband ist es für 29,80 Euro im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-931879-67-9).

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