Scham und Gebühren als Grund vermutet

Katze Madita: In der Eiseskälte ausgesetzt

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Katze Madita saß am Donnerstagmorgen vor dem Tierheim in Verden-Walle, samt Transportbox und Katzenklo.

Verden - Madita sitzt im Katzenklo und will da auch nicht wieder raus. Die Katzendame steht offensichtlich noch unter Schock. Kein Wunder, setzten Unbekannte sie doch vor dem Tierheim in Verden-Walle aus, samt blau-grauer Transportbox, einem zusammengelegten Handtuch, ein wenig verpacktem Futter und Katzenklo.

Als ein Mitarbeiter des Tierheims das Tor am Donnerstagmorgen, gegen 8.30 Uhr, aufschloss, entdeckte er Madita. Das beigelegte Futter hatte sich bei dem Frost schon in Tiefkühlkost verwandelt. Nicht auszudenken, wie die Geschichte für Madita ausgegangen wäre, hätte sie noch länger in der Eiseskälte ausharren müssen.

Nun sitzt sie jedenfalls warm und trocken im Tierheim und scheint das Aussetzen auch körperlich recht gut überstanden zu haben. Vermittelt werden kann die auf sieben bis acht Jahre alte Katze derzeit aber nicht.

Zuvor muss sie noch ihren massiven Flohbefall loswerden, sich diversen tierärztlichen Untersuchungen und gegebenenfalls auch Behandlungen unterziehen. Außerdem gelten bei zugelaufenen Tieren dieselben Fristen wie bei Fundsachen. Erst nach Ablauf von sechs Monaten kann sich ein neuer Besitzer ihrer annehmen.

Anonymes Aussetzen nicht Mittel der Wahl

Das Tierheim-Team möchte den Fall aber zum Anlass nehmen, um erneut aufzuzeigen, dass anonymes Aussetzen nicht das Mittel der Wahl sein kann, um ein Haustier loszuwerden. „Viele schämen sich“, vermutet Janina Grube, stellvertretende Leiterin des Tierheims, als Grund für solches Handeln. Denn die Einrichtung frage schon gezielt nach, warum jemand seinen Hund oder seine Katze nicht mehr behalten möchte.

Vor allem aber wollten die Menschen wohl Geld sparen, fährt sie fort. Denn wer ein Tier abgibt, muss eine aufwandsabhängige Gebühr bezahlen. „Wir können darauf aber nicht verzichten“, macht Janina Grube deutlich und verweist auf die Kosten, die die Tiere verursachen. Dabei schlagen neben Unterbringung, Personal und Futter vor allem die Behandlungen durch den Veterinär zu Buche.

Tiere müssen geimpft und gechipt werden

Viele Tiere müssten geimpft und gechipt werden. Bei Katzen kommt noch die Kastration dazu. Und da diese vom Tierheim gegenüber dem (neuen) Besitzer gar nicht in Rechnung gestellt werde, mache die Einrichtung trotz der Gebühren bei fast jeder Katze ein Minus, sagt Janina Grube.

Wer sein Tier in eine andere Obhut geben möchte, aber dafür nicht zahlen kann, dem bietet das Tierheim einen entsprechenden Aushang in der Einrichtung an. Das hilft auch dem Heim, das oft allein schon wegen der Fundtiere nur wenig Platz hat.

Grundsätzlich gilt für Janina Grube aber: „Wer sich ein Tier anschafft, der muss mit allen Konsequenzen rechnen.“ Soll heißen: Erst einmal gründlich nachdenken und dann erst kaufen.

kp

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