Beschlüsse

Einzig bei Bauprojekt am Oderplatz uneinig

Verden – Lange Tagesordnung, kurze Sitzung. Nachdem Themen wie „Kläranlage 2030“, der Neubau eines Mehrgenerationenhauses in Borstel oder der Bebauungsplan für Walle, „Am Schulberg/Achternhoff“, in den Ausschüssen hinlänglich vorberaten worden waren, gab es am Dienstag kaum mehr Diskussionsbedarf. Der Großteil der Beschlüsse wurde denn auch einstimmig gefasst.

Wohnen

Die einzige Ausnahme bildete die Abstimmung über das „Stadtnahe Wohnen am Bürgerpark. Auf der Fläche des ehemaligen Penny-Marktes sollen zwei Mehrfamilienhäuser mit rund 50 Wohnungen entstehen.

Mit einer solchen Anzahl werde das Quartier zu sehr belastet, befand Carsten Hauschild (SPD). Und auch städtebaulich sei das Projekt kein Aushängeschild, kritisierte er die Architektur, bevor er gegen den Bebauungsplan stimmte. Sonja Toaspern (Die Linke) bemängelte nicht nur die geplante Fassadengestaltung. Sie hätte sich außerdem gewünscht, dass die Stadt als kommunaler Bauherr aufgetreten wäre, begründete sie ihre Enthaltung.

Die Ratsmehrheit aber sprach sich für das Projekt aus. Frank Medenwald (CDU) formulierte, was wohl viele dachten: „Ich hoffe, dass es zu einer deutlichen Entspannung des Wohnungsmarktes führt.“

Behinderte

Dieter Eggert als Behindertenbeauftragter der Stadt Verden und Lars Schmidtke als sein Stellvertreter bleiben für weitere drei Jahre im Amt. Das beschloss der Stadtrat einstimmig. „Ich freue mich, dass sie sich weiterhin zur Verfügung stellen“, lobte die Ratsvorsitzende Gunda Schmidtke (SPD) den Einsatz der beiden ehrenamtlich Tätigen.

Kläranlage

Der Eigenbetrieb an der Weserstraße ist in die Jahre gekommen. Die Havarie Ende 2017 und gesetzliche Neuerungen trugen ihr Übriges dazu bei. Nun muss die Anlage schrittweise modernisiert werden. Eine Prioritätenliste gibt es bereits. Ganz oben stehen ein neuer Standort für die Klärschlammfaulung und der Neubau einer Energiezentrale. Belebungs- und Nachklärbecken, Betriebs- und Sozialgebäude sollen später ersetzt werden.

Alles in allem werden sich nach einer ersten Kostenannahme die Investitionen in den kommenden Jahren auf 46 Millionen Euro belaufen. Jetzt ging es aber zunächst um den Grundsatzbeschluss als Basis für die Planung konkreter Maßnahmen.

Das Geld sei gut angelegt zur Sicherstellung der Abwasserbeseitigung, sagte Uwe Gerdes, Leiter des Eigenbetriebs. Dem hatte niemand im Rat etwas entgegenzusetzen, zumal die Stadt auch gegenüber den Gemeinden Langwedel und Kirchlinteln in der Verantwortung steht. Die beiden Kommunen lassen ihre Abwasser ebenfalls in Verden klären.

Bürgertreff

Borstel und Verden-Ost sollen einen gemeinsamen Bürgertreff erhalten. Entstehen soll das Mehrgenerationenhaus, ein Ersatz für die zu kleine Anlaufstelle am Hoppenkamp, auf einem städtischen Grundstück innerhalb des Neubaugebietes Grundhof. Einstimmig sprach sich der Stadtrat für das Projekt und einen damit verbundenen Architektenwettbewerb aus. Die Planer müssten im Rahmen dessen auch mit der Parksituation in dem Gebiet auseinandersetzen, forderte Jens Richter (CDU).

Bürgermeister Lutz Brockmann wies auf die Besonderheit des neuen Hauses hin. Denn das Gebäude werde gleich drei Zwecken dienen: So sollen dort Räume für die Bewohner zweier Ortsteile entstehen, gleichzeitig aber auch zwei Kindergarten- oder Krippengruppen sowie Mietwohnungen untergebracht werden.

„Sehr innovativ“, lobte Borstels Ortsbürgermeister Jürgen Weidemann (FDP) dieses Konzept. Er setze „auf weiteres Zusammenwachsen von Borstel und Verden-Ost durch den Neubau“, ergänzte Werner Meincke (Grüne). Und Umut Ünlü (SPD) freute sich über eine „Win-win-Situation für uns alle“.

Schule Walle

Die Grundschule in Walle nimmt zum Schuljahr 2020/21 den Ganztagsbetrieb auf, übrigens als letzte in Verden. Hier waren sich alle Ratsmitglieder einig – und so lobten die Fraktionen denn auch unisono das pädagogische Konzept, das die Schule dazu vorgelegt hatte.

Dass zu dessen Umsetzung auch gleich die entsprechenden Räumlichkeiten zur Verfügung stünden, sei nicht selbstverständlich, wies Werner Meincke auf die geplante Erweiterung von Schule und benachbarter Kita hin. Den entsprechenden Satzungsbeschluss hatte der Rat ebenfalls am Dienstag gefasst. Der Schulbusverkehr passe zeitlich indes nicht zum Konzept, machte Knut Heinisch (SPD) deutlich. Der Bürgermeister versprach, dies an den für die Schülerbeförderung zuständigen Landkreis weiterzugeben.  

kp

Rubriklistenbild: © dpa

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