Landkreis Verden startet im Februar: Bericht vor dem Brandschutzausschuss

Einstieg in den Rettungsdienst

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Ab Februar sollen auch Rettungswagen in Diensten des Landkreises auf den Straßen im Kreisgebiet unterwegs sein.

Landkreis - Im Februar steigt der Landkreis Verden aktiv in den Rettungsdienst ein. Mit fünf Fahrzeugen und 20 Mitarbeitern soll die Arbeit des Roten Kreuzes verstärkt werden. Jan-Hendrik Schäfer brachte als Abteilungsleiter die Mitglieder des zuständigen Kreistagsausschusses in ihrer Haushaltssitzung auf Stand. Immerhin müssen die Kosten für Rettungs- und Krankentransportfahrzeuge und deren Ausstattung sowie die Stellen formal bewilligt werden.

258 Wochenstunden, so plant Schäfer, soll der kommunale Rettungsdienst ab Februar leisten. Diese Ergänzung zur Arbeit des DRK war nötig geworden, nachdem die Fa. Rorplan vor einem Jahr in einem Gutachten festgestellt hatte, dass die erheblich gestiegene Zahl der Einsatzfahrten die Ausweitung des vorgehaltenen Rettungsdienstes um 17 Prozent erfordert.

Der Kreistag hatte sich dann dazu durchgerungen, dass der Landkreis als Träger des Rettungsdienstes die Aufgabe selbst übernimmt. Am liebsten hätten Verwaltung und Politik wohl die an das DRK übertagene Aufgabe einfach erweitert. Aber an ein ebenso kostspieliges wie unsicheres Vergabeverfahren wäre der Landkreis nicht vorbei gekommen. Auch hatte dieser Weg wenig Charme, weil damit die bewährte Zusammenarbeit mit dem DRK-Kreisverband, unter anderem auch im Katastrophenschutz, zumindest komplizierter geworden wäre.

1,3 Millionen Euro im Haushalt vorgesehen

Im April hatten die Abgeordneten deshalb den Beschluss im Kreistag gefasst, und im Februar soll der kommunale Rettungsdienst die Arbeit aufnehmen. Zuvor hat Jan-Henrik Schäfer allerdings noch einiges zu tun. Die Fahrzeuge müssen angeschafft und ausgestattet werden, auch einige Einstellungsgespräche sind noch zu führen. 1,3 Millionen Euro seien im Haushalt für das Projekt vorgesehen, berichtete Fachdienstleiter Christian Groth.

Eine erfahrene Leiterin für die Rettungswache in Achim ist mit Nicole Gerken bereits gefunden. Sie stellte sich den Mitgliedern des Ausschusses Brandschutz und Ordnungsangelegenheiten in der Sitzung schon einmal kurz vor. Ansonsten gestalte sich die Personalakquise nicht ganz einfach. Weil die Kräfte nicht ausreichend auf dem Markt seien, werde man in Zukunft auch darüber nachdenken müssen, selbst aus- und fortzubilden, nahm Schäfer an.

„Fast ein Nullsummen-Spiel“

Die gesamte Planung und Umsetzung erfolge in enger Abstimmung mit dem DRK, berichtete der Abteilungsleiter. Schon allein bei den Dienstanweisungen hielt er das für wichtig, damit alle Mitarbeiter nach denselben Vorgaben arbeiten.

Abgerechnet werden die Rettungsdiensteinsätze von DRK und Landkreis ebenfalls gemeinsam mit den Krankenkassen. „Das Ganze ist deshalb auch fast ein Nullsummen-Spiel“, erklärte Groth. Die Aufgabe habe bisher das Rote Kreuz erledigt und solle sie auch inklusive der Erweiterung fortführen.

„Das Problem ist gut gelöst“, lobte Bernd Junker (SPD) nach dem Bericht. Und auch die weitere Finanzplanung im Fachbereich, darunter die Grundstückskosten für die Brandübungsanlage von 590  000 Euro und die Anbindung der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle ans Digitalfunknetz für 200  000 Euro, fand die Zustimmung der Abgeordneten. Ihr Votum für den Haushaltsentwurf blieb ohne Widerspruch. - kle

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