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Höchste Waldbrandgefahr südlich Verdens: Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft

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Von: Heinrich Kracke

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Ein Feuerwehrmann löscht im Dunkeln die Reste  eines Walsbrandes, im Vordergrund steht ein Waldbrandbeauftragter mit dem Rücken zum Fotografen.
Auch beim Feuer im Schafwinkler Moor vor Ort: der Waldbrandbeauftragte Jürgen Raude. © Kreisfeuerwehr Verden/Kai Bruns

Die aktuelle Hitzewelle führt zu einem Ansteigen der Waldbrandgefahr. Für den Bereich südlich Verdens gibt der Deutsche Wetterdienst ab Freitag die höchste Stufe aus. Für den restlichen Landkreis gilt die zweithöchste Warnstufe. Die Einsatzkräfte befinden sich in erhöhter Alarmbereitschaft. Waldbesitzer stecken in einem Dilemma.

Verden/Achim – Ein erster Brandfall ist glimpflich verlaufen. Ein Feuer irgendwo nahe der Kreisgrenze im östlichen Kirchlinteln wurde wie berichtet durch Zufall von einer Drohne aufgespürt und konnte rasch gelöscht werden. Das Problem aber: Die Gefahr ist angesichts der aktuellen Hitzewelle keineswegs vorüber. Für Freitag etwa hat der Deutsche Wetterdienst bei der Waldbrandgefahr den Raum südlich Verdens mit der höchsten Warnstufe versehen.

Gleichzeitig liegt die ganze Republik beim Graslandfeuerindex unter einer Glocke mit der zweithöchsten Warnstufe. Die Brandschützer im Kreis Verden reagieren mit deutlich erhöhter Alarmbereitschaft.

Schon eine Glasscherbe reicht aus und die Fläche brennt

Zwar sei auch die Gefahr von Selbstentzündung nicht zu unterschätzen, sagt einer, der es wissen muss. Sagt Bezirksförster Jürgen Raude (Kirchlinteln), gleichzeitig einer der Waldbrandbeauftragten in der Region. Eine Glasscherbe könne unter bestimmten Voraussetzungen einen Flächenbrand auslösen, gewiss, aber meist sei der Mensch und sein zuweilen unvorsichtiges Handeln die Ursache. Zwar hätten viele verstanden, es herrsche im Wald Rauchverbot und Verbot von offenem Feuer, zum Beispiel auch ein Grillverbot, häufiger jedoch komme das eine zum anderen, und der Verursacher bemerke am Ende gar nicht, was er angerichtet habe.

Das Auto mit Katalysator kurz auf einer ausgedörrten Grasfläche am Waldesrand abstellen und dann weiterfahren, das reiche zuweilen schon. Der Wind leiste das seine, die glimmende Glut in einen Vollbrand zu verwandeln. Ein vielleicht aus Versehen angekokelter Boden, wobei das Feuer vermeintlich gelöscht wurde, ausgetreten etwa, sei ein nächster großer Irrtum, der weitreichende Folge haben könne. „Hatten wir erst bei dem Brand Montagabend im Schafwinkler Moor. Entfacht wurde es auf einer nur kleinen Stelle. Anschließend schwelte es im Untergrund weiter. Die obere Grasnarbe blieb weitgehend unversehrt“, sagt Raude.

Ansprache erfolgt „höflich, aber bestimmt“

Gefahren, die die Bezirksförster vor ein Dilemma stellen. „Einerseits wollen wir dem Menschen nicht den Weg in die Natur versperren, andererseits haben wir gegenwärtig eine schwierige Lage.“ Für den ganzen östlichen Landkreis ist er als Waldbrandbeauftragter unterwegs, eine riesige Fläche mit vielen Waldstücken, aber auch Grünflächen, die zurzeit einen eher verdörrten Eindruck hinterlassen und nicht minder gefährdet sind. Nur ganz selten müsse er Personen ansprechen, die sich gefährdend verhalten. „Es handelt sich dabei oft um Privatwälder, die keinen solchen Zulauf erleben wie beispielsweise der Verdener Stadtwald, sie sind nicht so erholungsorientiert“, sagt Raude. Sei eine Ansprache aber notwendig, dann erfolge sie „höflich, aber bestimmt“.

Beobachtungsflugzeuge und Wärmebildkameras im Dauereinsatz

Seine Aufgabe im Fall des Falles, bei einem Brand, erstrecke sich auf eine beratende Tätigkeit. „Seit dem großen Heidebrand 1975 sind die Schutzmaßnahmen ständig verfeinert worden.“ Beobachtungsflugzeuge ziehen ihre Runden, festinstallierte Wärmebildkameras liefern fortlaufend Daten für die Leitstellen, im Alarmfall wird ein großes Kontingent an Einsatzkräften an den Ort des Geschehens beordert, wohl wissend, dass eigentlich nur der entstehende Brand die Chance bietet, das Ausmaß einzudämmen.

Einer wie Jürgen Raude, mit guten Ortskenntnissen ausgestattet, habe dann unter anderem die Aufgabe, der Einsatzleitung rasch Vorschläge für den besten Weg zum Feuer zu unterbreiten. „Nicht jede Waldzufahrt ist für die großen und größer werdenden Fahrzeuge geeignet.“

Es wird immer früher immer heißer

Benötigt werde seine Unterstützung immer häufiger. „Trockene Sommer hat es immer schon gegeben“, sagt etwa Dennis Köhler aus dem Presseteam der Kreisfeuerwehr, „aber in den vergangenen Jahren und in diesem Jahr stellen wir besonders fest, diese Wetterphänome treffen uns immer früher im Jahr.“ Dabei gehe die Gefahr von Wäldern aus, gewiss, noch gefährdeter seien indes Freiflächen „Vor allem jene, die ganztägig in der Sonne liegen. Sie trocknen schneller ab.“

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