Einsatz: Ölflasche fängt Feuer

Quarantäne-Verstoß in Verden? Betroffener und Polizei äußern sich – Erneute Wende im Fall

Ein Rettungswagen steht vor einem Haus in Verden
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Die Einsatzkräfte rückten zum Klein Hutberger Weg aus.

Ein Feuerwehreinsatz in Verden hatte unangenehme Folgen für eine 20-jährige Frau. Die Corona-Positive hätte in häuslicher Quarantäne in Bremen sein müssen. Ein Betroffener hat sich nun geäußert – und auch die Polizei, deren Aussage das Ganze erneut in ein anderes Licht rückt.

Update, 20. November: Nach den brennenden Gardinen, dem Hinweis auf den Corona-Verstoß und der Kampagne auf den sozialen Medien jetzt eine Klarstellung der Polizei. „Die 20-jährige Frau stand unter Quarantäne“, sagt Polizei-Pressesprecher Helge Cassens gegenüber dieser Zeitung, „uns liegt eine Mitteilung des Gesundheitsamtes Bremen vor, wonach die Quarantäne bis zum 19. November verordnet war.“ Für ihn, Cassens, sei die Lage eindeutig: „Gegen die Frau haben wir ein Verfahren eingeleitet.“

Unklar hingegen sei die Beurteilung des Verhaltens des Partners der 20-Jährigen. Er habe die Frau von Bremen nach Verden gefahren. Bislang sei gegen ihn kein Verfahren eingeleitet. Auch damit befinde sich die Polizei auf einem geraden Wege. „Wir stellen Verstöße gegen die Corona-Verordnungen fest. Nicht mehr und nicht weniger.“ (kra)

Update, 18. November: Nach einem Gespräch zwischen kreiszeitung.de und einem Betroffenen des Einsatzes stellt sich der Vorfall – entgegen der Polizei-Informationen – anders dar. Laut Aussage des Mannes der 20-Jährigen wurde die junge Frau zwar positiv auf Corona getestet und bekam eine amtliche 14-tägige Quarantäne angeordnet. Als sie mit ihrem Mann am Montag nach Verden fuhr, sei die Quarantäne-Zeit aber bereits vorüber gewesen.

Ihr Mann sei negativ auf Corona getestet worden und habe vom Gesundheitsamt keinen Quarantäne-Bescheid erhalten. Entgegen der Polizei-Aussage seien die 20-Jährige und ihr Mann auch nicht aus Bremen zu Besuch in Verden gewesen. Der Mann habe seiner Schwester lediglich Geld zu ihrem Wohnhaus nach Verden bringen wollen, als er das Feuer bemerkte, geistesgegenwärtig zur Hilfe eilte und schließlich half, die Flammen noch vor Eintreffen der Feuerwehr zu löschen. Die Feuerwehr habe sein Handeln später gelobt.

Einsatz in Verden: Erneuter Corona-Test sei negativ gewesen

Seine 20-jährige Frau habe derweil im Auto gewartet. Als sie die Flammen sah, habe sie sich Sorgen gemacht und stieg reflexartig aus. Laut ihres Mannes habe sie die betroffene Wohnung nicht betreten und habe – genau wie ihr Mann – keinen engen Kontakt zu anderen Menschen gehabt. Bei der Behandlung im Krankenhaus habe sich herausgestellt, dass die 20-Jährige nicht mehr Corona-positiv ist.

Originalmeldung, 17. November: Verden - Feuerwehr und Polizei rückten am Montag gegen 16.30 Uhr zu einem Einsatz am Klein Hutberger Weg in Verden aus. Eine 32-jährige Hausbewohnerin hatte dort versucht, einen Kaminofen mit einem Brandbeschleuniger anzuheizen, teilt die Polizei mit. Die Ölflasche fing dabei Feuer, woraufhin sich die Flammen ausbreiten und auf Gardinen übergreifen konnten. Die 32-Jährige sowie zwei weitere Erwachsene konnten das Feuer noch vor Eintreffen der Feuerwehr löschen.

Einsatz in Verden: Frau ignoriert amtliche Quarantäne

Eine 20-jährige Frau, die aus Bremen zu Besuch in Verden war, atmete Rauchgase ein und musste daher im Krankenhaus behandelt werden. Dabei stellte sich heraus, dass die junge Frau Corona-positiv ist und sie – genau wie ihre negativ getestete Begleitung – eigentlich in amtlicher Quarantäne hätte sein müssen. Da sich beide Personen nicht daran gehalten hatten, wurden Verfahren eingeleitet. Ebenso gegen die 32-jährige Hausbewohnerin, die sich wegen fahrlässiger Brandstiftung verantworten müssen wird. Am Haus entstand ersten Schätzungen zufolge ein Schaden von rund 20.000 Euro. Die im Haus anwesenden Kinder blieben unverletzt.  

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