Untere Naturschutzbehörde informierte über neue Pläne mit der Allerniederung

Eingeschränkte Nutzung

Ein Bad in der Aller ist für Hunde künftig nur noch an einer ausgewiesenen Stelle erlaubt. - Foto: Bruns

Landkreis - Die Pläne für die Ausweisung der unteren Allerniederung in Natur- und Landschaftsschutzgebiete sind bekannt.

Im Kreishaus stellte die Untere Naturschutzbehörde das Projekt in einer Informationsveranstaltung jetzt detailliert vor. Das Ausmaß an Einschränkungen sorgte für erheblichen Diskussionsstoff. Es wird nur noch wenige Stellen geben, wo Bürger direkt ans Wasser gelangen können und Hunden wird das Baden in der Aller verboten. Das Verbot für die Vierbeiner gilt über die komplette Flusslänge von rund 22 Kilometern im Landkreis Verden. Es ist lediglich eine nur wenige Meter breite Hundebadestelle in der Maulohe geplant. Dort will der Landkreis, genauso wie in allen anderen Bereichen des künftigen Naturschutz- und Landschaftsschutzgebietes, zudem einen ganzjährigen Leinenzwang anordnen. Naturschutzrechtlich kein Muss, aber vom Landkreis gewollt.

Außerdem dürfen die unter Schutz gestellten Gebiete nur noch auf ausgewiesenen Wegen betreten werden. Dazu gehöre dann auch der Bereich Burgberg/Eisenbahnbrücke in Verden. „Als Wege gelten nicht Trampelpfade, Wildwechsel, Waldschneisen und Rückegassen“, heißt es dazu im Entwurf der geplanten Verordnung.

„Bislang intensiv genutzte Grünlandflächen können aber weiterhin wie zuvor genutzt werden“, erklärte Thomas Arkenau von der Unteren Naturschutzbehörde mit Blick auf die Landwirtschaft. „Für die Flächen besteht Betretungsverbot, allerdings nicht für Eigentümer, Pächter und Nutzer.“ Dazu gehörten zudem Angler und Jäger, aber keine Naherholungssuchenden. „Erholungsnutzung ist nur auf bestehenden Wegen erlaubt“, betonte Arkenau. Als Hundefreilauffläche will der Landkreis ein 200 mal 220 Meter großes Areal im vorderen Bereich der landeseigenen Maulohe in Verden (Allerstraße) ausweisen.

Die gesamten Verbote sind Teil einer Verordnung, die genauso wie die Karten mit den Schutzgebieten auf der Homepage des Landkreises einsehbar ist. Verstöße können mit einer Geldbuße bis zu 50 000 Euro geahndet werden. Laut Fachdienstleiterin Silke Brünn sind für kleinere Verstöße, wie Ableinen des Hundes 50 Euro üblich.

Sehr emotional reagierten manche Hundebesitzer auf die Pläne. „Meine Rechte werden beschnitten. Hunde werden immer mehr, wo soll man die denn noch laufen lassen?“, warf eine Zuschauerin ein. „Ich als Eigentümer würde mir verbitten, dass Hunde auf meinem Land laufen“, hielt ein Landwirt dagegen. „Wo bleiben die Freilaufflächen für Kinder?“, fragte ein weiterer Besucher.

Noch vor Ostern will der Landkreis Verden die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange starten, denn die Zeit drängt. Wegen des geplanten Neubaus der Nordbrücke soll der Kreistag im Oktober über die Vorlage entscheiden. Das Straßenbauamt habe darauf gedrängt, dass die Unterschutzstellung schnell abgeschlossen ist, denn vorher wolle man dort keine Verträglichkeitsprüfung vornehmen, erklärte Silke Brünn. - wb

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