Eingeebnet und keiner hat’s gesehen

Klare Anweisung: Die Autofahrer müssen dem kreuzenden Schulweg Vorfahrt gewähren.
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Klare Anweisung: Die Autofahrer müssen dem kreuzenden Schulweg Vorfahrt gewähren.

Der Buckel ist weg – und das bleibt erst mal auch so. Nachdem unbekannte Täter in der Elisabeth-Selbert-Straße die Aufpflasterung eingeebnet haben, wird zwar ermittelt, mehr aber nicht (wir berichteten). „Da in der Straße derzeit die Kita gebaut wird, warten wir erst mal ab“, so Rainer Kamermann, Fachbereichsleiter Straßen und Stadtgrün. Die Polizei sucht nach den Tätern.

Verden – Es war in der ersten Juniwoche, als unbekannte Täter, offenbar während der Nacht, in der Elisabeth-Selbert-Straße anrückten und sich an die Arbeit machten. Neben Schaufel und Sand wurde auch Asphalt abgeladen. Dann schritten die „Handwerker“ zur Tat und verteilten das Gemisch. Offenbar schnell, lautlos und ohne Licht, denn Zeugen, wie aus der Bodenwelle eine ebene Fläche wurde, haben sich – auch drei Wochen später – bislang nicht gemeldet. Von den Tätern keine Spur. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist zwar nicht sehenswert, zeigt aber Wirkung: Wo der Huckel Fahrzeuge auf Tempo 30 ausbremsen sollte, herrscht nun freie Fahrt.

Laienhaft und unsachgemäß

Was zunächst wie ein harmloser Scherz anmutete, stößt den Verantwortlichen bei der Stadt dennoch sauer auf. „Die laienhafte, unsachgemäße Aufbringung von Asphalt haben wir weder selbst durchgeführt noch in Auftrag gegeben“, machte Kammermann bereits unmittelbar nach der Entdeckung deutlich. Auch an der Notwendigkeit des Hindernisses lässt der Fachbereichsleiter keinerlei Zweifel: „Die Aufpflasterung mit der beidseitigen Fahrbahneinengung dient der Geschwindigkeitsreduzierung“, betont er. Und dass die Autos dort langsam fahren, sei unbedingt notwendig: „Der kreuzende Geh- und Radweg, ein Schulweg, ist vorfahrtsberechtigt.“ Die Verbindung führt zu den naheliegenden Berufsbildenden Schulen in Dauelsen.

Weil widerrechtlich und eben auch noch unsachgemäß, setzt sich die Stadt gegen den Eingriff zur Wehr und hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. „Die fachgerechte Wiederherstellung kostet uns eine Stange Geld, auch deshalb die Anzeige“, so Kamermanns Begründung.

Bislang bleibt unklar, warum der oder die Täter die doch sehr aufwendige „Umgestaltung“ offenbar unbemerkt vornehmen konnten. Bei der Polizei kommen die Ermittlungen auch nicht voran. Pressesprecher Helge Cassens machte auf Anfrage unserer Zeitung deutlich: „Ohne Zeugen ist da nur sehr schwer was zu machen.“ Er setzt daher auf einen neuerlichen Aufruf. „Vielleicht meldet sich ja doch noch jemand.“

Und wann wird zurückgebaut? Bei der Stadt warten die Verantwortlichen jetzt erst einmal ab. Da in der Straße die neue Kita gebaut wird, komme eine Sperrung der Straße und die Widerherstellung der Aufpflasterung derzeit nicht infrage, so Kamermann. Der Fachbereichsleiter hat noch ein Fünkchen Hoffnung, dass die Täter doch noch ermittelt werden und dann die Kosten für den Rückbau nicht bei der Stadt hängenbleiben.

Zeugen sollten sich bei der Polizei unter der Telefonnummer 04231/8060 melden.

Von Markus Wienken

Der Weg führt direkt über die Elisabeth-Selbert-Straße in Richtung Berufsbildende Schulen in Dauelsen.
Zu sehen ja, aber nicht mehr zu spüren: Die Aufpflasterung in der Elisabeth-Selbert-Straße wurde eingeebnet. Foto: wienken

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