Kurs „Darstellendes Spiel“ vom GaW führt „Bernarda Albas Haus“ auf

Eine Welt voller Unterdrückung und Selbsthass

Der Kurs des Darstellenden Spiels hat den Klassiker „Bernarda Albas Haus“ eindrucksvoll umgesetzt und auf die Bühne gebracht. - Fotos: Niemann

Verden - Eine Inszenierung voller berührender Momente hat der Kurs „Darstellendes Spiel“ am Gymnasium am Wall gestern auf die Bühne der Schulaula gebracht.

Aus dem Klassiker „Bernarda Albas Haus“ von Frederico Garcia Lorca hat Lehrerin Rena Seifert mit Schülern des Jahrgangs 11 eine Collage aus Sprech- und Tanztheater gemacht und neue, zeitgemäße Rollen und Monologe hineingeschrieben. Die überwiegend jungen Zuschauer verfolgten das Bühnengeschehen jedenfalls gebannt und sparten am Ende auch nicht mit Applaus. Nach dem Tod ihres Mannes verschließt Bernarda Alba ihr Haus und verordnet ihren fünf Töchtern und ihren Mägden eine mehrjährige Trauerzeit. Während das Leben draußen vorbeizieht, sind die jungen Frauen quasi gefangen und sie verzehren sich nach den abwesenden Männern. Als sich Adela in den Verlobten ihrer ältesten Schwester verliebt und aus dem häuslichen Gefängnis ausbricht, kommt es zur Katastrophe.

Theater „Bernarda Albas Haus“ am GaW in Verden

Sowohl in Lorcas Original als auch in der Fassung der Schüler wird eine Welt beschrieben, in der sich Autorität, Freiheit, Zivilisation, moralisches Denken und Begehren kompromisslos gegenüberstehen. Durch starres diktatorisches Festhalten an Traditionen errichtet die Mutter eine Festung, in der Missgunst und Verlogenheit gedeihen und das Leben der Töchter zerbricht, weil der Erhalt der äußeren Fassade über allem steht. Die Person Bernarda Alba steht für eine Welt voller Unterdrückung, in der die Lebenden verkümmern, weil Anpassung in Selbstaufgabe und jeder Ausbruchsversuch in Zerstörung und Selbsthass endet.

Mit Ausnahme der Musik und weniger Requisiten setzte Seifert keine weiteren wesentlichen Effekte ein, baute sie konsequent auf das darstellerische Spiel der Akteure, was den Schülern rundum gelang. Die Inszenierung zeigte, dass das mehr als 100 Jahre alte ursprüngliche Stück durchaus von Aktualität ist. Wenn die streng katholischen Töchter schwarz verhüllt und mit ernstem Blick auf die Bühne traten, wurden hohe Energien freigesetzt und gezeigt, wie dicht Gefangenheit und Ausbruchslust beieinander liegen. Denn auch heute noch ist es eine Tragödie von vielen Frauen, dass sie die gesellschaftlich Erwartungen erfüllen möchten, ihnen aber gar nicht gerecht werden können. - nie

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