Ehemalige Anlieger der Moorstraße treffen sich nach über 30 Jahren

Eine tolle Gemeinschaft

Die ehemaligen Bewohner der Blocks an der Moorstraße schwelgten einen Nachmittag lang in Erinnerungen. Foto: HAubrock-Kriedel

Verden – Sie waren die ersten Familien, die Ende der 1960er-Jahre in die neu errichteten Häuserblocks an der Moorstraße eingezogen sind. Nach über 30 Jahren trafen sich einige der ehemaligen Moorstraßen-Anlieger jetzt im „Verdener Wappen“ und schwelgten bei Kaffee und Kuchen in Erinnerungen an eine gute Nachbarschaft.

Die Idee, ein Treffen zu organisieren, hatte Silke Precht. Als Nadja Dobrinski von dem Vorhaben erfuhr, war sie sofort Feuer und Flamme und half bei der Organisation. 25 Einladungen verschickten die beiden Frauen an ihre ehemaligen Nachbarn, 18 kamen auch tatsächlich.

„Die meisten wohnten im Block 38“, erinnert sich Dobrinski. Aber auch zu den Bewohnern der anderen Blöcke habe guter Kontakt bestanden. Nadja Dobrinski wohnte im Alter zwischen vier und fünfzehn Jahren in der Moorstraße, hat also praktisch ihre gesamte Kindheit dort verbracht. „Wir Kinder haben alle gern in der großen Sandkiste gespielt“, erinnert sie sich. Die Sandkiste war daher auch der Ausgangspunkt für das Treffen.

Verändert habe sich in der Moorstraße gar nicht so viel, sagen alle übereinstimmend. Erinnerungen an Indianerspiele, Zelten zwischen den Blöcken, Rollschuhlaufen auf der Straße und Fahrradtouren werden bei den Jüngeren wach. Später werden dann alte Fotos hervorgeholt, die die Zeit in der Moorstraße ebenfalls wieder lebendig werden lassen.

Annegret Blohme hat von 1969 bis 2007 in der Moorstraße gewohnt. „Das waren schöne Zeiten, ich habe gern dort gewohnt. Es herrschte eine tolle Gemeinschaft. Die Türen standen immer offen und die Kinder sind im Schlafanzug von einer Wohnung in die andere gelaufen“, erzählt sie. Das kann Annette Rickel bestätigen: „Die Schlüssel steckten immer in der Haustür und die größeren Kinder haben auf die kleineren aufgepasst.“

Dieser Zusammenhalt in der Nachbarschaft ist es auch, was alle am meisten vermissen. „Heutzutage ist alles viel anonymer. Es wäre bei uns damals nicht passiert, dass jemand jahrelang tot in der Wohnung liegt“, sagt André Blohme. „So eine Gemeinschaft wie damals gibt es einfach nicht mehr, die Kinder erzählen heute noch davon“, weiß Rickel.

Nach dem schönen Nachmittag sind sich alle einig, dass es bis zum nächsten Treffen nicht 30 Jahre dauern soll. Adressen werden ausgetauscht und eine Liste geschrieben. „Beim nächsten Mal treffen wir uns zum Grillen in Westen“, freut sich Nadja Dobrinski schon.  ahk

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