Erstes Treffen des Domfestspiel-Ensembles

Wie eine große Familie

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Haben mit der Vorbereitung der neuen Spielsaison alle Hände voll zu tun: Julia Nehus, Silke Ahrens, Gunda Redeker, Gabriele Benner , Hans König und Gabriele Müller (v.l.).

Verden - Im Sommer 2017 gibt es die achte Auflage der Verdener Domfestspiele, die Vorbereitungen sind natürlich schon längst angelaufen. Am Sonnabend traf sich nun auch das Ensemble erstmals im Hotel Maske. Rund 150 Menschen zwischen zehn und 80 Jahren interessieren sich für einen Job auf oder hinter der Bühne. Alle sind hoch motiviert und wollen dazu beitragen, dass auch die neue Spielsaison wieder ein Erfolg wird.

Die geschäftsführende Vorsitzende des Vereins Verdener Domfestspiele, Gabriele Müller, freute sich über die vielen Anmeldungen. „Eine tolle Mischung aus Jung und Alt. Neben alten Hasen sind auch wieder viele Frischlinge dabei. Das Domfestspielfieber hatte sie beim Anblick ihrer neuen „Familie“ sofort wieder gepackt. „Als ob man gerade vom Platz gegangen wäre“, lachte sie. Voll in ihrem Element begann sie sofort, die Anwesenden auf das vor ihnen Liegende einzustimmen.

„Wir Domis sind eine große Familie, das wächst schnell zusammen“, sagte Müller. Keinen Zweifel ließ sie allerdings daran, dass alle Beteiligten viel Zeit mitbringen müssen. Wer eingeplant ist, müsse auch mitziehen „Jeder ist wichtig, jede Nebenrolle und jeder Statist. Es gibt keine Zweitbesetzung“, betonte die Vorsitzende.

Die „Domis“ nutzen das erste Treffen, um sich kennenzulernen.

Zum dritten Mal wurde Hans König als Autor und Regisseur verpflichtet. Er schrieb das Stück „Der brennende Mönch“ nach der Idee und dem Konzept von Gaby Müller. König gab schon einmal einen kurzen Einblick in die im Jahre 1526 spielende Handlung. Eine interessante Zeit, denn Luthers Reformation hatte weite Teile Deutschlands verändert. Im Mittelpunkt steht der aus Bremen stammende Pastor Johannes Bornemacher, ein glühender Anhänger Luthers, was er auch in seinen Predigten zum Ausdruck bringt. Verdens regierender Bischof Christoph gefällt dieses allerdings gar nicht. Bornemacher muss für seine Überzeugung schließlich mit dem Leben bezahlen. 

„Alles, was Gaby recherchiert hat, ist passiert“, betonte König. Es sei keine schöne, Geschichte, sondern ein Stück, das unter die Haut geht. Es sei allerdings nicht nur eine „düstere Geschichte mit schlechtem Ausgang“, sondern als Ergänzung gebe es durchaus auch Humor. Zudem solle ein kleines Mädchen, die Tochter des Helden Johannes, als Identifikationsfigur dienen und helfen, das Geschehen zu relativieren. „In der Handlung spiegelt sich die Spannung der Zeit wider, in der die Menschen ihren echten Glauben wiederfinden wollten und um ihr Seelenheil ringen. Das ist der Anspruch, den ich rüberbringen möchte“, so König.

An die Akteure appellierte der Regisseur, sich auf ihre Charaktere einzulassen. „Die Rollen werden danach festgelegt, was die Schauspieler mitbringen.“ Die Bedeutung der Rolle sei keine Frage der Quantität, sondern der Qualität, machte er deutlich. „In diesem Sinne gibt es keine Nebenrollen, alle sind gleich wichtig. Je mehr ihr euch einlassen könnt, desto mehr kriegt ihr zurück.“ Ein Blick in die Gesichter der neuen Domfestspiel-Familie ließ keinen Zweifel daran, dass alle ihr Bestes geben wollen. Aufgeteilt nach „Backstage“ und „Bühne“, nutzen sie die Gelegenheit, sich kennenzulernen und erste Informationen auszutauschen.

ahk

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