Designierte Ortsbürgermeisterin Sabine Patzer-Janßen will im Team arbeiten

Eine hat den Hut auf

Ein schattiges Plätzchen im Grünen: Der heimische Garten ist das Revier von Sabine Patzer-Janßen – und als Hintergrund für ein Foto der designierten Ortsbürgermeisterin von Dauelsen und Eissel trefflich geeignet. Foto: Preuß

Verden-Dauelsen - Von Katrin Preuss. Sabine Patzer-Janßen kommt gerade von einer goldenen Hochzeit. Normalerweise hätte sie als stellvertretende Ortsbürgermeisterin dort ein wenig mehr Zeit verbracht, um mit den Jubilaren zu schnacken. Aber zurzeit ist eben nichts normal. Also beließ sie es bei einer kurzen Gratulation auf Abstand, zwischen Tür und Angel, überreichte ein paar Blumen und war schon wieder weg.

Dafür hat Sabine Patzer-Janßen an diesem sonnigen Vormittag Zeit für ein Pressegespräch mit Blick ins Grüne. Die Zeitung möchte wissen, was das denn für eine Frau ist, die da am Mittwoch mit allergrößter Wahrscheinlichkeit zur neuen Ortsbürgermeisterin von Dauelsen und Eissel gewählt wird.

Die Daten zu ihrer Person sind schnell festgehalten: 1966 in Verden geboren, in Dauelsen aufgewachsen, 54 Jahre alt, verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Sie studierte Betriebswirtschaft in Oldenburg und ist nun, wie sie es selber lachend nennt, „mitarbeitende Ehefrau“ im Vermessungsbüro ihres Mannes Andreas Janßen.

Im Dorf engagiert gewesen sei sie schon immer. „Wenn man ein Dauelser ist, ist man immer irgendwo dabei“, sagt sie. „Und wenn man dann den Mund nicht halten kann...“, fügt sie hinzu, ohne den Satz zu beenden.

Offenbar war ihre Freude daran, sich mitzuteilen, auch einem Nachbarn aufgefallen. Der jedenfalls habe sie gefragt, ob sie sich ein lokalpolitisches Ehrenamt vorstellen könne. Konnte sie.

Sie denkt zurück an alte Zeiten, als der Ortsbürgermeister noch Dietrich Grefe hieß. Von ihm habe sie als Kind beim Laternenlauf Bonbons bekommen, erzählt sie. So hatte ein Amtsträger bei der kleinen Sabine gleich einen guten Eindruck hinterlassen. Später waren es mal von der Gemeinde, mal vom Sportverein angebotene Aktivitäten, wie Bastel- oder Kegelnachmittage, an denen sie als Teenager teilnahm und an die sie gerne zurückdenkt.

„Was man als Kind bekommen hat, kann man als Erwachsener auch mal zurückgeben“, fasst sie jetzt zusammen, woher sie ihre Motivation nimmt, die Nachfolge von Jutta Sodys anzutreten.

In den Dauelser Ortsrat kam Sabine Patzer-Janßen 2009, damals als Nachrückerin für die Christdemokratin Annette Franck. Bis heute sitzt Sabine Patzer-Janßen für die CDU in dem Gremium, das sich um die Belange von Verdens größter Ortschaft kümmert. Die politische Couleur interessiert die designierte Ortsbürgermeisterin allerdings herzlich wenig. Ihr – und das nimmt sie auch für die anderen Ortsratmitglieder in Anspruch – gehe es um die Sache, betont sie.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die 54-Jährige künftig nicht alleine Dauelsen und Eissel repräsentieren und die Ansprechpartnerin für die Bürgerinnen und Bürger sein möchte. Eine Ortsbürgermeisterin – „Einer muss es jaden Hut aufhaben“ – und drei Stellvertreter wollen als Team wirken. „Quasi als ein Vorstand vom Dorf“, erklärt Sabine Patzer-Janßen. Fraktionsübergreifend, transparent, für den Ort wolle das Quartett, bestehend aus Sabine Patzer-Janßen und Bärbel Rater sowie den noch zu wählenden Karin Hanschmann und Andreas Lange, arbeiten. So ist es einstimmig beschlossen worden.

„Wir versuchen, es bis zu den Wahlen 2021 so gut wie möglich zu machen“, sagt die Dauelserin. „Und wenn die Bürger das dann gut finden, können wir es auch weiterhin so machen“, deutet sie an, dass sie und ihre Mitstreiter darüber hinaus zur Verfügung stünden.

Große Themen stehen aktuell nicht an. Zur Umsetzung neuer Ideen könnte in absehbarer Zeit erst mal das Geld fehlen, befürchtet sie Einbußen bei der Gewerbesteuer. Aber „wenn Sie in Dauelsen gucken, ist ja ganz schön viel auf den Weg gebracht.“ Der Kita-Neubau in der Elisabeth-Selbert-Straße, die Erweiterung der Grundschule am Sachsenhain oder das Gewerbegebiet Verden-Nord werden den Ortsrat sicher noch einige Male beschäftigen. Im Grunde wolle man sich jetzt aber primär um „die kleinen Dinge“ kümmern, zum Beispiel um das Aufstellen von Bänken. „Denn die“, sagt sie aus Erfahrung, „geraten sonst oft in Vergessenheit.“

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