Tierheim fragt: Wer kennt die Besitzer?

Kaukasischer Schäferhund Lino einfach ausgesetzt

Lebhaft, dabei freundlich und verschmust ist der Kaukasische Owtscharka, der in Beppen ausgesetzt wurde.
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Lebhaft, dabei freundlich und verschmust ist der Kaukasische Owtscharka, der in Beppen ausgesetzt wurde.

Wie herzlos. Einen Tag vor Weihnachten waren die Besitzer offenbar ihres Hundes überdrüssig und setzten ihn im Beppener Bruch aus.

Verden/Thedinghausen – Können Hunde lächeln? Wenn Lino seinem zweibeinigen Gegenüber in die Augen schaut und dabei die rosa Zunge lässig aus der Schnauze hängen lässt, drängt sich diese Frage geradezu auf. Der junge Rüde, ein Kaukasischer Owtscharka, schaut jedenfalls sehr zufrieden drein, wenn er nicht aufgeregt zwischen Presse und der Tierpflegerin Henrike Windhorst hin und her springt.

Lino ist einer von 18 Hunden, die aktuell im Tierheim wohnen. Seit dem 23. Dezember ist der Schäferhund dort. Einen Tag vor Weihnachten setzten ihn seine Besitzer einfach aus, banden ihn im Beppener Bruch (Samtgemeinde Thedinghausen) an einen Baum und überließen ihn seinem Schicksal.

Abgemagert sei er gewesen, berichtet Henrike Windhorst, das Fell ungepflegt und teils so verfilzt, dass das Halsband herausgeschnitten werden musste. Zum Vorschein kam dabei noch ein weiteres Halsband, ein sogenannter Ferntrainer, der vibriert, ertönt oder aber einen elektrischen Impuls abgibt.

„Wer ein Tierfreund ist, der verwendet kein Elektrohalsband“, sagt die Heimmitarbeiterin entschieden und tätschelt Lino, der sich verschmust an ihre Beine schmiegt, liebevoll. Das Team des Tierheims hat den etwa ein Jahr alten Hund in den vergangenen zwei Wochen wieder aufgepäppelt. So zu Kräften gekommen, genießt es Lino nun, über das Freigelände zu toben.

Eine rote Leine und ein Elektrohalsband trug Lino, als er aufgefunden wurde.

An ein neues Zuhause vermittelt wird Lino im Moment noch nicht. Das Team des Tierheims ist vielmehr daran interessiert, herauszufinden, wer so herzlos war, den Rüden auszusetzen. „Zurück bekommt der ihn aber nicht“, stellt Henrike Windhorst klar. Aufschluss über den Besitzer könnte neben dem Elektrohalsband die Leine geben, mit der der Hund angebunden war. Dabei handelt es sich um eine dicke rote Kordel, verstellbar und mit einem medaillenförmigen Anhänger. Darauf sind ein Anker sowie „Hunter Nautic 1980“ abgebildet.

Henrike Windhorst kann sich gut vorstellen, dass Linos Besitzer sich überfordert fühlten, vielleicht auch nicht damit gerechnet hatten, dass er so groß werden würde. Auch dass es sich bei ihm um einen „Corona-Hund“ handelt, während des Lockdowns gekauft und nun überflüssig geworden, will die Tierpflegerin nicht ausschließen.

„Wir selber sind, Gott sei Dank, noch nicht betroffen“, sagt sie über das Verdener Tierheim. Aus anderen Einrichtungen, vor allem in größeren Städten, habe sie aber durchaus gehört, dass dort mehr und mehr Hunde, die während der Pandemie angeschafft wurden, abgegeben würden.

Von Katrin Preuß

Kontakt zum Tierheim

Wer Angaben zur Herkunft des Fundhundes Lino machen kann, wird gebeten, sich unter Telefon 04230/942020 mit dem Tierheim in Verden-Walle in Verbindung zu setzen. Weitere Informationen zu der Einrichtung gibt es auch unter tierheim-verden.de.

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