„Ein Knallerjahr“

Verdener Kulturausschuss informiert über Veranstaltungen für 2022

Vier Menschen stehen um einen Tisch herum, auf dem ein paar Piraten nachempfundene Playmobil-Spielfiguren platziert sind.
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Bringen über Klaus Störtebeker viele Menschen zusammen (v.l.): Jutta Liebetruth (Arbeitskreis Downsyndrom), Marco Habisch (Freizeitdienst Lebenshilfe), Margarete Meyer (Tintenklecks) und Ruth Podlich (Stiftung Waldheim).

Natürlich ist vieles unter Vorbehalt. Denn kein Mensch weiß, inwieweit Corona das Leben auch kommendes Jahr einschränkt. Das hält die Kulturschaffenden aber – glücklicherweise – nicht davon ab, für 2022 viele Pläne zu schmieden. Im Kulturausschuss war denn auch von einem „Knallerjahr“ die Rede. Hier einige der Vorhaben.

„AllerKultur“ soll Leben in die Innenstadt bringen

Das dickste Veranstaltungsbündel verbirgt sich hinter der Dachmarke „AllerKultur“. Erstmals hatten sich 2020 Einrichtungen und Vereine, darunter die Stadtbibliothek, die Stadthalle und der Verein Tintenklecks, zusammengetan, um im Jahr 1 von Corona kulturell das möglich zu machen, was die Pandemie noch erlaubte. Nach der zweiten Auflage in diesem Jahr ist nun für 2022 der dritte Durchgang geplant, wenn auch unter veränderten, besseren Bedingungen.

Aus dem Landesförderprogramm „Perspektive Innenstadt“, inklusive zehn Prozent städtischem Anteil, stehen 98 000 Euro zur Verfügung. Finanziert werden können „kurzfristige Maßnahmen zur Stärkung und Belebung der Innenstadt nach der Corona-Pandemie“.

Zahlreiche Kulturveranstaltungen, zusammengefasst unter den Oberbegriffen Musik, Tanz/Theater/Improvisation und Literatur, sollen die Menschen nach Verden locken und gleichzeitig das Ausprobieren neuer Formate ermöglichen, um sie dann dauerhaft zu etablieren. Denn Nachhaltigkeit ist eine Bedingung für die Förderung. Jürgen Weidemann (FDP) sah die „AllerKultur“-Reihe daher auch als Impuls an für die Verwaltung und die Politik, auch nach Auslaufen der Förderung Kultur mit Hilfe Dritter in Verden zu organisieren. „Für uns ist Kultur auch Wirtschaftsförderung“, so der Liberale.

„Störtebeker“: Tanz-Projekt mit 100 Akteuren

Mit „Tanz macht Schule“ hat der Verein Tintenklecks gemeinsam mit dem Tanzwerk Bremen in den zurückliegenden Jahren ein Projekt geschaffen, das sowohl den beteiligten Klassen als auch dann dem Publikum große Freude bereitet. 2022 möchte der Verein eine neue Idee umsetzen, diese Mal mit Gruppen der Lebenshilfe, der Stiftung Waldheim, dem Arbeitskreis Downsyndrom und dem Tanzwerk Bremen: „Störtebeker“.

Margarete Meyer vom Tintenklecks setzte dem Kulturausschuss das Projekt auseinander. Mit großer Überzeugungskraft. Denn kurzerhand befürwortete der Ausschuss, den Betrag zum Schließen einer Deckungslücke von 5 000 auf maximal 9 000 Euro zu erhöhen.

Bis zu 100 Menschen im Alter zwischen 4 und 90 Jahren, mit und ohne Behinderung, sollen an dem „Störtebeker“-Projekt mitwirken. Ähnlich wie bei „Tanz macht Schule“ werden sie über mehrere Monate hinweg verschiedene Choreographien erarbeiten, die sich letztlich mit der Gestalt des jungen Störtebeker, seinen Wünschen oder auch Ängsten, auseinandersetzen. Als Abschluss ist dann eine Aufführung mit anschließendem Fest im Allerpark geplant.

Verdener Kunstpreis wird mit 5000 Euro dotiert

Die Verdener Kunstbörse wird weiterentwickelt zum Verdener Kunstpreis. Susanne Reinhardt von der städtischen Kulturförderung setzte dem Gremium die neuen Rahmenbedingungen auseinander. Demnach bedarf es keiner spezifischen Ausbildung, um eine Chance zu bekommen, auszustellen. Vor allem aber wird die Reichweite erhöht, sodass Künstler aus einem Umkreis von 100 Kilometern statt nur aus der Region teilnehmen können.

Reinhardt: „Wir hoffen auf ein breites Spektrum von norddeutscher Kunst und einer größeren Bedeutung für den Kunstpreis.“ Der wird übrigens mit 5 000 Euro dotiert sein und von einer Jury vergeben. Außerdem wird ein Publikumspreis in Höhe von 1 000 Euro ausgelobt.

Neu ist, dass die Künstler Aufnahmen ihrer Werke in einem Online-Portal hochladen, sodass das Publikum übers Internet abstimmen kann. Janina Tessloff (Grüne) äußerte Zweifel, ob es dabei tatsächlich gerecht zugehen könne. Wer technisch firm genug sei, könne online leicht eine kleine Fangemeinde um sich scharen, so ihre Bedenken.

Ortschaften für Ausstellungen einbeziehen

Neuer Ausstellungsort wird das alte Rathaus sein. „Ein wirklich wunderbarer Ort“, befand Jürgen Weidemann, der seitens der FDP den Verdener Kunstpreis als „eine sehr gelungene Sache“ begrüßte.

Karin Hanschmann (SPD) bat darum, zu prüfen, inwieweit die Ortschaften mit ihren Heimat- und Dorfgemeinschaftshäusern in die Präsentation der Kunstwerke eingebunden werden können. Angesichts des 50-jährigen Jubiläums der Gebietsreform im nächsten Jahr eine reizvolle Idee, befand Hanschmanns Fraktionskollege Heinz Möller. Susanne Reinhardt versprach, die Idee mit aufzunehmen, „das Ganze ist ja noch im Prozess“.

Von Katrin Preuß

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