Erlass aus Hannover legt Zuständigkeiten und Anforderungen fest / Aktuelle Corona-Lage

Ein Impfzentrum für den Landkreis

Landkreis – Die Informationen über Impfzentren verdichten sich. Am Dienstag kam Post aus Hannover und Landrat Peter Bohlmann informierte die Mitglieder des Sozial- und Gesundheitsausschusses gleich am Nachmittag in der Sitzung. Die Mitteilung aus der Landeshauptstadt habe bestätigt, dass die Kreisbehörde eine solche zentrale Stelle schaffen muss. Amtsärztin Jutta Dreyer machte in dem Zusammenhang deutlich, dass sie große Hoffnungen mit der Möglichkeit der Immunisierung verbindet.

Der Erlass von Sozialministerin Carola Reimann sehe vor, dass 60 Impfzentren in Niedersachsen geschaffen werden sollen, berichtete der Landrat den Abgeordneten. Das Schreiben aus dem Ministerium stelle sicher, dass eines der Zentren im Kreisgebiet sein werde.

Auch nähere Angaben zur Beschaffenheit der Räume seien enthalten, sodass jetzt nach einer geeigneten Unterbringung gesucht werden könne. „Aber das Gebäude ist dabei nicht das wichtigste“, sagte Bohlmann. Wichtiger und nicht unbedingt leicht werde sein, das geeignete Personal für die Impfungen zu finden.

Das werde die Aufgabe seiner Behörde werden, ist sich der Landrat bewusst. Anders als bei den Testzentren im Frühjahr, die die Kassenärztliche Vereinigung organisiert hatte, seien hier die Landkreise als Katastrophenschutzbehörden in der Verantwortung.

Amtsärztin Jutta Dreyer setzt unterdessen schon große Erwartungen in den Impfstoff. Das machte sie in ihrem Bericht zur Entwicklung der Inzidenzen deutlich. „Das Virus ist in den Familien und im Alltag angekommen“, beschrieb sie die Verbreitung des Erregers. Cluster, regional eingegrenzte Gebiete mit erhöhter Zahl von Infektionen, seien nicht zu erkennen: „Das verteilt sich auf die gesamte Gesellschaft und geht durch alle Schichten.“

Eine Herdenimmunisierung von mindestens 60 Prozent der Bevölkerung könne so etwas wie eine Rückkehr in das gewohnte Leben bedeuten. Der Impfstoff jedenfalls sei nach ihrer professionellen Meinung sehr gut.

„Heute war ein guter Tag“, kommentierte Dreyer in der Sitzung die aktuelle Lage. Bis zum frühen Abend habe es „nur“ 14 neue bestätigte Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus gegeben. Die Anforderungen, die die Pandemie in den vergangenen Monaten an die Medizinerin und ihre Mitarbeiter gestellt haben, wurden in Dreyers Bericht spürbar. Sie erinnerte an die 150 Neuinfektionen am 9. November, die Nachverfolgung der Infektionswege, die das nach sich zieht, und die Quarantäne-Verfügungen, die auch entschieden und ausgefertigt werden müssten. Ein nicht zu vernachlässigender Faktor seien zudem die vielen Nachfragen und telefonischen Abklärungen, die den Alltag im Gesundheitsamt bestimmen.

Mittlerweile sei ein Rückgang der Zahlen zu beobachten. „Wir sind in der Bremse“, war die Einschätzung der Amtsärztin. Sie erwartete eine vergleichsweise Verbesserung der Lage in den nächsten Wochen. „Vielleicht kommen wir auf einen Wert von 100.“

Neben den Schulen habe das Gesundheitsamt vor allem die besonders von schweren Krankheitsverläufen gefährdeten Gruppen im Auge.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Infizierten diese schweren Erkrankungen mit zeitlichem Verzug entwickeln. „Es dauert zwei bis drei Wochen, bis die Patienten in die Klinik kommen“, deutete sie an. Aber auch bei der stationären Unterbringung sei das Schicksal der Patienten sehr unterschiedlich. Von den 18 Patienten, die aktuell im Krankenhaus behandelt wurden, würden nur zwei intensivmedizinisch behandelt. Für alle gelte aber, dass sie im Isolationsbereich versorgt werden müssten.

In der Klinik bedeute das einen hohen Personalaufwand, weil die Pflegekräfte teilweise doppelt besetzt sein müssten, im isolierten und im nicht-isolierten Bereich.

Aktuell sei das Gesundheitsamt neben dem Tagesgeschehen damit beschäftigt, Genehmigungen für die Seniorenheime zu erteilen, damit sie die neuen Antigen-Schnelltests durchführen können. Je nach Ausbildungsstand der Mitarbeiter müssen diese Genehmigungen individuell für jede Einrichtung erarbeitet werden. „Etwa die Hälfte der Seniorenheime haben sie schon“, berichtete Dreyer.   kle

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