SERIE HINTERM TRESEN

Ingrid Busack vom Kinderparadies Witte in Verden hat ein großes Herz für kleine Kunden

Eine Frau steht vor einem Puppenregal und hat eine Puppe in der Hand.
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Seit 51 Jahren arbeitet Ingrid Busack im Kinderparadies Witte. Und auch wenn sie es nicht sagt, scheint es doch, als fühle sie sich besonders in der Puppenecke wohl.

Sie servieren uns unser Essen; sie nehmen uns beim Arzt im Empfang, sie wiegen für uns die Wurst ab, tüten Brötchen ein, beraten und informieren uns. Ihre Gesichter sind uns seit vielen Jahren vertraut und doch wissen wir nur wenig über die Menschen hinterm Tresen. Das möchten wir ändern und in dieser Serie ein paar von ihnen vorstellen. Heute geht es um Ingrid Busack, die im Kinderparadies Witte arbeitet.

Verden – Was die Jahre im Beruf angeht, so ist Ingrid Busack nur schwer zu überbieten. Seit 51 Jahren ist sie im Kinderparadies Witte tätig. In dieser langen Zeit hat die gebürtige Ostpreußin nicht nur mehrere Generationen von Kunden bedient. Mit Chefin Carmen ist es die nunmehr dritte Witte-Generation, die sich auf die versierte Verkäuferin verlassen kann.

Vieles hat sich in diesen Jahrzehnten verändert. „Die Kunden wissen heute schon oft, was sie haben wollen. Da muss man dann weniger beraten“, stellt sie fest. Das Spielzeug sei technischer geworden, findet Ingrid Busack. Die klassischen Brettspiele aber, etwa Mensch ärgere dich nicht oder Monopoly, die seien geblieben. „Die gehören in jeden Haushalt“, sagt die Expertin mit Bestimmtheit.

Keine andere Branche nahm sie so gefangen wie der Spielwarenhandel

Carmen Wittes Großvater Arthur stellte Ingrid Busack einst ein. Das war 1970. Die junge Frau hatte seinerzeit eine kaufmännische Lehre im Einzelhandel absolviert und in verschiedenen Branchen weitere Berufserfahrungen gesammelt. „Lebensmittel, Foto/Optik, Textil“, zählt sie auf. Doch offenbar konnte nichts sie so gefangen nehmen wie der Spielwarenhandel.

Auch nach ihrer Heirat und der Geburt der Tochter gab sie ihren Beruf nicht auf. Und selbst jetzt, als Rentnerin, ist sie weiterhin halbtags bei Witte anzutreffen. „Das Betriebsklima war immer gut“, lobt sie Chefin und Kolleginnen. Und „es hat mir einfach Spaß gemacht“, sagt sie mit Blick auf die 51 Jahre, die wie im Flug vergangen zu sein scheinen. Kein Wunder, wenn man in einer Branche tätig ist, die darauf ausgerichtet ist, Kinderaugen zum Leuchten zu bringen.

Der Enkel hat sie gern an ihrem Arbeitsplatz besucht

Dass Ingrid Busack Kinder mag, wird spätestens dann deutlich, wenn sie über ihren Enkel spricht. Der ist längst erwachsen. Doch an die Zeit, als er nach der Schule gerne mal bei ihr am Arbeitplatz vorbeischaute, kann sich die Verdenerin noch gut errinnern. Dass dem Enkel die Anstellung der Oma im Spielzeuggeschäft den einen oder anderen Pluspunkt bei den Klassenkameraden brachte – Ingrid Busack will es nicht gänzlich ausschließen.

Auf ihren Nachwuchs ist die Dauelserin stolz. Das ist ihr anzumerken. Sich selber in den Mittelpunkt zu stellen, das liegt ihr aber nicht. So ist es wohl, wenn man seit mehr als einem halben Jahrhundert stets serviceorientiert arbeitet.

Kinder wollen gucken und auch mal was anfassen

Beim Dienst am Kunden macht Ingrid Busack keinen Unterschied zwischen dem Erwachsenen mit dem großen Portemonnaie und dem Kind mit dem kleinen Taschengeld. „Sie gucken und dann wollen sie auch mal was anfassen“, hat sie großes Verständnis für die Neugier der jungen Kundschaft. „Dafür sind wir ja auch ein Kinderladen“, sagt sie überzeugt.

Witte ist breit aufgestellt, führt Markenspielzeug für die Kleinsten und die Großen. Was ihr das Liebste innerhalb dieser bunten Vielfalt ist, damit rückt Ingrid Busack nicht so richtig heraus. Dass die Puppen dazu gehören, lässt sich aber erahnen. „Wunderschön und zum Liebhaben“, schwärmt sie von den weichen Handpuppen. Und als es Zeit fürs Foto ist, geht die Verkäuferin schnurstracks Richtung Einpacktisch, der – sieh an, sieh an – inmitten der Regale für Puppen und ihre Kleider steht.

Bei den Puppen fühlt sie sich besonders wohl

Ingrid Busack bleibt stehen, mustert die Auswahl und überlegt, welches Spielzeug sie für das Bild in die Hand nehmen soll. „Ich kann mich gar nicht entscheiden, die sind alle so hübsch“, sagt sie lachend, ehe sie zu einer Babypuppe mit dunklem Wuschelkopf greift und sie anlächelt. Für einen Moment blitzt da die Puppenmama von einst durch.

Kontakt

Haben auch Sie in Ihrem Geschäft, Ihrem Betrieb eine langjährige „Tresenkraft“, die wir Ihrer Ansicht nach einmal vorstellen sollten? Dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf: Telefon 04231/801142 oder per E-Mail an redaktion.verden@kreiszeitung.de, Stichwort „Hinterm Tresen“.

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