„Ein Ende wird es nicht geben“

Café-Konditorei Erasmie am Scheideweg: Sybille Jackl will einen Neuanfang

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Nach schwierigen Wochen können Sybille Jackl (l.) und ihre langjährige Mitarbeiterin Antje Rust (r.) wieder lächeln.

Verden - Von Erika Wennhold. Der finale Weg ist zwar noch nicht gefunden, doch es zeichnen sich welche ab: Konditormeisterin Sybille Jackl wird mit ihrem Café umziehen. Ob es dann noch Erasmie heißen wird, ist eines von mehreren Fragezeichen, mit denen sich Sybille Jackl zusammen mit ihrem Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Marc Kampfenkel, auseinandersetzen muss, bevor sie neu durchstarten kann.

Eine Nachricht, die viele Verdener erschüttern wird, vor allem jene, die hier schon als Schüler ihren Treffpunkt hatten. Aber auch Kunden, die feinste Konditorware noch zu schätzen wissen und regelmäßig schwere Entscheidungen vor den Glasscheiben am Verkaufstresen treffen mussten. Für sie gibt es aber eine gute Nachricht: Es wird weiter auf hohem Niveau gebacken. „Ich bin Herzblutkonditorin“, schwärmt Sybille Jackl von ihrem Werdegang und der frühen Meisterprüfung mit 23 Jahren – Zeugnis ihres Ehrgeizes und Anspruchs an Qualität. „Wenn ich ins Café komme, bin ich immer noch fasziniert von den Düften, die sich hier mischen und von den lieben Kunden, die ich antreffe.“ So ist es für sie selbstverständlich, mehrmals am Tag von Tisch zu Tisch zu gehen und mit ihren Stammgästen auch schon mal ein längeres Pläuschchen zu halten.

Fast wäre ihre Welt nun zusammengebrochen. Vor sechs Wochen musste die Inhaberin der alteingesessenen Konditorei Insolvenz anmelden. Inzwischen kann sie wieder lachen, denn die Dinge entwickeln sich positiv. Das bestätigt Insolvenzverwalter Kampfenkel. „Es wird kein Ende geben, sondern einen Neuanfang. Der beginnt mit der Stabilisierung. Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter sind zunächst verunsichert.“ Es sei inzwischen gelungen, dies zu überwinden, um gut über die Zeit zu kommen. Kampfenkel spricht von einer großen Solidarität, die im dreimonatigen Insolvenzverfahren einen enormen Stellenwert hätte.

Wichtigste Erkenntnis zu Beginn: Die Räumlichkeiten der Café-Konditorei Erasmie und die damit verbundenen Betriebskosten sind zu groß. Sybille Jackl will sich verkleinern. Möchte aber in der Fußgängerzone bleiben, möglichst im südlichen Bereich. Leerstände gibt es genug, doch nicht alle eignen sich für ein Café.

Größtes Problem: die Produktionsstätte. Sie müsste ausgelagert werden. Hinter einer ersten Lösung steht seit ein paar Tagen wieder ein Fragezeichen.

Sybille Jackl: „Ich bin es gewohnt zu kämpfen, das musste ich schon als Lehrling in einem von Männern dominierten Beruf.“ Ihr Ziel, zum 1. September an anderer Stelle neu zu eröffnen, behält sie fest im Auge. Jetzt heißt es abwarten, wo die Seiferthsche Spezialtorte oder all die anderen Leckereien aus der Jackl-Konditorei wieder hinter einer blankgeputzen Glasscheibe präsentiert werden.

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