FH als Nachnutzer gewünscht

Ungewisse Zukunft für die Klaus-Störtebeker-Schule: „Ein Abriss wäre fatal“

Die einstige Berufs- und spätere Hauptschule besteht aus vier Gebäuden, die zum Teil bereits aufwendig saniert wurden. Auf dem Bild sind drei davon zu sehen.
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Die einstige Berufs- und spätere Hauptschule besteht aus vier Gebäuden, die zum Teil bereits aufwendig saniert wurden.

Die Campus-Oberschule Verden soll künftig nur noch an einem Standort zu finden sein. Was aus den Gebäuden der Hauptschule wird, ist offen. Ein Abriss sollte dabei die letzte aller Möglichkeiten sein.

Verden – „Da blutet einem das Herz“, sagt Jens Richter, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion. „Das wäre ja fatal“, ist von Carsten Hauschild (SPD) zu hören. Sabine Mandel, Fachbereichsleiterin Bildung und Kultur fände es schade. Und Rasmus Grobe von den Grünen sagt, ein Abriss sei nicht das erste, woran er denke angesichts der ehemaligen Klaus-Störtebeker-Schule am Meldauer Berg.

Aktuell nutzt die Campus-Oberschule das Gebäude-Ensemble aus den 60er-Jahren. Doch die Uhr tickt.

Oberschule Verden soll künftig nur noch Am Trift bestehen

Mittelfristig soll es für die Oberschule nur noch einen Standort geben. Am Trift. So hat es der Rat beschlossen. Zuvor muss die Architektur dort allerdings dem neuen pädagogischen Konzept angepasst werden.

Was dann mit den vier Blöcken der einstigen Hauptschule passieren könnte, darüber soll man sich nun zunächst einmal im Rathaus Gedanken machen. Nachgefragt bei der Politik, ist schon mal klar, dass ein Abriss zugunsten der Schaffung von Bauland die wirklich allerletzte Alternative ist. Gewünscht ist vielmehr eine adäquate Nachnutzung, ideal, da sind sich alle einig, wäre die Ansiedlung einer Fachhochschule. Carsten Hauschild bringt dabei noch die Idee ins Spiel, in Teilen des Komplexes Wohnraum zu schaffen für die Schüler der FH. Das wäre dann quasi ein weiterer Campus auf dem Areal.

Aber „es muss einen realen Bedarf erfüllen“, betont Rasmus Grobe. Und noch eins ist dem grünen Ratsherren wichtig: Weitere Umbauten sollten nicht von der Stadt finanziert werden.

Die Fenster sind neu und zum Teil mit Sonnenschutz ausgestattet.

In den zurückliegenden zehn Jahren hat Verden bereits kräftig in den Schulstandort investiert. Mehr als drei Millionen Euro, grob geschätzt, flossen laut Ralf Heinrich von der Gebäudeunterhaltung in die vier Blöcke. Eine Mensa samt Ausgabeküche entstand, neue Fenster, teilweise mit äußerem Sonnenschutz versehen, wurden eingebaut, die Elektrik, Sanitäranlagen und Heizung zumindest in Teilen saniert. Regen- und Schmutzwasserkanal sind neu. Und alle vier Blöcke erhielten Aufzüge.

Mit der Gründung der Oberschule kam dann der Sanierungsstopp, weil niemand wusste, wohin genau der viel zitierte Verdener Weg zur Schaffung einer neuen Schullandschaft führen würde. Wer immer also der Nachnutzer der Klaus-Störtebeker-Schule ist, wird weiteres Geld in die Gebäude stecken müssen. So viel ist klar.

Klar ist auch: Die Campus-Schule an zwei Standorten macht keinen Sinn. „Abstrus“, nennt es Rektor Christian Piechot, wohl wissend, dass Schüler und Team noch eine ganze Weile damit leben müssen.

Gutachter überprüft Möglichkeiten eines Umbau am Trift

Mindestens zehn Millionen Euro, vielleicht sogar das Doppelte, muss die Stadt investieren, damit aus Klassenzimmern Lernlandschaften und Labore werden. Inwieweit das Gebäude für einen solchen Umbau überhaupt geeignet ist, prüft derzeit ein externer Gutachter. Bis zum Jahresende soll seine Expertise vorlegen.

Die große Pausenhalle kennen die Ratsmitglieder mittlerweile gut, finden dort doch aktuell die Sitzungen des Stadtrates statt.

Kommt er zu dem Ergebnis, dass das Gebäude sich nicht umbauen lässt, „dann fangen wir wieder von vorne an“, formulierte es Wolfgang Tobias, Leiter der städtischen Abteilung Hochbau. Gibt der Gutachter aber grünes Licht, so bilden seine Erkenntnisse die Basis für die weiteren Planungen, die Ausschreibung des Architektenwettbewerbs und dann auch das Aufstellen eines Zeitplans. Tobias: „Das eine steht vor dem anderen.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Verden: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Danach befragt, wann der Umbau denn spätestens fertig sein sollte, antwortet Christian Piechot lachend: „Anfang dieses Schuljahres.“ Inzwischen ist die Oberschule bis in den Jahrgang acht hochgewachsen, nur die Klassen neun und zehn gehören noch zur Haupt- und zur Realschule, die somit in zwei Jahren auslaufen.

Ein Relikt mit Charme: Ein Fliesenspiegel in der Pausenhalle erinnert daran, dass in den Gebäuden einst die Berufsschule untergebracht war.

Piechot weiß, dass bis dahin kein Umbau erfolgt sein wird. Seine Hoffnung richtet er zunächst darauf, dass für das Projekt ein erfahrener Planer gewonnen wird, der die Anforderungen der Pädagogik architektonisch umzusetzen weiß. Eigenständiges Lernen, nach dem eigenen Tempo, braucht andere Räume als klassischer Frontalunterricht. Das merkt das Kollegium bereits jetzt. Christian Piechot: „Es wird jedes Jahr schwieriger, dass wir das tun können, was wir tun wollen.“  

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