Ein „abenteuerlicher“ Baustart

Arbeiten zur Erweiterung von Kita und Grundschule Walle haben begonnen

„Das ist Abenteuer pur“, kommentiert Kita-Leiterin Simone Fischer den Baustart aus der Perspektive der Kinder. Sie zeigten großes Interesse an den Arbeiten – und an den großen Maschinen.
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„Das ist Abenteuer pur“, kommentiert Kita-Leiterin Simone Fischer den Baustart aus der Perspektive der Kinder. Sie zeigten großes Interesse an den Arbeiten – und an den großen Maschinen.

Verden-Walle – „Ausgerechnet jetzt!“, mag manch Waller Kita-Kind Freitag gedacht haben. „Ausgerechnet jetzt, wo es endlich losgegangen ist, fangen die Ferien an.“ Schweres Gerät bearbeitet seit Anfang der Woche die Fläche an der Straße Achtern Hoff. Von der Terrasse aus konnten die Kleinen wie von der Loge aus beobachten, was Bagger und Radlader so alles wuppen können.

„Für die Erweiterung der Kita und Grundschule Walle durch einen Verbindungsbau haben am Montag, dem 20. Juli, planmäßig die Bauarbeiten begonnen“, formuliert die städtische Abteilung Hochbau ganz förmlich, was in der Ortschaft bereits für das vergangene Jahr erwartet wurde. Außerdem teilen die Hochbauer mit, und das ist vor allem wichtig für die Haushalter der Stadt: „Der Kostenrahmen wird eingehalten.“

Circa 4,15 Millionen Euro sind veranschlagt für den Bau, der Schule und Kita dann auch räumlich miteinander verbindet. Zusammen arbeiten tun beide Einrichtungen schon lange.

Fertigstellung des Gebäudes und Einzug stehen für den 2. August 2021 im Terminkalender. In den Monaten dazwischen würden die Mädchen und Jungen aus den beiden Einrichtungen noch viel zu sehen bekommen, verspricht Wolfgang Tobias, der Leiter der Hochbau-Abteilung.

Nach den Sommerferien könnte bereits der Beton für die Sohle angeliefert werden, berichtet er. Später würden dann die Bautafeln für die Holzkonstruktion auf Tiefladern kommen. Auch das wird für die Kinder das sein, was Kita-Leiterin Simone Fischer mit den Worten „Abenteuer pur“ beschreibt. Schon beim Start am Montag hätten die Kleinen „gestaunt, was da alles los ist“. Nach den Ferien wird das Treiben vor dem Haus im übertragenen Sinne auch in der Kita Einzug halten.

Weil Corona die gruppenübergreifende Arbeit unmöglich macht, bleiben alle unter sich. Im neuen Kita-Jahr wählt jede Gruppe ein Thema aus, dem sie sich in den folgenden Wochen widmen möchte. Schon jetzt steht fest: Die „Baustelle“ ist auf jeden Fall dabei.

„Auch dazu kann man nach dem Orientierungsplan arbeiten“, betont Simone Fischer. „Bauleute helfen einander“, nennt sie ein Beispiel für die Förderung der sozial-emotionalen Seite. Das Malen und Basteln von Fahrzeugen oder Gebäuden wiederum gehört zur ästhetischen Bildung.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass es jetzt endlich losgeht“, fasst Simone Fischer die Stimmung zusammen. Der verspätete Baubeginn sei auch für das Kita-Team mit Aufwand verbunden gewesen. Umso dankbarer ist sie für den großen Zusammenhalt in der Ortschaft.

Zwar hätten die Kinder im Außenbereich auch nach dessen Rodung weiter toben können. Zusätzlich stehe ihnen aber der öffentliche Spielplatz am Schulberg exklusiv zu Verfügung. Der hölzerne Pavillon, der auf dem Kita-Gelände keinen Platz mehr findet, befindet sich nun im Besitz des TV Walle. Er steht aber gleich hinter der Sporthalle, kann also von den Kindern weiterhin besucht und genutzt werden. Gefreut habe man sich über den Einsatz der Firma Gätje. Diese habe das vor 20 Jahren von ihr errichtete Spielgerätehaus so umgesetzt, dass es weiterhin zur Verfügung steht. „Solche Dinge erleichtern uns als Kita den täglichen Betrieb“, sagt Simone Fischer mit großer Begeisterung.

Auch Ortsbürgermeister Detlef Peterson lobt die Hilfsbereitschaft der Waller. Die mehr als einjährige Verzögerung habe beispielsweise dazu geführt, dass die Grundschule zum neuen Schuljahr keinen Werkraum mehr hat. Hier habe der Heimatverein unkompliziert geholfen und der Schule im Heimathaus einen entsprechenden Unterrichtsraum zur Verfügung gestellt.

Und noch etwas Positives hat Peterson festgestellt: Nach der öffentlichen Ausschreibung habe ein Waller Bauunternehmen den Zuschlag für die Rohbauarbeiten erhalten. „Waller bauen für Walle“, freut sich der Ortsbürgermeister.

Bedauerlich findet Peterson es jedoch, dass es keinen öffentlichen Spatenstich zu dem langersehnten Baubeginn gegeben habe. Das wäre „ein gutes Signal und eine Wertschätzung für die Waller gewesen“.

„Die Betreuer, Lehrkräfte und Leitungen hätten aus meiner Sicht einen solchen würdigen Termin verdient gehabt“, so der Ortsbürgermeister. Sie hätten in den vergangenen Monaten aufgrund fehlender Räumlichkeiten immer wieder improvisieren müssen. „Und was noch viel schwieriger war, man musste die aufgebrachten Eltern immer wieder beschwichtigen“, fügt Peterson hinzu.

„Wir haben im Rathaus darüber diskutiert“, erwidert Andreas Schreiber, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen habe man dann davon abgesehen. Sein Trost: „Wenn die Zeiten es denn zulassen, wird es sicher ein Richtfest geben.“  kp

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