Beim Kindergarten Hönisch soll angebaut werden

Eilig und mit Qualität

Auf das Gelände der Kita-Hönisch soll in der Mitte des Gebäudes ein Modul gesetzt werden, das auf circa 240 Quadratmetern Platz für zwei Gruppen- und einen Ruheraum bietet. - Foto: Wienken

Verden - Von Markus Wienken. Der Kindergarten in Hönisch soll größer werden. Und zwar möglichst schnell. Die einfachste Lösung: Ein sogenanntes Modul, 30 mal 8,50 Meter groß, bietet Raum für jeweils eine Krippen- und eine Kitagruppe. Platz findet der Anbau, der mittig an das Haupthaus gesetzt werden soll, im rückwärtigen Bereich des Geländes.

Gleich drei städtische Gremien waren am Mittwochabend dort zusammengekommen, wo gebaut werden soll, in der Kita-Hönisch am Barneschweg. Neben Ortsrat und dem Ausschuss für Sport, Jugend und Soziales saßen auch die Mitglieder des Finanzausschusses mit am Tisch. „Es ist ein wenig Eile geboten, daher bin ich froh, dass wir diesen gemeinsamen Termin gefunden haben“, so Bürgermeister Lutz Brockmann zu Beginn der Sitzung. Die Stadt, so der Verwaltungschef, stehe in der Pflicht, jeder Familie den Wunsch nach einem Krippen- oder Kindergartenplatz zu erfüllen. „Dafür gibt es einen Ratsbeschluss, den alle Parteien mitgetragen haben.“

Um den zu erfüllen, müssen sich Eltern derzeit in Geduld üben, denn es gibt zu wenig Plätze. Hans-Jürgen Bohling, Fachbereichsleiter Bildung und Kultur, führt eine Liste, wonach für das Jahr 2016/17 rein rechnerisch 45 Kindergarten- und 14 Krippenplätze im gesamten Stadtbereich fehlen werden. „Es besteht also Handlungsbedarf“, so Bohling. Und: „Bei diesen Zahlen sind die zu erwartenden Anmeldungen von Kindern aus Flüchtlingsfamilien noch nicht mal berücksichtigt worden“, so Bohling.

Die Stadt schaute genau hin und stellte fest, dass vor allem in Hönisch der Bedarf an Platz besonders groß ist. Schon nach der Eröffnung der viergruppigen Einrichtung im Jahre 2012 war schnell deutlich geworden, dass die Nachfrage die Zahl der vorhandenen Plätze übersteige. Hönischer Eltern müssen mit ihren Kindern daher in andere Einrichtungen im Stadtgebiet ausweichen. Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil gehen jüngste Zahlen sogar davon aus, dass 2016/17 wahrscheinlich 11 Kindergarten- und 13 Krippenplätze fehlen. „Die aktuell sehr hohe Nachfrage werden wir nicht durch die Verteilung auf andere Einrichtungen befriedigen können, da es kaum noch freie Plätze gibt“, so Bohling.

Angesichts des drohenden Engpasses schlägt daher die Verwaltung eine zeitlich begrenzte mobile Lösung vor. Hönisch sei dabei der ideale Standort, es sei auf dem Gelände viel Platz und der Bedarf in der Ortschaft sei am höchsten. Außerdem könnten Kinder, die bislang in anderen Einrichtungen untergebracht sind, ebenfalls im Ort bleiben. „So gewinnen wir an anderer Stelle zusätzliche Plätze“, rechnete Bohling vor.

Wolfgang Tobias stellte für die Stadtverwaltung den möglichen Anbau vor. Neben den zwei Gruppenräumen für Kita und Krippe sind ein Differenzierungsraum mit Schlafplätzen sowie ein Sanitärbereich vorgesehen. Der Anbau ist über einen vorgelagerten Flur, wo Garderobe und Abstellflächen zu finden sind, mit dem Haupthaus verbunden. Außerdem gibt es zum Garten hin einen eigenen Eingang. „Die Modulbauweise entspricht den aktuellen energetischen Erfordernissen“, ergänzte Tobias.

Bildungskoordinatorin Dr. Christiane Morré sprach von einer besonderen Situation, sieht aber alle Betroffenen mit im Boot. „Wir haben betroffene Eltern in Hönisch angeschrieben, und viele sind bereit, bis Herbst auf einen Platz zu warten.“ Und: „Trotz Schnelligkeit geht es nicht um eine sparsame, sondern hochwertige Lösung“, versicherte sie.

Im Herbst soll das Modul stehen

Hält das Tempo vor, mit dem die Verwaltung das Projekt angeht, könnte der Anbau im November stehen. Etwa 400 000 Euro Kosten hat Kämmerer Andreas Schreiber angesetzt. „Die außerplanmäßige Ausgabe kann durch Liquiditätseinsparungen in diesem Jahr beim Neubau der Feuerwehr Verden gedeckt werden“, so der Kämmerer. Möglichen Kritikern versuchte er, den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Der für die Feuerwehr veranschlagte Betrag wird in 2016 nicht in vollem Umfang benötigt und kann im Haushalt 2017 nachfinanziert werden. Verzögerungen wird es nicht geben.“

Stimmten Ortsrat und Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales dem Vorhaben mehrheitlich zu, gab es Einwände aus dem Finanzausschuss. Sowohl Jens Richter (CDU) als auch Jürgen Weidemann (FDP) befürworteten zwar die Maßnahme, kritisierten die Finanzierung aber als Verstoß gegen das Handlungskonzept. „Da gibt es noch Beratungsbedarf“, so Richter. Ingo Neumann (SPD) appellierte an die Runde, angesichts der gebotenen Eile keine Zeit zu verlieren, wollte aber belastbare Zahlen vom Kämmerer. „400 000 Euro mit allem drum und dran werden nicht reichen. Ich sehe uns eher bei 650 000 Euro. Bis zur Sitzung des Verwaltungsausschusses brauchen wir eine genaue Liste der einzelnen Posten.“ Liegt die vor, so das Signal der Runde, stehe dem Modul-Neubau nichts mehr im Wege.

Zustimmung findet der Anbau auch in den Reihen der Kita. Leiterin Birgit Rohde ist mit ihrem Team von Beginn an in die Pläne eingebunden und kann ihre Erfahrungen einbringen. „Sechs Gruppen sind viel. Es wird Veränderungen und zusätzliche Belastungen geben, aber wir sind flexibel“, betonte sie. - mw

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