Ehrliche Antworten zum Tod

Helene Düperthal liest aus „Wie kommt der große Opa in die kleine Urne?“

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Willy Hilling von Feuerbestattungen Verden, Autorin Helene Düperthal und Initiatorin Silke Ahrens (v.l.).

Verden - Ein Gespräch über den Tod mit einem Kind zu führen, scheuen viele Menschen aus Angst, etwas Falsches zu sagen. Dabei begegnen Kinder dem Tod mit Neugier und zeigen viel weniger Voreingenommenheit als Erwachsene. Diese Erfahrungen hat auch die Bestatterin Silke Ahrens aus Kirchlinteln schon oft gemacht.

Es sind Erfahrungen, die sie mit Helene Düperthal teilt. Die Autorin las auf Initiative von Ahrens in Räumlichkeiten der Feuerbestattungen Verden vor kleinem Publikum aus ihrem von Daniela Veit wunderschön illustrierten Kinderbuch „Wie kommt der große Opa in die kleine Urne?“.

Tim ist traurig. Sein Opa ist tot, nun steht die Urnen-Beisetzung an. Aber was ist das? Der Junge ist ratlos. Da taucht mit einem Mal die Bärin Leila auf. Sie nimmt ihn ernst und macht sich für ihn auf den Weg. Sie will es wissen: Wie kommt der große Mensch in die kleine Urne?

Eingebettet in die Geschichte, erklärt die Autorin Kindern das schwierige Thema der Urnenbeisetzung. Und zwar nicht tieftraurig, sondern gefühl- und hoffnungsvoll und realistisch, da sie die Dinge offen beim Namen nennt. „Kinder brauchen ehrliche Antworten auf ihre Fragen“, so Düperthal, die sich als Trauerrednerin und Trauerbegleiterin seit 30 Jahren mit diesem Thema beschäftigt. „Kinder stellen Fragen, die sich mancher Erwachsene schlichtweg nicht traut“, sagt die Autorin weiter. Und dazu gehöre auch die, wie der große Opa in die kleine Urne kommt.

Ein Kritiker schreibt, das Helene Düperthal mit diesem Buch ein wahres Meisterwerk der Aufklärung gelungen sei, da sie auf ebenso einzigartige wie subtilen und kindergerechten Art Tatsachen beschreibe, über die viele Erwachsene noch nicht einmal nachdenken wollten.

Die Autorin, die ihre berührende Geschichte auf der Basis ihrer Erfahrungen geschrieben hat, sagt, dass Kinder bis drei Jahre noch keine konkrete Vorstellung vom Tod haben, sondern erlebten, wie ein Verstorbener nicht mehr da sei und nicht wieder komme.

Ältere Kinder könnten sich kaum vorstellen, dass etwas „für immer“ zu Ende sein könne, für sie sei auch ein bisschen tot vorstellbar. So malten sich Kinder durchaus aus, wie ein toter Mensch im Grab weiterlebe. „Bis zum Alter von acht, neun Jahren gehen Kinder ganz unbefangen mit dem Thema um. Die Hemmnisse kommen erst später. Die Kinder passen sich den Reaktionen der Erwachsenen an“, beschreibt Düperthal. 

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