Ehemalige Lehrerinnen geben ehrgeizigen Flüchtlingen Deutschunterricht

Alltagstauglichkeit geht vor Grammatik

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Heidi Weidemann bringt den Teilnehmern bei, sich durch die erlernte Sprache im Alltag zu verständigen.

Verden - Flüchtlinge jeden Alters, derzeit untergebracht in der Sporthalle der BBS, treffen sich regelmäßig zum Deutschunterricht im Alten Schulhaus in Dauelsen. Etwa 30 Personen werden von Montag bis Freitag von ehemaligen Schullehrerinnen unterrichtet. Dabei lernen die Flüchtlinge erste Grundkenntnisse der deutschen Sprache.

„We love to study Deutsch" („Wir lieben es, Deutsch zu lernen"), sagt Marwa Alshektanu (32). Die Syrerin spricht Arabisch und gehört zu den 30 Flüchtlingen, die im Alten Schulhaus in Dauelsen unterrichtet werden. Mit großem Enthusiasmus hat sie sich freiwillig für den Kurs gemeldet.

Den Teilnehmern wird beigebracht, sich im Alltag zu verständigen und sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden. Pensionierte Lehrerinnen wie Renate Lange unterrichten die Syrer und Iraker ehrenamtlich seit Beginn des Kurses Ende Oktober: „Wir empfinden den Unterricht als positiv und bereichernd. Faszinierend sind vor allem die Eindrücke der Schüler, wenn man bedenkt, was sie bisher erlebt haben." Auch die Kursteilnehmer sind froh und dankbar für solch eine Möglichkeit.

Die Schüler besitzen Deutschhefte, die im Unterricht benutzt werden und beim Lernen helfen. Weitere Lernmittel sind zum Beispiel Uhren für das Erlernen der Uhrzeit, sowie Bilder, die Situationen im Alltag zeigen. Denn es geht in dem Unterricht nicht primär darum, die Sprache stets grammatikalisch korrekt zu vermitteln, sondern sich in dem neuen Land zurecht zu finden und Hindernisse zu überwinden.

Hindernisse gibt es auch für die Lehrerinnen, wenn es neue Teilnehmer dazukommen, mit denen sie ganz von vorne anfangen müssen. Das erschwert den Unterricht.

Marisa Talbout (43) aus Syrien gehört zu den Fortgeschrittenen. Neben ihrer Muttersprache Arabisch spricht sie auch Englisch. So hilft sie sowohl den Lehrerinnen als auch den anderen Flüchtlingen bei jeglichen Übersetzungen.

„Es ist toll zu sehen, was für eine große Freude die Flüchtlinge am Lernen der deutschen Sprache haben," sagt Karin Fastenau. Die Lehrerinnen sind besonders begeistert von der positiven und freundlichen Art der Flüchtlinge, da sie sehr zuvorkommend sind.

Obwohl sie alle aus unterschiedlichen Ländern kommen, sind sie nett und hilfsbereit zueinander. Dabei spielt es keine Rolle, welche Sprache sie sprechen, weil sie durch das gemeinsame Lernen zusammen kommen und ein und dasselbe Ziel haben: Sie wollen Deutsch lernen.

nas

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