Schutz vor Schadprogramm Emotet

E-Mails erreichen Finanzamt nicht - ohne Hinweis für die Kunden

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Wer sicher sein will, dass seine Unterlagen ankommen, sollte sich althergebrachter Methoden bedienen. „Fax, Brief oder vorbeibringen“, empfiehlt Frank Hofmann, Vorsteher des Verdener Finanzamtes.

Landkreis – Emotet ist ein hinterhältiger Geselle. Hinter dem Namen, der ein wenig an die ägyptischen Könige erinnert, verbirgt sich ein Computer-Schadprogramm, das laut Wikipedia auf modernere Versionen des Betriebssystems Windows von Microsoft abzielt und es vor allem auf das Abfangen von Online-Banking-Zugangsdaten abgesehen hat. Aber auch darüber hinaus könne es einiges an Schaden anrichten. „Opfer der Schadsoftware sind vor allem Behörden und Unternehmen“, schreibt Wikipedia.

Weil das so ist, hat das Niedersächsische Finanzministerium reagiert und den E-Mail-Verkehr massiv eingeschränkt. Dies betreffe alle Bürger, Unternehmer und Freiberufler, die sich per E-Mail an ihr Finanzamt wenden möchten und Office-Dokumente, zum Beispiel Word-, Excel- oder Power-Point-Dateien, im Anhang übersenden oder Hyperlinks in der E-Mail nutzen, schreibt das Ministerium in einer Pressemitteilung. Für Steuerberater sowie Nutzer der „Elster“-Software allerdings habe dies keine Auswirkungen.

Dennoch: In Soltau sei man „in nicht unerheblicher Weise von den Schutzmaßnahmen der Landesverwaltung betroffen“, formuliert es Vorsteher Jörg Zimmermann. Es führe „zu massiven Kommunikationsstörungen zwischen Bürger/Unternehmen und Finanzamt und belastet damit die für uns übliche Serviceorientierung“, so Zimmermann. 

„Wir machen das ja nicht aus Spaß“

Sein Kollege Frank Hofmann in Verden bestätigt, dass seine Kollegen und er in der täglichen Arbeit behindert sind. Die Behörden bedauerten die Umstände sehr. Aber „wir machen das ja nicht aus Spaß“, betont Hofmann. „Wir wollen unser landesweites Netzwerk nicht zerstören.“

Zahlreiche E-Mails von Bürgern und Betrieben laufen derzeit schlichtweg ins Leere. Ohne, dass der Absender eine Fehlermeldung erhält. Das ist vor allem dann misslich, wenn es um die Wahrung von Fristen geht.

„Bestimmte Inhalte werden herausgefischt und gelöscht“, umschreibt Frank Hofmann die Maßnahmen zur Cybersicherheit. Die jeweils angeschriebene Finanzbehörde erfahre lediglich die E-Mail-Adresse des Absenders und den Inhalt der Betreffzeile. Da fällt die Rückverfolgung schwer. Hofmanns Tipp lautet deshalb: „Ins Betreff die Steuernummer schreiben. Dann kommen wir weiter.“ Plan B wäre die Rückkehr zu den alten Kommunikationswegen: „Fax, Brief oder vorbeibringen.“ Denn wann die Sicherheitsmaßnahmen wieder heruntergefahren werden können, ist laut Ministerium zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.

Die Kontaktdaten

Finanzamt Verden, Bremer Straße 4, 27283 Verden oder Postfach 1340, 27263 Verden, Fax 04231/919310.

Finanzamt Soltau, Rühberg 16-20, 29614 Soltau oder Postfach 1243, 29602 Soltau, Fax 05191/ 807100.

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