Serie Frauen in der Feuerwehr (Teil 6): Pia Haroth aus Verden

Durchgestartet

Pia Haroth mit grüner ABC-Schutzkleidung.
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Erst mit 18 Jahren kam Pia Haroth zur Freiwilligen Feuerwehr. Seitdem hat die Verdenerin zahlreiche Lehrgänge besucht, unter anderem für ABC-Einsätze (vor ihr die grüne Schutzkleidung).

Bei den Ortswehren im Verdener Stadtgebiet sind immer mehr Frauen im Einsatz. Eine von ihnen ist Pia Haroth. Die junge Frau trat erst mit 18 ein, damals bei der Ortswehr in Walle, inzwischen gehört sie der Verdener Wehr an. Bei Null angefangen und dann durchgestartet, so lässt sich ihr Engagement bis hierhin zusammenfassen.

Verden – Wer über Frauen in den Verdener Feuerwehren schreibt, kommt an Pia Haroth nicht vorbei. Mit 18 Jahren trat die heute 31-Jährige der Waller Ortswehr bei. „Der Liebe wegen“, sagt sie lachend. Ihr damaliger Freund sei ebenfalls Mitglied der Waller Wehr. Sie und er sind heute zwar kein Paar mehr. Die Liebe zur Feuerwehr, inzwischen zu der in Verden, die ist aber geblieben. Bei Pia Haroth drückt sie sich in großem Engagement auf zahlreichen Ebenen aus.

„Als Quereinsteigerin fängt man bei Null an“, stellt Pia Haroth jedoch erst einmal fest. Im Alter von 18 trat sie direkt der Einsatzabteilung bei. Ohne die Vorkenntnisse, die sich andere schon in der Jugendwehr aneignen. Seitdem hat die Verdenerin allerdings mächtig aufgeholt.

Die junge Frau zählt auf – und muss dabei schon ein bisschen aufpassen, den Überblick nicht zu verlieren. An den obligatorischen Truppmannlehrgang schlossen sich weitere Qualifikationen an. Inzwischen ist Pia Haroth auch Truppführerin, Sprechfunkerin, Atemschutzgeräteträgerin, zusätzlich ausgebildet in Such- und Rettungstechniken. Sie absolvierte Lehrgänge für technische Hilfeleistungen, den ABC-Einsatz und darf mit der Motorsäge arbeiten. Sie hat den Lkw-Führerschein, ist inzwischen selber in der Truppmann-Ausbildung tätig.

Als Brandschutzerzieherin, hier am Rauchhaus, rückt sie zu Grundschulen und Kindergärten aus.

Ach ja, als Brandschutzerzieherin rückt sie, wenn nicht gerade Corona ist, auch gerne mal zu Kindergärten und Grundschulen aus. Am sogenannten Rauchhaus erklärt Pia Haroth den Mädchen und Jungen, wie sie sich im Brandfall verhalten sollen.

Sie ist eine von sechs Aktiven, die das just für die Verdener Wehr angeschaffte Motorrad fahren darf. Und im vergangenen Jahr wählten Kameradinnen und Kameraden sie in die Gruppenführung. Damit ist Pia Haroth auch Teil des Ortskommandos. Jetzt wartet sie darauf, sich auch auf der Führungsebene zu beweisen.

„Allrounder“ nennt sich die 31-Jährige angesichts ihrer vielfältigen Funktionen. Sie spiegeln genau das wider, was Pia Haroth so an der Feuerwehr schätzt: „Dass man viel lernen, sich viel aneignen kann.“

Beruflich auf einer Intensivstation tätig

Auch das Technische, das Handwerkliche habe sie gereizt, sagt sie, denn beruflich sei sie ebenfalls „in einem sehr technischen Bereich“ tätig. Pia Haroth ist ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin, arbeitet auf der chirurgischen Intensivstation des Rotenburger Agaplesion Diakonieklinikums, umgeben von medizinischem Hightech.

Ein ums andere Mal hat sie dort Menschen als Patienten wiedergetroffen, die sie gemeinsam mit anderen am Tag zuvor gerettet hat. Dann sei es schön zu sehen, wenn der Einsatz ein Happy End gehabt habe, sagt sie. Das sei aber leider nicht immer der Fall.

„Ich möchte keine Sonderbehandlung“

In der Rotenburger Klinik ist die Verdenerin in einen Drei-Schicht-Betrieb eingebunden. Für den ehrenamtlichen Einsatz bei der Feuerwehr ist das von großem Vorteil. „So bin ich auch zu Tageszeiten verfügbar, zu denen andere arbeiten“, erklärt sie. Manchmal übertreibt sie es dann aber doch – und steht auch schon mal nach gerade zwei Stunden Schlaf auf, wenn der Pieper geht. Was sie immer wieder aufs Neue antreibt? „Wenn ich in der Bredouille wäre, würde ich auch wollen, dass jemand kommt und mir hilft“, sagt sie schlicht.

Apropos helfen: Unterstützung bei der Feuerwehr, „nur“, weil sie eine Frau ist, die benötigt Pia Haroth nicht. „Die Männer gucken schon mal: Wat kann se, wat kann se nich“, sagt die junge Frau lachend. Dann aber stellt sie unmissverständlich dar: „Ich möchte keine Sonderbehandlung. Ich kann das, ich möchte das alleine machen.“ Und Pia Haroth liefert auch den Grund dazu: „Wenn’s hart auf hart kommt, muss sich es auch gewuppt kriegen. Es wäre gefährlich, da einen Unterschied zu machen.“

Von Katrin Preuss

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