Schwerer Unfall auf Kreisstraße 28

Autofahrer ignorieren Durchfahrtsverbot in Scharnhorst

Aus Richtung Verden kommend ist die Durchfahrt für Anlieger frei.
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Aus Richtung Verden kommend ist die Durchfahrt für Anlieger frei.

Verden –  Durchfahrtsverbote werden immer wieder ignoriert, weiß der Leiter der Kreisstraßenmeisterei, Ulrich Fricke. Am vergangenen Sonntag hat dies allerdings vermutlich zu einem schweren Unfall geführt. 

Noch wird ermittelt, wie es am Sonntag zu dem schweren Unfall auf der Kreisstraße 28 in Scharnhorst gekommen ist, bei dem drei Menschen schwer, zwei davon lebensgefährlich, verletzt wurden. Ein Grund könnte die Baustelle sein, die den Ort seit Wochen und noch bis Anfang September durchzieht. Für den Durchgangsverkehr ist sie komplett gesperrt, Anlieger können aus Richtung Verden ihre Grundstücke jedoch erreichen. Lediglich aus Richtung Flugplatz Scharnhorst gibt es eine Vollsperrung im Bereich des Eisenbahntunnels. Diese Absperrgitter würden immer mal wieder beiseite geräumt, um weite Umleitungen zu umgehen, sagen die Mitarbeiter der Baufirma, die jeden Tag vor Ort sind und am Feierabend dafür sorgen, dass die wieder vorschriftsmäßig aufgestellt sind – manchmal auch zwischendurch, wenn wieder mal ein Autofahrer die Umleitung vermeiden wollte.

Für Ulrich Fricke, Leiter der Kreisstraßenmeisterei, ist das nichts Neues. „Davon, dass Autofahrer Durchfahrtsverbote einfach ignorieren, hören wir immer wieder.“ Deshalb könne man da jedoch nicht ständig Polizeikontrollen fordern. Zu den Aufgaben der Mitarbeiter der ausführenden Baufirma gehöre jedoch, einmal am Tag die Absperrungen zu kontrollieren.

Und das täten sie auch, bestätigen die Tiefbaumitarbeiter. „Jeden Abend, wenn wir die Baustelle verlassen, ist alles vorschriftsmäßig. Aber am nächsten Morgen meistens schon nicht mehr.“ Selbst am Tage, wenn sie vor Ort seien, beobachteten sie das eine oder andere Fahrzeug, dass sich Platz durch die Absperrung verschafft.

Auch am Sonntag, als sich der schwere Unfall ereignete, waren im Bereich des Eisenbahntunnels an der Straße Im Brink die Absperrgitter halbseitig beiseitegeschoben. Das hatte seinen Grund: Im Bereich des Flughafens Scharnhorst war ein Kleinflugzeug beim Anflug abgestürzt. Der Pilot blieb unverletzt, jedoch waren jede Menge Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, der Polizei und der Rettung vor Ort. Sie hatten den Weg durch die Baustelle genommen, um so schnell wie möglich an der Unfallstelle zu sein.

Vollsperrung ab Eisenbahntunnel. Hier wird Baumaterial gelagert.

Als sich später im Bereich des Tunnels ein schwerer Autounfall ereignete, war die Absperrung wohl noch nicht wieder komplett zurückgestellt worden. Der junge Fahrer des Autos muss jedoch auch die eindeutige Beschilderung ignoriert haben, auf die Ulrich Fricke von der Kreisstraßenmeisterei in diesem Zusammenhang hinweist.

Klar scheint jedoch zu sein, dass der Autofahrer der Barriere, die seine Fahrspur aus Richtung Scharnhorst kommend versperrte, ausweichen musste. Noch will die Polizei den Unfallhergang nicht weiter kommentieren, erst in den nächsten Tagen rechnet man mit weiteren Erkenntnissen.

Dem stellvertretende Ortsbürgermeister Friedrich Dunker ist von Autofahrern, die die sich bewusst über die Verkehrsregelung hinwegsetzen nichts bekannt. Für ihn ist die Beschilderung außerdem eindeutig. Auch Beschwerden sind bei ihm nicht angekommen.

In Scharnhorst wird seit Wochen an der Erneuerung der Ortsdurchfahrt K 28 gearbeitet. Zurzeit wird die Randeinfassung neu gemacht, danach wird die Deckschicht der Fahrbahn abgefräst und mit einer neuen Binde- und Deckschicht versehen. Die Arbeiten sollen Anfang September weitgehend abgeschlossen sein.

Von Erika Wennhold

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