Adel Abdala sucht vergeblich eine Bleibe

Dunkle Haut – keine Wohnung

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Das Team von Mega Sauna hofft, dass ihr Kollege Adel Abdala bald eine Wohnung findet (hinten v.l.) : Dennis Müller, Thomas Miege, Petra Meder, Jan Zippel, Marvin Meder; (vorn. v.l.): Gesellschafter Viktor Just, Adel Abdala mit den Bürohunden Luigi und Paula, sowie dem geschäftsführenden Gesellschafter Mike Meder. 

Verden - Adel Abdala (22) aus dem Sudan lebt seit knapp vier Jahren in Deutschland, seit eineinhalb Jahren ist Verden seine neue Heimat, hier fühlt er sich wohl. Der junge Mann hat bei der Firma Mega Sauna in der Max-Planck-Straße eine feste Vollzeitstellung, spricht sehr gut Deutsch und ist auch sonst voll integriert. Nur sein größter Wunsch nach einer eigenen Wohnung hat sich bislang noch nicht erfüllt. Weil Adel Abdala kein Deutscher ist, bekommt er nur Absagen.

Der junge Sudanese hat in seiner Heimat viele extrem schwere und kaum zu glaubende Hindernisse erlebt. Da sein Vater einer Oppositionspartei angehörte, wurde er ermordet, auch seine Söhne wurden verfolgt. Adel kam mit 13 Jahren ins Gefängnis, konnte später fliehen. Von seinem Bruder hat er nichts mehr gehört. Auf die dringende Bitte seiner Mutter, die um das Leben ihres Sohnes fürchtete, begab er sich als 17-Jähriger auf die gefährliche Flucht nach Deutschland. „Ich musste weg, sonst hätte man auch mich getötet“, sagt Adel Abdala.

Über die Arbeitsagentur machte der junge Mann im Mai des vergangenen Jahres ein achtwöchiges Praktikum als Lagerist bei der Firma Mega Sauna. „Er hat sehr gut gearbeitet, so dass ich ihm ab September einen Vollzeitjob angeboten habe“, erzählt der geschäftsführende Gesellschafter Mike Meder. Abdala habe seitdem viel gelernt und sich sehr gut integriert. Stolz ist der junge Sudanese auf seinen gerade bestandenen Staplerschein. Sein nächstes Ziel ist der Führerschein, darauf spart er schon. „Es ist heutzutage schwierig, Personal zu finden. Wir sind froh, dass wir Adel gefunden haben. Alle Mitarbeiter arbeiten gern mit ihm zusammen“, berichtet Meder.

Derzeit in einer Wohngemeinschaft

Da Adel Abdala einen regulär bezahlten Vollzeitjob hat, ist er von Sozialleistungen unabhängig und kann sich eine eigene Wohnung leisten. Momentan lebt er mit drei anderen jungen Männern in einer Wohngemeinschaft und muss sich mit einem Mitbewohner ein Zimmer teilen. Adel Abdala möchte seinen Weg in Deutschland weiter gehen und dazu gehört die eigene Bleibe. Seit längerem sucht er eine Ein- bis Zweizimmerwohnung in Verden. Er hat Anzeigen studiert, sich im Internet umgesehen und auch einen Makler hinzugezogen.

Doch spätestens nach dem Besichtigungstermin sei Endstation, erzählt er. Nicht selten wird die Wohnung anschließend wieder inseriert. „Wenn ich dann noch einmal anrufe, heißt es, die Wohnung ist vergeben“, sagt der junge Mann traurig. „Ich finde es schade, dass die Wohnungssuche so schwierig ist, nur weil Adel optisch nicht wie ein Deutscher aussieht“, bedauert sein Chef. Dabei wäre der junge Mann für die Vermieter ein Glücksgriff. Er ist ruhig sowie häuslich und würde auch gern in Haus und Garten mit anpacken.

Das gesamte Team von Mega Sauna steht hinter Adel Abdala und möchte ihn auf diesem Wege bei seiner Wohnungssuche unterstützen. Potenzielle Vermieter, die den jungen Sudanesen kennenlernen möchten, können daher gern in die Mega Sauna, Otto-Hahn-Straße 4, kommen oder sich unter 04231/ 720790 erkundigen. 

 ahk

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