Kurs „Darstellendes Spiel“ nimmt mit Inszenierung am „Adela“-Projekt teil

Dunkle Frauenseelen

Eine Szene aus dem Stück, das der Kurs aus seinem Beitrag zu „Tanz macht Schule“ entwickelt hat. - Fotos: Niemann

Verden - Der Kurs „Darstellendes Spiel“ vom Gymnasium am Wall hat die Inszenierung des klassischen Drama „Bernarda Albas Haus“ von Frederica Garcia Lorca dem aktuellen Theaterprojekt „Adela“ gewidmet. Am Freitag, 27. Mai, um 10 Uhr, gibt es eine öffentliche Aufführung in der Aula des Gymnasiums, zu der Interessierte herzlich willkommen sind. Der Eintritt ist kostenlos. Zudem wurde das Stück beim 32. Bundeswettbewerb der Schultheater der Länder vom 18. bis 24. September in Erfurt eingereicht.

An dem Wettbewerb können Theaterproduktionen aus allen Schulstufen und -formen teilnehmen, die die Bühne als Ort für Erfahrungen von Sprache und Sprechen entdecken und sich intensiv mit der Bedeutung, Funktion und Wirkung von gesprochener, gesungener oder bewusst abwesender Sprache beschäftigen.

Darum geht es in dem Stück: „Hier kommt keine lebend raus!“ Nach dem Tod ihres Mannes, verordnet Bernarda Alba gemäß katholischer Tradition ihren fünf Töchtern, ihrer Mutter und der Magd des Hauses eine achtjährige Trauerzeit, über die sie hinter verschlossenen Türen mit allergrößter Strenge wacht. Für die ledigen Töchter wird das Haus zum Gefängnis, da nur Angustias mit ihrem Verlobten Pepe durch ein vergittertes Fenster Kontakt halten darf. Doch die Schwestern neiden der Ältesten aus erster Ehe das Erbe und vor allem den Mann, so dass unter der glühenden Sonne Andalusiens ein existenzielles Begehren entsteht und sich die Frauenseelen als noch viel dunkler als die Trauerkleidung entpuppen.

Gut gelaunt: Theres Meisloh, Co-Regisseurin des Stücks, mit Kursleiterin Rena Seifert (v.l.).

Für „Adela“ haben sich 20 Schüler des elften Jahrgangs zusammen mit ihrer Kursleiterin Rena Seifert mit einem Theaterstoff beschäftigt, der in seiner Unerbittlichkeit an die klassische griechische Tragödie erinnert. Das Schicksal wird hier in Gestalt der strengen Mutter verkörpert, die ihren Töchtern nach dem Tod des Vaters weder das Glück noch das Recht auf Selbstentfaltung zugestehen will. Aus dieser Tatsache und den daraus resultierenden Fragestellungen und Problemen hat der Kurs eine bewegende Performance über existenzielle Fragen um Macht, Gier und Neid gemacht. Mit Worten, Rhythmen und viel Bewegung wird dabei das Wechselspiel von Mit- und Gegeneinander – das Grundthema von Garcia – gezeigt und in Beziehung zum Publikum getreten.

Bezüglich ihrer Teilnahme am Bundeswettbewerb können sowohl Seifert als auch Co-Regisseurin Theres Meisloh die Chancen auf einen Sieg kaum einschätzen. „Niedersachsen ist ein großes Bundesland mit einer sehr aktiven Schultheaterlandschaft, so dass wir – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – mit reichlich Konkurrenz rechnen“, sagte Seifert, für die ein Sieg quasi das Sahnehäubchen auf der langjährigen Schultheaterarbeit wäre, da sie zum Schuljahresende pensioniert wird.

Und was passiert, wenn daraus nichts wird? „Dann bin ich trotzdem sehr stolz auf die Leistungen des Kurses. Die Anstrengungen haben sich auf jeden Fall gelohnt. Gemeinsam haben wir neben dem regulären Unterricht, basierend auf der Tanzperformance „Hinter Mauern“, dem 15-minütigen Beitrag für „Tanz macht Schule“ aus diesem Jahr, ein eigenes Theaterstück entworfen, eingeübt und damit etwas Eindrucksvolles auf die Beine gestellt“, betont sie 

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