Ausbildung für Hebammen startet schon im Herbst: Versorgung soll ausgebaut werden

Mit Dualem Studium in den AWK-Kreißsaal

Die Ausbildung von Hebammen im eigenen Kreißsaal bietet die Aller-Weser-Klinik an: Christine Schrader (r.) und Irene Kill freuen sich auf Bewerbungen. Foto: AWK

Verden – „Hebammen werden bundesweit gesucht“, betont Katharina Tretzmüller. Die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit in der Aller-Weser-Klinik (AWK) macht damit aber nicht nur deutlich, dass die Klinik jetzt in die Ausbildung einsteigt, um die Versorgung in der Geburtshilfe der kommunalen Klinik sicherzustellen. Geplant sei zudem, die Zahl der Hebammen zu erhöhen, damit in jeder Schicht zwei der Entbindungsfachkräfte für die Gebärenden und die Wochenbettversorgung bereit stehen.

Zwölf Hebammen stehen bereits in Diensten der Klinik. „Ein Team, das bereits lange sehr konstant für die AWK arbeitet“, berichtete Tretzmüller. Nachdem auf Initiative der EU jetzt das Duale Studium Hebammenwissenschaften auch in der Bundesrepublik möglich wurde, springt die AWK gleich auf den Zug auf und schreibt zwei Plätze aus. Die AWK zähle damit zu den ersten Kliniken, die diesen Ausbildungsweg in der Region anbieten. Schon im Herbst sollen zwei Schülerinnen im Verden Kreißsaal ihre berufliche Laufbahn beginnen. Die Ausbildung teilt sich in eine Praxiszeit dort und eine zweite Hälfte an der Jade-Hochschule in Oldenburg auf.

„Mit der neuen Form der Ausbildung mit Bachelor-Abschluss steht den Hebammen der Weg offen, auch international zu arbeiten“, erklärt eine Pressemitteilung der Klinik. Pflegedirektorin Christine Schrader und die leitende Hebamme der Klinik für Geburtshilfe im Krankenhaus Verden, Irene Kill, haben sich dafür eingesetzt, diese Ausbildungsmöglichkeit in Verden anbieten zu können. Jährlich helfe das Team des Kreißsaales 650 Babys auf die Welt. „Unser Team ist kompetent, einfühlsam und kümmert sich individuell um jede Schwangere“, wirbt Kill für ihren Arbeitsplatz.

„Jede Geburt ist anders, jeder Tag unvorhersehbar.“ Schrader weiß, dass Hebammen auch künftig in alleiniger Verantwortung normal verlaufende Schwangerschaften und Geburten versorgen und die Mütter im Wochenbett und während der Stillzeit betreuen. Zunehmend müssten sie aber auch über aktuelle wissenschaftliche Kenntnisse verfügen. So sei es für sie klar gewesen, dass die AWK von Beginn an zwei Studienplätze belegen soll.

„Die Auszubildenden schließen mit der AWK einen Ausbildungsvertrag und sind gleichzeitig als Student an der Hochschule im praxisintegrierten Studiengang Hebammenwissenschaft immatrikuliert. In mehrwöchigen Blöcken werden sie abwechselnd an der Hochschule und den Einrichtungen unterrichtet“, erklärt Schrader, wie es läuft.

Insgesamt seien sieben Semester vorgesehen. Die Studiengebühren übernehme die AWK, die angehenden Hebammen und Geburtshelfer erhalten zudem ein Gehalt, Jahressonderzahlungen und 30 Tage Urlaub.

Mitbringen müssten die Azubis allerdings zwölf Jahre Schulbildung mit mindestens einem Fachabiturabschluss.

Im Studium sind die Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten aus Frauenheilkunde, Geburtshilfe, Allgemeinmedizin und Pharmakologie geplant. „Dank des hohen Praxisanteils kommen auch die Erfahrungswerte nicht zu kurz. Die meisten Praxiseinheiten werden direkt im Krankenhaus Verden angeboten. Für die Bereiche Neonatologie und Einblick in die Arbeit einer freiberuflichen Hebamme oder im Geburtshaus arbeiten wir mit erfahrenden Kooperationspartnern zusammen“, berichtet Schrader.

„Im Krankenhaus zeigen wir den praktischen Berufsalltag“, erklärt Kill. Dabei gebe es viele schöne Momente, aber auch traurige gehörten zum Beruf. Hier den richtigen Umgang mit den Betroffenen und für sich selber zu lernen, sei eine Herausforderung.

Wer sich für das Duale Studium interessiert, kann sich ab sofort über das Online-Bewerbungsportal auf der Website der AWK unter www.aller-weser-klinik.de bewerben. „Auch das vorgeschriebene vierwöchige Praktikum können die Bewerberinnen oder Bewerber in der AWK ableisten“, sagte Tretzmüller. Bewerbungsschluss ist der 30. August.   kle

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