Bürgerinitiativen-Sprecher ist überzeugt

„Druck von unten“: Wintershall Dea gibt Pläne auf

Erdgasförderung löst Erdbeben aus - Konzern informiert
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Der Konzern Wintershall Dea gibt seine Pläne auf.

„Es war der Druck von unten, von den Bürgerinitiativen und von den Erdbeben.“ Martin-P. Busch, der Sprecher der Bürgerinitiative Walle gegen Gasbohren ist überzeugt zu wissen, was dazu geführt hat, dass Wintershall Dea seine Pläne für eine weitere Bohrung im Wasserschutzgebiet Panzenberg aufgibt. Für die Überzeugung bekam er bei einer Informationsveranstaltung in der Stadthalle viel Beifall.

Verden – „Die Arbeit geht weiter“, betonte Busch, „denn die Erdbeben werden nicht aufhören“. Verden war als Veranstaltungsort gewählt worden, weil auch im Stadtgebiet die Beben am 20. November deutlich zu spüren waren. Selbst habe er sich an jenem Abend im dritten Stock eines Gebäudes befunden und gespürt, „wie die Welle“ unter ihm „durchgegangen“ sei, berichtete Busch. „Ich hatte auch Rückmeldungen aus Dörverden und Westen.“ Und viele Menschen im Saal haben es nicht nur gespürt, sondern auch Schäden von dem seismischen Ereignis zu beklagen. Zumindest gingen auf eine entsprechende Frage viele Hände nach oben.

Zuschauer kritisieren Wintershall Dea und Politik

Es gab ganz allgemeine Informationen, aber auch den Hinweis, dass das derzeitige Messsystem nicht ausreichend sei. Viele Messstationen brauche es, „um sagen zu können, wie das Erdbeben verlaufen ist“. Diesbezüglich sei man mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) im Gespräch. „Die Kosten muss Wintershall Dea übernehmen“, erklärte Busch.

„Die Arbeit geht weiter“, verspricht Martin-P. Busch (hier beim Anti-Gas-Bohren-Einsatz am Flugplatz in Scharnhorst).

Mehrere Zuschauer meldeten sich zu Wort und kritisierten nicht nur den Konzern, sondern auch die Politik. „Eigentümer des Bodenschatzes ist das Land. Die holen sich die Dea zum Holen des Schatzes“, kritisierte ein Mann. „Ich bin verwundert, dass man so naiv ist in Verden und anfängt zu bohren und dann erst auf die Idee kommt, Messstationen zu installieren“, meldete sich ein Niederländer zu Wort.

Wie ist die Rechtslage bei Schäden durch Erdgasbohrungen?

Rechtsanwalt Gero Landzettel ist schon lange in der Bürgerinitiative in Völkersen aktiv und erklärte die Rechtslage, wenn man einen Schaden feststellt. Ein komplexes Thema, und aus den Nachfragen seitens der Zuschauer zeigte sich, wie unsicher und hilflos so mancher Geschädigte ist. Und dabei ging es den Fragenden nicht nur um Schäden, die sie vielleicht unter einer Wandverkleidung übersehen, sondern auch um Wertverluste ihrer Immobilien im „Erdbebengebiet“.

Das Interesse war groß: Die Bürgerinitiativen hatten in die Stadthalle eingeladen.

Für alle sichtbaren Schäden empfahl Landzettel: „Sie müssen es melden und dokumentieren.“ Und wenn man sich nicht mit dem Konzern einig wird, empfiehlt er zunächst, den Gang zur Schlichtungsstelle Bergschaden beim Landkreis Rotenburg und nicht gleich zum Gericht. Die Schlichtung sei freiwillig und er wisse von nur zwei Fällen, wo der Konzern dies abgelehnt habe.  wb

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