Dritte Berufsbörse am Domgymnasium / Eltern fungieren als Referenten

Infos aus erster Hand

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Informationen aus erster Hand: Christian Roscher berichtet aus seinem Beruf als Bauingenieur.

Verden - Ganz im Zeichen der beruflichen Orientierung stand gestern das Domgymnasium. Für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 bis 11 stand die dritte Berufsbörse auf dem Programm. Die Jugendlichen bekamen ihre Informationen aus erster Hand. 46 Referenten, ausschließlich Eltern, stellten ihre Berufe vor.

Von diesem Konzept, das sich deutlich vom Messecharakter der meisten Berufsbörsen unterscheidet, ist Schulleiter Detlev Lehmann überzeugt. „In einer Schule in Syke gab es Ähnliches, das hat mir sehr gut gefallen. Welche Möglichkeiten man in einem Berufsfeld hat, wissen die meisten gar nicht. Auch an den Universitäten bekommen die Schüler nur pauschale Informationen und nicht das, was sie wirklich brauchen.“ Das kann Koordinator Ulrich Reinholz nur bestätigen. „Viele Referenten stellen bei uns berufliche Nischen vor“. Elternvertreter Christian Roscher ist von der Berufsbörse begeistert. Der Bauingenieur übernahm vor drei Jahren die Verantwortung für die Organisation und fragte auf Elternabenden, wer seinen Beruf vorstellen möchten.

Mittlerweile ist die Berufsbörse am Dog etabliert, die dritte Börse war zugleich auch die größte. „Die Resonanz der Schüler ist positiv“, so Lehmann. Kein „Massenbetrieb“, die Vorträge vor höchsten 15 Schülern gehalten, das kommt an. Livia (16) und Samira (17) sind vor allem beeindruckt, mit wie viel Begeisterung alle Referenten von ihrer Tätigkeit erzählen. Aber auch der persönliche Werdegang ist für die Schüler interessant. Denn längst nicht jede Karriere verläuft geradlinig.

Kritik habe es nur gegeben, wenn die Vorträge zu betriebsbezogen ausgefallen sind, berichtet Lehmann „Darauf reagieren die Schüler allergisch“, weiß er. Auch die mangelnde Vielfalt gab Anlass zu Kritik. „Bestimmte Berufsfelder sind leider immer noch zu wenig vertreten, wie soziale und kreative Berufe, Gesellschafts- und Geisteswissenschaften. Hier ist es sehr schwierig, Referenten zu bekommen“, bedauert der Schulleiter.

Im Laufe seiner Schulzeit am Dog hat ein Schüler an drei aufeinanderfolgenden Jahren die Gelegenheit, die Berufsbörse zu besuchen. In jedem Jahr ist die Teilnahme an mindestens vier Vorträgen Pflicht. Dabei ist es durchaus gewollt, dass die Schüler auch einmal Bereiche kennenlernen, an die sie vorher noch gar nicht gedacht haben. „Einfach einmal reinhören kann vielleicht auch zum Nachdenken über eine Entscheidung anregen“, findet Lehmann.

Auch für die Jüngeren gab es ein Programm. Die Jahrgänge 5 und 6 verbrachten den Tag in diversen Betrieben. Für den Jahrgang 7 gab es einen einen Ökotag, an dem Gewässer untersucht oder im schulischen Garten und Weinberg gearbeitet wurde. Für den Jahrgang 8 hatten die Lehrkräfte einen Naturwissenschaftstag organisiert.

ahk

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