Der dreifache Blick auf Luther

Herbstkunsttage der Kreissparkasse haben „ReformArtion“ als Thema

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Acht- und Zehntklässler der Verdener Realschule fügten der Ausstellung unter anderem eine Ablasstruhe hinzu, produziert mithilfe eines 3-D-Druckers. 

Verden - Das Luther-Jahr gab auch der Kreissparkasse Verden das Thema für die 29. Herbstkunsttage vor: „ReformArtion“, so der Titel der Schau, die am Montagabend in der Kundenhalle der KSK in der Ostertorstraße eröffnet wurde. Die Ausstellung zeigt den Reformator Martin Luther in drei unterschiedlichen Perspektiven, denen die Besucher während der Geschäftszeiten noch bis Freitag, 1. Dezember, nachspüren können.

Auch 500 Jahre nach dem Anschlag von 95 Thesen an das Portal der Wittenberger Schlosskirche ist die Wirkung Martin Luthers ungebrochen, wie bereits das große Publikumsinteresse am Eröffnungsabend zeigte. Eine Faszination, von der auch die KSK-Vorstandsvorsitzende Silke Korthals sprach, als sie die Gäste begrüßte. Dabei wies sie auf die zahlreichen Wortschöpfungen Luthers hin. Schließlich haben wir dem Reformator geflügelte Worte wie „Aus seinem Herzen eine Mördergrube machen“, „etwas ausposaunen“ oder auch „ein Machtwort sprechen“ zu verdanken.

Laut Korthals hat Luther den Menschen noch weitaus mehr als Bibelübersetzung, Thesen und kluge Redewendungen beschert. So erst unlängst einen arbeitsfreien Dienstag und den Lutherweg im Harz, den sie selbst bereits erwandert habe.

Die Herbstkunsttage, so Korthals weiter, befassten sich auf dreierlei Weise mit dem Thema. Da sei zunächst die Ausstellung „Here I stand“, die im vergangenen Jahr in den USA präsentiert wurde. 30 Tafeln und Exponate, kurz und eindrucksvoll beschrieben, zeigen wichtige Aspekte der Reformationsgeschichte.

Teil zwei zeigt die rasante Entwicklung von der historischen hölzernen Druckpresse hin zur hochmodernen 3-D-Drucktechnik. Hierzu haben Verdener Realschüler der Jahrgangsstufen acht und zehn, die der Ausstellung auch noch zwei Kurzfilme über Luther hinzugefügt haben, Exponate aus dem Leben Luthers mithilfe eines 3-D-Drucker reproduziert und künstlerisch gestaltet. In der Ausstellung sind daher auch eine von Michael Linke nachgebaute Druckpresse aus lutherischer Zeit sowie ein 3-D-Drucker zu sehen.

Schließlich kam Korthals auf den dritten, ausschließlich künstlerischen Teil der Herbstkunsttage zu sprechen, der erstmals außerhalb einer Kirche das Gesamtkunstwerk des freischaffenden Künstlers Henning Diers aus Hassel zeigt.

Von Anfang 2016 bis zur vergangenen Woche hat Diers ein Kunstwerk in der beeindruckenden Größe von rund 26 Quadratmetern geschaffen, und die 95 Thesen Luthers bildnerisch umgesetzt. „Das Bild ist meine malerische Antwort auf Luthers Thesen“, sagte Diers und, dass es für den kreativen Prozess von Vorteil gewesen sei, dass er Nicht-Theologe ist. Er habe einen anderen Blick auf die Thesen. „Es ist keine hofnärrische Herangehensweise, sondern eine künstlerisch-kreative.“

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