Experten stellen bei VWE in Verden Reinigungsverfahren mit Trockeneis vor

Dreck lässt sie kalt

Das Reinigungsgerät wird mit Trockeneispellets in der Größe von Reiskörnern befüllt. Fotos: Niemann

Verden – Mehrere tausend Menschen nutzen jährlich die Nahverkehrsangebote der Verden-Walsroder Eisenbahn (VWE). Andere profitieren von der neuen Güterumschlaganlage Straße/Schiene am Clüversweg, die das Unternehmen vergangenes Jahr eingeweiht hat. Verschmutzte und abgenutzte Sitze in den Bussen oder besprühte und beschmierte Güterwaggons sind da an der Tagesordnung.

Eine neue Reinigungsmethode mit Trockeneis könnte in Zukunft auch bei der VWE Bussen und Waggons wiederGlanz verleihen, zumal sie auch noch besonders umweltfreundlich ist. Wie das genau funktioniert, bekamen VWE-Geschäftsführer Henning Rohde und aus dem gesamten Bundesgebiet angereiste Reinigungsexperten im Verlauf der mit „Clean Transport live“ betitelten Informationsveranstaltung gezeigt. Dazu eingeladen hatte die Deutsche Messer AG in Kooperation mit Cold Jet, einem weltweit führenden Anbieter von Reinigungs-, Oberflächenvorbereitungs-, Teileveredelungs- und Trockeneisproduktionssystemen, und dem in Verden ansässigen Unternehmen Dry-Ice-Tec.

„Bislang werden unsere Busse noch auf klassische Weise gereinigt“, sagte Rohde. Nachdem er selbst Hand an die Spezialmaschine gelegt hat, um an einem Güterwaggon die Spuren von Graffiti zu entfernen, zeigte er sich vom Reinigungsergebnis des Trockeneisverfahrens beeindruckt. „In den Bussen ist Kaugummi und außen auf den Waggons sind die willkürlichen Schmierereien immer wieder ein Ärgernis“, sagte der VWE-Geschäftsführer und meinte damit nicht nur die unschöne Optik: „Häufig werden wichtige Kennzeichnungen übermalt, die vergleichbar mit einem Autokennzeichen sind und folglich sicht- und lesbar bleiben müssen.“

Rohde konnte sich gut vorstellen, dass die VWE in Sachen Reinigungsarbeiten künftig diese neue Methode nutzen wird und außerdem anderen Transportunternehmen das Areal der Güterumschlaganlage zur Durchführung von Reinigungsarbeiten mit Trockeneis zur Verfügung stellt.

Doch wie funktioniert das Verfahren überhaupt? Mithilfe eines sogenannten Eis-Cleaners, erklärt Dry-Ice-Tec- Geschäftsführer Olaf Meyer, und mit Luftdruck bis maximal neun bar werde das Trockeneis auf die zu reinigende Fläche aufgebracht. Farbe oder Schmutz vereise der druckvolle Strahl, die Schmutzteilchen fallen ab. Bei Trockeneis handelt es sich um festes Kohlenstoffdioxid, das mit einer Temperatur von circa minus 80 Grad eingesetzt wird. Es geht ohne Verflüssigung direkt vom festen in einen gasförmigen Zustand über. Daher handele es sich laut Meyer um ein material- und umweltweltschonendes Verfahren.

Dry-Ice-Tec-Vertriebsleiter Michael Norden berichtete, dass das Verfahren bereits seit Jahren bei Oldtimern Anwendung finde. Außerdem im Bereich des Denkmalschutzes. „Es kommt bei Restaurationen durchaus vor, dass die Behandlung mit Trockeneis zur Auflage gemacht wird“, so Norden. Auch wenn Trockeneis eigentlich nur verflixt kalt, vollkommen ungiftig und nicht brennbar sei, würde bei der Reinigung reichlich Staub aufgewirbelt und Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Aus diesem Grund müssen bei einer Innenreinigung die Türen geöffnet sein, und die Mitarbeiter müssen Ohrschutz, Brille und entsprechende Kleidung schützen.

Olaf Meyer: „Laienhaft ausgedrückt, kann man das Reinigungsverfahren mit Trockeneis mit Sandstrahlen vergleichen, wobei im Gegensatz hier nur die Oberfläche gereinigt und kein Grundmaterial abgetragen wird. Das macht das Trockeneisstrahlen auch zur besten Variante für besonders empfindliche Oberflächen. Sogar Automotoren können gesäubert werden.“  nie

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