Doppelte Volljährigkeit

Ökozentrum feiert mit Betrieben und Initiativen und einem Tag der offenen Tür

Kinder konnte mit Lehm und Ton kreativ werden.

Verden - Seine „doppelte Volljährigkeit“ feierte das Ökozentrum an der Artilleriestraße am Sonnabend mit einem Tag der offenen Tür. Vor 21 Jahren kauften junge, umweltengagierte Menschen über ihren neu gegründeten Verein Ökozentrum und die ebenfalls neue eingetragene Wohngenossenschaft AllerWohnen, das Grundstück des ehemaligen Kasernengebäude an der Artilleriestraße. 18 Jahre ist es jetzt her, dass das Ökozentrum eröffnet wurde. Verschiedene Betriebe und Einrichtungen aus dem ökologisch-sozialen Umfeld sind damals wie heute dort beheimatet.

Viele dieser Betriebe und Initiativen stellten sich beim Tag der offenen Tür vor. Daneben gab es Livemusik, Spiele, Mitmachaktionen und Leckeres zum Essen. Vormittags führten die Vorstandsmitglieder Markus Federer und Hartmut Wallin durch den Festakt für geladene Gäste. Bürgermeister Lutz Brockmann, Henning Wittboldt-Müller und Gesine-Ahlers erinnerten daran, wie sie sich damals im Stadtrat für die Errichtung eines Ökozentrums eingesetzt hatten. Die ursprüngliche Idee, ein solches Zentrum in der ehemaligen Holzmarktkaserne unterzubringen, scheiterte damals. Für den Standort an der Artilleriestraße gab es im Stadtrat dann eine knappe Mehrheit.

Zu den Rednern gehörten auch die Gründungsmitglieder Jutta Sundermann, heute Vorstandsmitglied der Genossenschaft AllerWohnen, und Günter Metzges. Beide haben sich von Beginn an im Kampagnen-Netzwerk Campact engagiert. Es setzt bei Umweltschutz, sozialen Fragen oder fairen Handel seine Schwerpunkte und erreicht inzwischen mehr als zwei Millionen Menschen.

Erwachsenwerden mit Mutti: Auch „Bundeskanzlerin Angela Merkel“ war zum Tag der offene Tür erschienen.

Zu der Rednern gehörte auch Europapolitiker Sven Gigold, Mitbegründer des globalisierungskritischen Netzwerks Attac, das von 2000-2003 das erste Büro im Ökozentrum hatte. Die Glückwünsche zur „Volljährigkeit“ überbrachte auch Anne Wiederhold, die im Ökozentrum von Beginn an kulturelle Akzente gesetzt hat und sich zum Beispiel dafür einsetzte, dass das damalige Balletstudio Weise ins Ökozentrum zieht.

Auch die Architekten Thomas Isselhard und Enno Precht fanden einige Worte zum Jubiläum. Sie haben den Umbau des Ökozentrums von Anfang an begleitet. Alle Wegbegleiter waren erfreut, dass sich das Ökozentrum mittlerweile fest etabliert hat wünschten, dass es auch in Zukunft weiter wachsen möge.

Ab Mittag öffnete das Ökozentrum dann für alle seine Türen. Angeboten wurden verschiedene Führungen, zum Beispiel zur Geschichte des Ökozentrums, zu den dort beheimateten politischen Initiativen oder spezielle Führungen für Kinder. Im benachbarten Norddeutschen Zentrum für nachhaltiges Bauen konnten die Gäste das fünfgeschossige Strohballenhaus besichtigen oder die Ausstellung Nachhaltig bauen besuchen. Im Ökozentrum stellten sich zudem die vier Wohnprojekte der AllerWohnen vor. Die Biber Baustoffe GmbH war mit einer Kissenfüllstaiton und einem Kreativtisch mit Lehm und Ton für Kinder vertreten. Im Ballettstudio polkadot gab es Präsentationen der Ballettklassen sowie Workshops für Kids. Zur Stärkung hielt das Restaurant Liekedeeler Speisen und Getränke in Bioqualität bereit. Auch Anbieter von ökologischen Lebensmitteln aus der Region waren vertreten. 

ahk

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