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Ehepaare im Kreis Verden mögen es traditionell: Doppelnamen sind aus der Mode

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Ein alter Holztisch mit Stühlen in einem historischem Zimmer.
Paare können sich auch im Domherrenhaus standesamtlich trauen lassen. Das Beckmann-Zimmer wurde für diesen Anlass hergerichtet. © Böse

Jedes Paar darf bei der Eheschließung entscheiden, welchen Nachnamen es annimmt oder ob überhaupt der Nachname geändert werden sollte. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum einen können sich beide auf einen Namen festlegen, jedoch müssen die bisherigen Namen nicht unbedingt geändert werden. Einer der Partner könnte auch einen Doppelnamen annehmen, dies geschehe allerdings nicht so häufig. Unzufriedenheit mit der Auswahl bestünde laut der angefragten Standesämter bei den Ehepaaren im Kreis Verden nicht.

Landkreis – Im Landkreis, so die aktuellen Zahlen, sei es eher unbeliebt, keinen gemeinsamen Nachnamen zu bestimmen. Nicht mal jedes fünfte Paar beließ es in Achim in den Jahren 2020 und 2021 bei den ursprünglichen Namen. In Verden waren es 2021 sogar nur knapp 13 Prozent. Die überwiegende Mehrheit entscheidet sich für einen gemeinsamen Namen, meistens für den des Mannes. Um es in absoluten Zahlen auszudrücken: 2021 haben sich in Achim bei 138 geschlossenen Ehen 108 Paare dazu entschieden, den Nachnamen des Ehegatten als gemeinsamen Nachnamen zu wählen. In Verden waren es 65 von insgesamt 86. Zwar wählen manche Paare auch den Namen der Frau, in Achim wurde im gleichen Jahr neunmal der Name der Frau gewählt, in Verden gar zehnmal. Es zeigt sich aber: Diese Option wird viel weniger genutzt.

Trend aus den 80ern scheint vorbei

„Früher in den Achtzigern haben Frauen häufiger Doppelnamen angenommen. Mittlerweile wird das seltener gemacht“, sagt J.-G. Knipping vom Standesamt Thedinghausen. Die Zahlen aus den Stellen in Achim und Verden bestätigen diese Beobachtung. In sieben Fällen hat ein Partner in Achim im vergangenen Jahr einen Doppelnamen angenommen, in Verden waren es lediglich vier.

Die vom Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) angedeutete Änderung des Namensrechts, es solle künftig ermöglicht werden, einen gemeinsamen Doppelnamen anzunehmen, sieht Knipping unproblematisch. „Namen sind Schall und Rauch, lautet ein bekanntes Zitat. Es tut keinem weh, das bestehende Recht zu wandeln“, so der Fachmann.

Künftig sollen auch gemeinsame Doppelnamen erlaubt sein

Grundsätzlich sei die Nachfrage danach aber gering. „Einmal in zehn Jahren wünscht sich das ein Paar in unserem Standesamt, so ist meine Erfahrung“, sagt er. Es solle zudem dabei beachtet werden, dass keine Namensketten mit drei oder mehreren Nachnamen entstünden. Die Menschen aus dem Landkreis seien insgesamt zufrieden mit dem derzeitigen Namensrecht bezogen auf die Ehe, so schätzen es Knipping und Marina Friedrichs vom Standesamt in Langwedel ein.

Namensänderungen sind selten

Fälle, in denen Nachnamen aus bestimmten Gründen, wie zum Beispiel aufgrund der familiären Situation oder wegen Problemen mit der Schreibweise geändert werden, seien selten. „Bei uns handelt es sich bei den vier bis fünf Anträgen auf Namensänderung pro Jahr auch hauptsächlich um Vornamen“, sagt Silke Kirschner vom Standesamt in Verden. Knipping spricht hierbei auch von einem komplexen Recht. „Bevor sich die Leute im Internet informieren, sollten sie sich lieber mit dem Standesamt in Verbindung setzen“, rät er. Mehr Freiheiten bei dem Nachnamen sollten vor der Pandemie von der Politik thematisiert werden, gerieten allerdings in den Hintergrund. In Großbritannien bestehe beispielsweise die Freiheit, seinen vollständigen Namen zu ändern, wenn eine Person dies auch ohne einen triftigen Grund möchte.

Bei einer Geschlechtsumwandlung werde der Vorname auch geändert, dies werde allerdings gerichtlich entschieden und das Standesamt nehme den neuen Vornamen dann lediglich zur Kenntnis. „Zusätzlich zu den Anträgen gibt es solche Fälle auch, dabei handelt es sich aber um eine geringe Anzahl“, so die Standesbeamten.

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