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Donnernder Applaus bei den Maiklängen in der Aula des Domgymnasiums Verden

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Von: Antje Haubrock-Kriedel

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Fünf sitzende und ein stehender Musiker mit Streichinstrumenten, im Hintergrund ein Wandgemälde.
Brachten die Aula mit „180 Beats per Minute“ zum Beben: Boris Brovtsyn, Natalia Lomeiko, Gareth Lubbe, Nabil Shehata, Tim Park und Maximilian Hornung. © Haubrock-Kriedel

Beim Eröffnungskonzert der Maiklänge präsentierten die Musiker im Verdener Domgymnasium eine große musikalische Bandbreite auf Weltklasseniveau. Das Publikum belohnte die Darbietungen mit donnerndem Applaus.

Verden – Endlich gibt es die Maiklänge am Domgymnasium wieder in gewohnter Form. Dr. Dietrich Steincke, Vorsitzender des Vereins Musik und Kultur am Domgymnasium, zeigte sich erfreut, dass die Konzerte auf Weltklasseniveau, zu denen Musiker aus der ganzen Welt nach Verden gekommen sind, nun wieder in der historischen Aula der Schule stattfinden konnten.

Schon das Eröffnungskonzert am Freitagabend begeisterte das Publikum restlos. Mit Werken aus Klassik, Romantik und der Gegenwart gaben der künstlerische Leiter Nabil Shehata und seine Musikerfreunde einen Ausblick auf die musikalische Bandbreite des Festivalwochenendes.

Alessio Bax (Klavier), Natalia Lomeiko (Violine), Adrien La Marca (Viola) und Maximilian Hornung (Violincello) eröffneten die Maiklänge mit dem Klavierquintett Es-Dur KV 493 von Wolfgang Amadeus Mozart. Das opulente Werk fesselte das Publikum vom ersten Ton an. Mozart hat dieses Klavierquartett nicht als Klaviersolo mit begleitenden Streichern angelegt, sondern lässt Streicher und Pianist in den Dialog treten. Gespielt von diesen Weltklassemusikern ein einzigartiger Kunstgenuss, den das Publikum mit starken Beifall honorierte.

Alessio Bax und Mohamed Hiber (Violine) entführten die Zuhörer mit dem „Lied ohne Worte“ op. 62 Nr.1 von Felix Mendelssohn Bartholdy anschließend in die Epoche der Romantik. Nur drei Minuten kurz, aber trotzdem sehr intensiv und einfach wunderschön war dieses erste Lied aus Mendelssohns acht Zyklen umfassenden „Lieder ohne Worte“.

Ganz anders das dritte Stück des Abends. Natalia Lomeiko, Boris Brovtsyn (Violine), Gareth Lubbe (Viola), Nabil Shehata (Kontrabass), Tim Park (Violincello) und Maximilian Hornung (Violincello) führten „180 Beats per Minute“ des 1973 geborenen Komponisten Jörg Widmann auf.

Die Besetzung des Sextetts musste wegen verspäteter Ankunft von Adrien La Marca (Viola) geändert werden, sodass die ungewöhnliche Besetzung mit Nabil Shehata am Kontrabass entstand. Das zeitgenössische Stück riss die Zuhörer mit seinem Tempo und seiner Dynamik förmlich mit. Den Musikern sah man die Spielfreude an, immer wieder feuerten sie sich mit Blicken gegenseitig zu Höchstleistungen an. Nachdem der letzte Ton verklungen war, gab es im Publikum kein Halten mehr. Die Aula erzitterte förmlich unter dem donnernden Applaus.

Nach der Pause gab es ein Wiederhören mit Schuberts „Forellenquintett“, dem Klavierquintett A-Dur D 667, das bereits bei den ersten Maiklängen vor fünf Jahren aufgeführt wurde. Das von heiterer Grundstimmung geprägte fünfsätzige Klavierquintett ist ein Auftragswerk des wohlhabenden Cellisten und Mäzens Sylvester Paumgartner, der Schuberts Lied „Die Forelle“ liebte. Schubert verwendete das Lied als Grundlage für seinen bekannten Variationssatz. Allesio Bax, Mohamed Hiber, Gareth Lubbe, Tim Park und Nabil Shehata brachten die Stimmung wunderbar zum Ausdruck, ein sehr schöner Abschluss für dieses großartige Eröffnungskonzert.  

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