Donnernde Büchsen und Lagerfeuerromantik

Schwarzpulverunion veranstaltet 14. Westerntreffen auf Verdener Schützenplatz

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„Das ist für uns eine Auszeit vom Sportschießen“, sagt Karl-Heinz Oster (Mitte, grünes Hemd). Er nimmt zum letzten Mal als Vorsitzender der Schwarzpulverunion an dem Camp in Verden teil. 

Verden - Wenn der holzige Geruch des Lagerfeuers in der Luft liegt, das Schaffell ausgelegt wird, die Büchsen donnern und Indianer, Cowboy, Siedler, Trapper und Waldläufer friedlich zusammen leben – dann ist ein Hauch der amerikanischen Pionierszeit in Verden angekommen.

Bereits zum 14. Mal versammeln sich die Westernfreunde der Schwarzpulverunion (SPU) Aller-Weser zu einem Jahresabschlusstreffen auf dem Verdener Schützenplatz. Bereits am Montag schlugen die ersten Teilnehmer ihre Zelte auf. Manche traten ihre Reise aus dem Oberallgäu, Bayern oder sogar Holland nach Verden an. Bis Sonntagvormittag werden etwa 200 Begeisterte der Westernszene erwartet.

Neben den Teilnehmern, die nur für einen Tag anreisen und sich hauptsächlich auf das schießsportliche Programm konzentrieren, bauen viele ihre, der Besiedlung des amerikanischen Nordens und der Zeit des Wilden Westens originalgetreu nachempfundenen Behausungen auf, so dass sich der Schützenplatz in ein Westerncamp verwandelt.

Im Camp trifft man allerdings weniger auf Cowboys oder Indianer, sondern vielmehr auf Trapper. Es handelt sich hierbei um Fallensteller und Pelztierjäger der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Nordamerika. „Das ist für uns eine Auszeit vom Sportschießen“, erzählt Karl-Heinz Oster, der zum letzten Mal als Vorsitzender der Schwarzpulverunion an dem Treffen teilnimmt. Bei der SPU handelt es sich in erster Linie um einen Schützenverein mit besonderem Augenmerk auf das Schießen mit Schwarzpulver. So ist es kaum verwunderlich, dass bei dem Westerntreffen die Schießwettkämpfe als Programmpunkt ganz oben auf der Liste stehen. Oster selbst benutzt ein Steinschlossgewehr, welches eines der am längsten benutzten Zündsysteme besitzt. Viele der Anwesenden hatten die erste Berührung mit der Westernszene durch das Schwarzpulverschießen.

Besonders beeindruckend wirken die aufwendigen Kleider der Campteilnehmer. Schließlich lässt sich eine Fransenhose aus Lammleder nicht im Geschäft um die Ecke ergattern. Vieles ist selbst angefertigt und untereinander wird natürlich auch gerne getauscht.

Selbst Regentropfen oder kalte Winde können die Westernbegeisterten nicht abschrecken. „Wir machen das auch im Winter, wenn's 20 Grad minus sind. Dann trennt sich die Spreu vom Weizen“, sagt Oster schmunzelnd.

Neben dem Knistern des Lagerfeuers, den aufwendig gestalteten Kleidern und den Funkenflügen beim Zünden eines Gewehrs ist es besonders die Leidenschaft zum Hobby, die den Teilnehmern ins Gesicht geschrieben steht. „Es ist wie eine kleine Familie. Leute, die die gleiche Liebe teilen“, so Oster. 

ac

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