Bornemacher auf der Spur

Dominformationsdienst bietet Führungen vor den Festspielen an

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Das Team des Dorfinformationsdienstes vor der Südwand des Kirchengebäudes. Die Rückseite dient derzeit als Kulisse für die Domfestspiele.

Verden - Die Domfestspiele, welche das Schicksal des Pastors Johann Bornemacher zum Thema haben, sind in vollem Gange und begeistern das Verdener Publikum. Dabei gerät schnell in Vergessenheit, dass das siebenköpfige Team des Dominformationsdienstes bis zum 29. Juli täglich Führungen anbietet, die sowohl den Dom selbst, aber auch sehr wichtige Hintergrundinformationen beinhalten, die zum Verständnis des Stückes „Der brennende Mönch“ beitragen.

Um 18 Uhr, unmittelbar vor den Domfestspielen, beginnen die Führungen am Nordeingang des Gebäudes am Lugenstein. Von dort werden die Teilnehmer in das innere des gotischen Kirchenbaus geleitet,wo der Kreuzgang zu besichtigen ist, ehe es weiter zur Südseite des christlichen Gebäudes geht. Diese ist aus zweierlei Gründen von Bedeutung. Die äußerste Wand der Südseite dient erstens gleichzeitig als Hintergrundkulisse für die Domfestspiele. Zweitens ist dieser Ort ein sehr historischer, da Bornemacher im Winter 1525 hier vor einem überraschten Publikum predigte.

Bornemacher war seiner Zeit voraus - das hat ihm eventuell das Leben gekostet

Dass er seiner Zeit weit voraus war, war möglicherweise auch ein Grund dafür, dass es ihn später das Leben gekostet hat. Erst weit später, im Jahre 1568, hatte Bischof Eberhard in der Domgemeinde und damit in der Stadt Verden die Reformation eingeführt.

Hautnah, beinahe im Stile eines Zeitzeugen, weiß Ludwig Grupe von der Begebenheit des Jahres 1525 zu berichten. „Vom Altar predigte der Pastor die damals geltende Lehre, als Bornemacher in der Kirche erschien und dem Geistlichen Torheit vorwarf“, führt der Ehrenamtliche aus. Dabei habe er im Stile Luthers die reformatorische Botschaft gepredigt, was für die anwesende Gemeinde so überraschend gewesen sei, dass diese starr vor Schreck keinerlei Reaktion gezeigt habe, weder Ablehnung noch Zustimmung. Auch der exakte Ort, an dem Bornemacher während seines Vortrags gestanden haben soll, wird vom Dominformationsdienst genau lokalisiert.

Diese und andere Anekdoten geben Grupe oder einer seiner sechs Mitstreiter und Mitstreiterinnen während der 45-minütigen Führung zum Besten und nehmen ihre Zuhörer mit in eine bewegende Vergangenheit. Wenn man sich im Anschluss an diesen anschaulichen historischen Rückblick noch „Der brennende Mönch“ zu Gemüte führen möchte, ist man mit ziemlicher Sicherheit bereits in der richtigen Verfassung dafür.

ntr

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