Das Domgymnasium jedenfalls nicht / Ministerium untersagt RWE Dea-Spende

„Das verstehe wer will“

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Diese Gerätschaften spendete die RWE Dea für das Verdener Domgymnasium.

Verden - Von Volkmar Koy. Eine kurze Nachricht mit weitreichenden Folgen: Landesregierung verbietet Kooperationen von Schulen und Energiekonzernen. Über NDR 1 wurde sie verbreitet, vom Domgymnasium in Verden verärgert aufgenommen. Schulleiter Detlev Lehmann: „Ich finde die Entscheidung extrem unglücklich.“

Wie mehrere Male in den vergangenen acht Jahren berichtet, wird das Domgymnasium jährlich mit 10000 Euro vom Erdgasförderunternehmen RWE Dea unterstützt. Diese Art Förderung war vor allem von Teilen von Bürgerinitiativen und auch den Grünen scharf kritisiert worden.

Der für das Domgymnasium verantwortliche Schulleiter Detlev Lehmann bestätigte diese Information unserer Zeitung. Bereits im Februar habe es eine Prüfung der Landesregierung gegeben. Mit dem Ergebnis, das Kultusministerium habe hinsichtlich der Kooperationen eine neue Richtlinie herausgegeben. Selbst der Anschein von Korruption solle nicht erweckt werden.

Was Lehmann nicht einmal im Ansatz versteht. Seinerzeit sei die Zusammenarbeit mit der RWE Dea von der Landesregierung unter Ministerpräsident Wulff initiiert worden, die Schirmherrschaft dafür wurde übernommen. Die Verträge mit der RWE Dea seien nicht von Schulvertretern, sondern in der Staatskanzlei in all’ den Jahren unterschrieben worden.

In Niedersachsen habe es entsprechende Papiere mit insgesamt acht Schulen gegeben, eine davon das Domgymnasium. Nie habe es einen Vorwurf in Richtung Vorteilsnahme aus Hannover gegeben, so Lehmann. Für die neue Richtlinie gebe es folglich keinen konkreten Anlass. Es sei sehr schade, dass auch den Schülern suggeriert werde, sie hätten sich durch die Zusammenarbeit mit der RWE Dea Vorteile verschafft.

Der Schulleiter stellt überdies klar, dass es bei den unterstützten Unterrichtseinheiten stets um Energiegewinnung und nicht alleine um Fracking gegangen sei. Für die 10000 Euro seien laut Lehmann vor allem für experimentelle Abi-Aufgaben die entsprechenden Geräte angeschafft worden. „Wir waren aus Hannover sogar aufgefordert worden, uns dafür Sponsoren zu suchen“, sagte Lehmann.

Nun gerate die Spende des Energiekonzerns in ein schales Licht. Alle Schüler hätten freiwillig die physikalischen Aufgaben in Angriff genommen. „Nie ist etwas von oben entschieden worden.“ Selbst mit Bürgerinitiativen sei gut zusammengearbeitet worden. Was Lehmann auch betonte: Vor acht Jahren habe es am Domgmnasium bereits erste Schüler-Arbeiten zum Thema Fracking gegeben, als der Begriff noch nicht in aller Munde gewesen sei.

Die RWE Dea-Spende sei auch in den zuständigen Kreisausschüssen diskutiert und mehrheitlich akzeptiert worden. Detlev Lehmann: „Für die Schüler war das eine ganz tolle Sache“ – auch und gerade unter dem Aspekt und der Fragestellung: „Wie bekommen wir mehr Schüler in die technischen Berufe?“ Aus Sicht des Verdener Domgymnasiums folgt nunmehr darauf die durchaus nachvollziehbare Antwort: „Das verstehe wer will.“

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