Domgymnasium entlässt Abiturienten feierlich im Dom

Ein leistungsstarker Jahrgang: 34 Mal Eins vorm Komma

Der Kammerchor und die Solisten Merle Reihe, Paolo Artisi und Carolina Soppa gestalteten die Feier musikalisch.

Verden - Die feierliche Zeugnisübergabe im Dom war für die 155 Abiturientinnen und Abiturienten des Domgymnasiums der letzte Akt ihrer Schulzeit. Wieder war es ein zahlenmäßig sehr starker, aber auch engagierter und leistungsstarker Jahrgang. Bei 34 Schülerinnen und Schülern stand im Abiturzeugnis eine Eins vor dem Komma, 76 wurden aufgrund ihres Engagements und/oder ihrer herausragenden Leistungen geehrt.

Das beste Ergebnis erreichte Milan Hartwig mit der Traumnote 1,0. Nur knapp dahinter liegt Gerrit Müller mit derselben Durchschnittsnote. Dritt- und Viertbeste ihres Jahrgangs sind Joana Wrasse und Vivien Castedello mit einem Durchschnitt von 1,1. Bei Jan Lukas Debrodt steht als Fünftem die Durchschnittsnote 1,2 im Zeugnis.

Unter Orgelklängen zogen die Abiturienten in den Dom ein. „Ihr habt es geschafft, die erste wichtige Prüfung liegt hinter euch. Nun könnt ihr in den Möglichkeiten schwelgen, die sich euch auftun“, gratulierte Schulleiterin Dr. Dorothea Blume. Nicht nur die Eltern, sondern auch das Kollegium, könne nun die Ernte von acht Jahren einfahren. Blume verwies darauf, dass am Domgymnasium jeder sein individuelles Abitur, entsprechend seiner Fähigkeiten und Talente, ablegen könne. „Dazu braucht es eine gewisse Größe, die Schule dürfte wirklich nicht kleiner sein“, sagte sie bezogen auf die aktuelle Diskussion im Kreistag.

Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom Kammerchor und den Solisten Carolina Soppa, Paolo Artisi und Merle Reihe. Grußworte sprachen Pastor Lueder Möring im Namen der Domgemeinde, Andrea Wacker für den Schulelternrat und Dieter Meyer vom Verein der Ehemaligen.

Die fünf Jahrgangsbesten: Gerrit Müller, Vivien Castodello, Joana Wrasse, Jan Lukas Debrodt und Milan Hartwig (v.l.).

Pastor Möring ermutigte die Abiturienten, sich ruhig einmal auf eine richtige, sachlich geführte Auseinandersetzung einzulassen und zu versuchen, auch die Position des anderen zu verstehen. Gerade in der Zeit der „Algorithmisierung“ des Lebens, in der man sich automatisch mit gleichdenkenden Menschen umgibt, brauche man echte Auseinandersetzungen, die sich an zu lösenden Aufgaben und nicht an persönlichen Vorlieben orientierten. „Das ist der Schlüssel zu unserer aller Zukunft“, machte Möring deutlich.

Dieter Meyer überreichte den beiden Moderatoren Merle Reihe und Lukas Wilms stellvertretend für den Jahrgang ein Annuarium, in dem Erinnerungen künftiger Begegnungen auch im digitalen Zeitalter analog festgehalten werden können.

„Menschen zeichnen sich durch die Fähigkeit aus, sich über ihre Zukunft Gedanken zu machen und sich Ziele zu setzen“, sagte Jahrgangskoordinatorin Regina Berndt. Einen „Masterplan“ für die Zukunft gebe es allerdings nicht, oft spiele auch der Zufall eine Rolle, wie sich das Leben entwickelt. Persönliches Glück sei, den Weg, den man genommen hat, im Rückblick positiv bewerten zu können.

Die Abirede hielten Carolina Soppa und Paolo Artisi. „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere“, sagten sie im Rückblick auf ihre Schulzeit. Im Domgymnasium hätten sie gelernt, selbstständig und kritisch zu denken und andere Kulturen wertzuschätzen. Für viele sei das Domgymnasium mit seinen vielen Freizeitangeboten ein zweites Zuhause geworden. Nun gelte es, sich zu entscheiden, was man künftig in der Welt bewirken will. „Lauft mit einem offenen Herzen durch das Leben und genießt es“, wünschten sie ihren Mitschülern.

Landrat Peter Bohlmann blickte auf das Jahr 2010 zurück, in dem die meisten der heutigen Abiturienten am Domgymnasium eingeschult wurden. Es gab damals 212 Anmeldungen. Diese Zahl sei vorher und nachher nicht mehr erreicht worden. „Sie haben aber nicht nur Masse, sondern auch Klasse bewiesen“, gratulierte Bohlmann zum bestandenen Abitur.

Der Abichor sang anschließend „Hit the Road Jack“ und „Wir hatten eine gute Zeit“.

„Der Abschied ist die engste Form des Zusammenseins“, sagte die Schulleiterin in ihrem Schlusswort. Sie wünschte den Abiturienten, dass sie noch viele gute Zeiten erleben mögen, in denen sie die Herausforderungen der Zukunft meistern. „Wenn ihr euch aber nicht entscheiden könnt, was ihr mit eurer Zukunft anfangen wollt, dann muss man euch hinauswerfen und sagen „Hit the Road Jack“. Sucht euch neue Ziele, ihr schafft das“, verabschiedete sich Blume von ihren Abiturienten. 

ahk

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