Ensemble steht

Domfestspiele und das Prinzip Hoffnung

Viele Leute auf der Bühne
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Großes Ensemble: Rund 60 Prozent der Mitwirkenden der Aufführung „Der brennende Mönch“ im Jahr 2017 sind auch diesmal wieder dabei. Gespielt wird vor der Kulisse des Verdener Doms.

Verden – Rosig sind die Aussichten für die Domfestspielsaison im Sommer dieses Jahres derzeit nicht. Gesicherte Prognosen gibt es nicht, auch ein Blick – vielleicht passend zum Schauspiel – in die berühmte Kristallkugel, mit der Hoffnung auf Antworten darauf, wie sich das Pandemiegeschehen in den nächsten Monaten entwickeln wird, macht, weil unzuverlässig, wenig Sinn.

Trotzdem sind sowohl Optimismus als auch Einsatz der Mitwirkenden an den Domfestspielen groß. Die Beteiligten tun alles dafür, am 29. Juli die Premiere von „Die rebellische Hexe“ auf der Freilichtbühne am Dom zur Aufführung zu bringen.

Vorsitzender und Darsteller Ralf Böse.

Im Februar sollen unter Regie von Hans König die Proben für das Freilichtspiel „Die rebellische Hexe“ beginnen, für das König auch das Buch geschrieben hat. Obwohl derzeit noch unklar ist, in welcher Form die zehn geplanten Aufführungen des Freilichtspiels über die Bühne gehen können, werden die Eintrittskarten bereits seit Mitte November „ganz normal“ verkauft und die Spielzeit vom 29. Juli bis 13. August so vorbereitet, als ob es die Risiken durch Corona nicht gäbe. „Wir sind bislang vor allem eins, nämlich optimistisch, dass die Domfestspiele reibungslos stattfinden“, stellt der Vereinsvorsitzende des gleichnamigen Festspielvereins, Ralf Böse, im Gespräch mit dieser Zeitung fest. Doch bei aller Zuversicht sind es Domfestspiele in Zeiten des Konjunktivs: denn eigentlich war die Premiere des Stücks bereits im Sommer vergangenen Jahres vor der Kulisse des Verdener Doms geplant. Für die Sponsoren hätte es einen wertschätzenden Empfang gegeben, vermutlich Böse hätte die Begrüßungsrede gehalten und im Anschluss nach der Premiere hätte es eine zünftige Premiere-Feier für alle vor und hinter den Festspielkulissen Beteiligten gegeben. Wie das alles funktionieren und unter welchen Bedingungen die Domfestspiele diesmal stattfinden können, sind daher entscheidende Fragen, die derzeit neben dem Vorstand auch die Geschäftsführer der Festspiele, Hans König und Volker Schwennen, umtreiben. Auch angesichts der aktuellen Statements und Einschätzungen von Virologen sind Vorstand, Geschäftsführung und die Mitwirkenden guter Hoffnung. „Wir alle sind bereits sehr aufgeregt und freuen uns auf den Start der Proben“, erzählt Böse. Er spricht vom erfolgreichen Casting, bei dem es immerhin rund 70 Rollen zu besetzen galt und von der ebenso erfolgreichen personellen Akquise für den Backstagebereich, der annähernd 50 Personen zähle. „Das hat bislang alles wunderbar geklappt“, sagt er und dass er sich freut, dass auch der langjährige Sponsorenbetreuer Wolfgang Reichelt weiterhin zur Stange hält und dem Verein erneut finanzkräftige Türen öffnet. „Wolfgang Reichelt ist hier unser wichtigster Mann. Ohne ihn liefe das nicht. Er ist für diesen Bereich der zentrale Motor.“ Anfang Februar ist laut Böse ein Ensembletreffen geplant, wo König die letzten Rollen verteilen wird. Kurz danach sollen die Proben beginnen. Und alles unter den jeweiligen Coronabedingungen, wie der Vorsitzende betont.

Ob die Domfestspiele stattfinden, wenn nicht alle Tribünenplätze besetzt werden dürfen, vermag Böse nicht zu sagen. „Wie bereits gesagt, zurzeit gehen wir davon aus, dass die Aufführungen reibungslos stattfinden und natürlich gibt es einen Plan B. Man muss auch bedenken, dass die Festspielzeit im Sommer ist und alles im Freien passiert.“ Zudem werde man rechtzeitig an einem Hygienekonzept arbeiten, für dass es zum aktuellen Zeitpunkt aber noch viel zu früh sei. „Wir haben die Pandemie immer im Blick“, sagt Böse.

Wichtig ist ihm zu erwähnen, dass der Vorverkauf über Nordwestticket gut angelaufen ist. Die Karten können ohne jedes Risiko erworben werden. Sollten die Festspiele wider Erwarten ausfallen, werde der Preis erstattet. „Es wird alles getan, um potenziellen Gästen die Verunsicherung zu nehmen“, betont Böse. Er selbst wird auch wieder auf der Bühne stehen. „Ich bin zum dritten Mal dabei und gespannt, wie ich den Spagat zwischen der Real-Welt als Vorsitzender und der Parallelwelt als Darsteller meistern werde.“ Die Aufregung sei jedenfalls bereits wieder da.

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