Mitglieder wählen neuen Vorstand / Verein hofft auf eine Freilichttheatersaison in 2022

Domfestspiele: Ralf Böse übernimmt Vorsitz

Als Darsteller wirkte Ralf Böse (am Tisch sitzend) bereits mehrfach bei den Verdener Domfestspielen mit. Jetzt tritt er die Nachfolge von Gabriele Müller an und übernimmt den Vereinsvorsitz.
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Als Darsteller wirkte Ralf Böse (am Tisch sitzend) bereits mehrfach bei den Verdener Domfestspielen mit. Jetzt tritt er die Nachfolge von Gabriele Müller an und übernimmt den Vereinsvorsitz.

Verden – Vor einem Jahr hatten die langjährige Vorsitzende Gabriele Müller und ihre Stellvertreterin Gabriele Benner angekündigt, dass sie für ihre Ämter im Verein Verdener Domfestspiele nicht wieder kandidieren würden. Nun gibt es einen neuen Vorstand: Die Mitglieder wählten Ralf Böse und Hans König zu deren Nachfolgern. Stefanie Wegener wurde als Schatzmeisterin im Amt bestätigt, Janina Tessloff als Schriftführerin, teilt der Verein in einer Pressemeldung mit.

Für die frisch gewählten Vorständler sind die Domfestspiele kein Neuland. Ralf Böse stand schon mehrfach mit auf der Bühne – ebenso wie Schatzmeisterin Stefanie Wegener. Janina Tessloff hat bereits eine Saison im Backstagebereich erlebt, und Böses Stellvertreter Hans König war seit 2011 dreimal als Regisseur bei den Festspielen im Einsatz.

Der Bremer Theatermann, der über große Erfahrungen in der Veranstaltungsbranche verfügt, wird auch Teile der Geschäftsführung übernehmen – insgesamt will die neue Spitze die organisatorischen Aufgaben aber auf mehr Schultern als bisher verteilen.

Wegen des Lockdowns hatte die für Anfang November anberaumte Präsenzversammlung ausfallen müssen. Sie wurde ersetzt durch ein vom Gesetzgeber eigens in Pandemiezeiten für Vereine genehmigtes Umlaufverfahren, mit dem die abzustimmenden Punkte mit einfacher Mehrheit ein gültiges Ergebnis erfahren können.

Grundlage für die Gültigkeit ist ferner, dass sich mindestens die Hälfte der Mitglieder an der Abstimmung beteiligt. Der dringende Vorstandsappell, die Stimmzettel auszufüllen und zurückzusenden, fand im Domfestspielverein ein überwältigend großes Gehör:

Rund 80 Prozent der aktiven und passiven „Domis“ folgten dem Aufruf. „Dafür sind wir unheimlich dankbar, denn nur so ist es demnächst einem neuen Vorstand möglich, mit den Vorbereitungen für eine Freilichttheatersaison in 2022 zu beginnen“, so Gabriele Müller.

Die Freude darüber, dass es weitergeht, ist groß. Auch bei ihr. Wehmütig sei sie nicht mehr, sagt sie zu ihrem Ausscheiden. „Dafür beschäftige ich mich schon zu lange damit.“

Ebenso wie Gabi Benner wird Müller dem designierten Vorstand in den nächsten Wochen bei der Einarbeitung hilfreich zur Seite stehen. Dem fehlt jetzt vor allem noch der notariell beglaubigte Eintrag ins Vereinsregister, um aktiv werden zu können. „Zwischenzeitlich kann ich aber stückchenweise die einzelnen Aufgabenbereiche erläutern und alle Ordner übergeben“, meint Müller und freut sich auf viel Platz in ihrem heimischen Arbeitszimmer.

Zwei Jahrzehnte lang stellte es die Schaltstelle für das große Freilichttheater dar, zumal die Verdenerin auch lange Jahre die Geschäfte der Festspiele führte. Und Gabriele Müller zeichnete viermal für die Handlung verantwortlich. Die Geschichten zu „Der Raub des Domschatzes“, „Der steinerne Mann“, „Das geheime Attentat“ und „Der brennende Mönch“ stammten aus ihrer Feder und wurden von den jeweiligen Regisseuren in Drehbücher umgesetzt.

Auch das Stück für die nächsten Festspiele steht bereits. Hier habe sie sich allerdings zurückgehalten, betont Gabi Müller.

Auf der Bühne gestanden hat das Festspiel-Urgestein übrigens nie. „Und das habe ich auch nicht vor“, sagt sie mit großem Nachdruck.

Wie die Arbeitsverteilung im neuen Vorstand und die Planung einer weiteren Saison auf dem Domplatz aussehen wird, soll in einer nächsten, voraussichtlich im Frühsommer stattfindenden Mitgliederversammlung verkündet werden.

Mit im Freilichttheaterboot sitzt auf jeden Fall wieder Sponsorenbetreuer Wolfgang Reichelt, der bereits wieder seine Unterstützung beim Fördergelder sammeln zugesagt hat. Ebenfalls dabei – dann in zweiter Reihe hinter den Kulissen – werden Müller und Benner sein, die sich nicht auf den Lorbeeren der Ehrenmitgliedschaft ausruhen wollen, die ihnen jetzt zuteil wurde.

Posthum zum Ehrenmitglied ernannt wurde auch Gunda Redeker, Domfestspielerin der ersten Stunde und Vorstandsmitglied von 1999 bis zu ihrem Tod im Januar dieses Jahres. „Gunda hätte sich ebenso wie wir sehr darüber gefreut, dass wir mutige Menschen gefunden haben, die für das Fortbestehen der Domfestspiele sorgen wollen“, sind sich die scheidenden Vorstandsfrauen einig.  kp

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