Mit „Verden aufgeschlossen...“ unterwegs im Backstage-Bereich

Domfestspiele mal anders: Tête-à-Tête mit dem Team

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In entspannter Atmosphäre berichtet Hans König von den Arbeiten zu „Der brennende Mönch.“ Hanna Mügge (3.v.r.) hat das Stück bereits dreimal angeschaut und lauscht den Ausführungen des Regisseurs mit großem Interesse.

Verden - Dass die Verdener Domfestspiele im Vorfeld ein hohes Maß an Planung bedürfen, wird den meisten Besuchern klar sein. Doch auch während der Spiele gibt es viele Kleinigkeiten zu beachten. Einen kleinen Eindruck davon durfte eine 18-köpfige Gruppe im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Verden aufgeschlossen...“ bekommen, die einen Blick hinter die Kulissen warf.

Helga Flatow, viele Jahre selbst als Schauspielerin bei den Domfestspielen tätig, begann die von ihr geleitete Führung mit Anekdoten aus der Anfangszeit und brachte damit die Teilnehmer ein ums andere Mal zum Lachen. Auch die Chef-Organisatorin Gaby Müller begrüßte die Interessierten und stellte die Besonderheit des Großereignisses heraus, an dem 80 Prozent der Beteiligten Ehrenamtliche seien.

Als es dann auf das Gelände ging, bekamen die Theaterfreunde einen hautnahen Blick auf die Arbeit hinter der Bühne und konnten der Maskenbildnerin Ingrid Zwanzig bei der Arbeit zusehen, die den Darsteller des „Bartholomäus“ schminkte und mit zwei großen Warzen im Gesicht präparierte. Schatten für die Struktur des Gesichts, Puder damit nichts verläuft und natürlich Vaseline – innerhalb kürzester Zeit bekamen die staunenden Zuschauer eine Einführung in das tägliche Arbeitstempo. „Innerhalb von 15 Minuten muss die Maske fertig sein, bei der Masse an einzelnen Darstellern“, erzählt Zwanzig.

Beate Ambroselli zeigt Kostüme

Für die passende Kostümauswahl der Festspiele ist Beate Ambroselli verantwortlich. Sie präsentierte einige Modelle der diesjährigen Ausgabe. Dass die Schauspieler unter den schweren Gewändern aus Samt und Seide leicht ins Schwitzen geraten verwundert nicht, ganz im Gegensatz zu dem Prozedere um die Beschaffung derselben. Zusammen mit Flatow fährt Ambroselli jedes Jahr in die Babelsberger Filmstudios, um dort die passenden Kostüme auszusuchen, die in der Regel erst eine Woche vor der Premiere ankommen. „Dann heißt es beten, dass sie den Darstellern auch passen“ lacht Ambroselli. Der Grund für die kurzfristige Anlieferung ist simpel. Die Outfits werden pro Tag bezahlt und sind nicht günstig.

Die Arbeiten der Requisite um Silke Ahrens lernte die interessierte Gruppe am späten Mittwochnachmittag ebenso kennen.Sie hat die Aufgabe, die Wünsche des Regisseurs zu realisieren und muss dabei äußerst kreativ sein, so dass manchmal auch der Ruß des eigenen Kamins herhalten muss, wenn die Holzkohle nicht den gewünschten Effekt im Gesicht des Darstellers erzielt. Auch auf welche Weise das Blut am besten und unauffälligsten fließt, liegt im Verantwortungsbereich der Requisite. Dabei können oft die vermeintlich simplen Dinge die beste Wirkung erzielen. Stichwort: Lippenstift.

Fragen und Antworten zum Abschluss

Am Ende der Veranstaltung stellte sich Regisseur König dann den zahlreichen Fragen der Gruppe und offenbarte, dass es nach manchen Auftritten auch in Kritik ginge. „Wenn an einem Abend die Energie nicht stimmt, gibt es manchmal auch eine Ansprache. Das ist nicht anders als im Sport auch“, erzählte König.

Wer auch gerne einmal in die Theaterwelt eintauchen möchte, hat am 26. Juli ein weiteres Mal Gelegenheit dazu. Zum Preis von 22 Euro, Imbiss und Getränke inklusive, können noch Karten in der Tourist-Information erworben werden.

ntr

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