Zukunft des Freilichtspektakels

Domfestspiele 2022 mit Fragezeichen: Neuer Vereinsvorsitzender Ralf Böse gibt Einblick

Privat ist Ralf Böse seit 2014 Allianzvertreter in Verden und wohnt in Etelsen.
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Privat ist Ralf Böse seit 2014 Allianzvertreter in Verden und wohnt in Etelsen.

Verden – Eigentlich hat er sich ja schon immer für"s Theater interessiert. Als Ralf Böse aber 2011 zum ersten Mal die Verdener Domfestspiele besuchte, war es um den heute 51-Jährigen geschehen. „Ich war hin und weg. Mir war klar, da muss ich mitmachen. Und das dann auch zu tun, war eine der besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe“, so der Etelser jetzt im Pressegespräch. Vor Kurzem wurde er zusammen mit Hans König zum Vorsitzenden des Vereins gewählt und tritt somit in die Fußstapfen von Gabriele Müller und ihrer Stellvertreterin Gabriele Benner (wir berichteten). Ebenfalls mit im Vorstand sind Stefanie Wegener, die in ihrem Amt als Schatzmeisterin bestätigt wurde und Janina Tessloff als Schriftführerin.

„2014 bin ich den Verdener Domfestspielen beigetreten“, berichtet Böse. Noch im selben Jahr stand er auf der Freiluftbühne hinter dem Dom – als Darsteller. „2017 hab ich wieder mitgewirkt. Einmal war ich als Adliger, das andere mal als Domherr dabei“, erinnert sich der 51-Jährige. Aufmerksam auf das Festival sei er wegen einer Kollegin auf der Arbeit geworden. „Die wirkt schon seit Jahren bei den Domfestspielen mit und hat mich schließlich überzeugt, mir das Ganze mal anzusehen“, so Böse.

„Eine Theatersaison ist immer wieder aufs Neue ein Erlebnis“, blickt der 51-Jährige auf seine bisherige Mitgliedszeit zurück. „Es ist jedes Mal eine ganze Menge Arbeit, aber die ist es am Ende allemal wert.“ Nicht umsonst beginnen die Vorbereitungen für die Spiele anderthalb Jahre vor der eigentlichen Aufführung. „Es müssen Sponsoren gefunden, Kostüme gemacht und natürlich der Text gelernt werden, damit der am Ende richtig sitzt“, schildert er und spricht ein großes Lob für seine Vorgängerin Gabriele Müller aus und die Arbeit, die sie über Jahre hinweg geleistet hat, aus. „Ich bin sehr froh, dass sie und Gabriele Benner im Verein bleiben und uns mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

Freilichtspektakel pausierte 2020 - aber nicht wegen Corona

Turnusgemäß finden die Verdener Domfestspiele eigentlich alle drei Jahre statt. Doch 2020 pausierte das Festival. „Das hat tatsächlich nichts mit Corona zu tun, die Entscheidung ist bereits 2019 gefallen“, stellt Böse klar. Baustellen wie offene Personalfragen sowie fehlendes Geld seien die Hauptgründe für diese Entscheidung gewesen. Nun soll der nächste „Kulturknaller“ 2022 stattfinden. „Ob das klappt, wird sich in den kommenden Monaten herausstellen“, erläutert Böse. Derzeit sei man dabei, die Kosten für die nächsten Domfestpiele zu ermitteln. „Demnächst steht auch ein Gespräch mit der Stadt an, um die gemeinsamen, zukünftigen Möglichkeiten auszuloten“, erläutert der 51-Jährige. Dabei soll es ebenfalls um einen weiteren, entscheidenden Punkt gehen: „Wir suchen eine Halle, die groß genug ist, dass wir darin proben können. Die alte hinter der Lebenshilfe, in der wir sonst waren, wurde ja abgerissen“, sagt er.

Mehrfach wirkte Ralf Böse (am Tisch sitzend) als Darsteller bereits bei den Verdener Domfestspielen mit. Jetzt tritt er die Nachfolge von Gabriele Müller an und übernimmt den Vereinsvorsitz.

Außerdem hingen die nächsten Domfestspiele von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab. „Ich glaube, dass uns Corona noch dieses ganze Jahr begleiten wird. Würden wir das Festival durchführen wollen und es gäbe noch so starke Kontaktbeschränkungen, dass nur ein Drittel der sonst anwesenden Zuschauer dabeisein könnte, wäre es schlicht und ergreifend nicht umsetzbar.“ Konkrete Überlegungen, sich vor dem Hintergrund der Corona-Krise neu zu erfinden, habe der Vorstand derzeit allerdings noch nicht.

Das Stück für das nächste Freiluftspektakel stehe bereits. Um was es gehen wird, verrät der Vereinsvorsitzende nicht. „Ich kann ihnen sagen, dass es wieder toll wird. Sehr toll sogar.“ Geschrieben wurde es wieder vom Erfolgsautor Hans König, der auch die Regie innehaben wird.

Vorsitzender Ralf Böse sieht großes Wachstumspotenzial für Domfestspiele

„Ich sehe ein eindeutiges Wachstumspotenzial bei den Domfestspielen. Gerade im Bereich des Überregionalen können wir noch viel weitere Kreise ziehen“, so Böse mit Blick Richtung Zukunft. „Zu den Domfestspielen gehört unglaublich viel dazu, es läuft so viel hinter den Kulissen ab, das kann man sich gar nicht vorstellen.“

Persönlich gefällt dem Etelser die Vorstellung der Domfestspiele 2017 am besten. Sofern er nicht gerade seinen Text für das nächste Stück probt, arbeitet der 51-Jährige seit 2014 als Allianzvertreter in Verden. „Ich will, dass es mit den Domfestspielen weitergeht. Darum habe ich mich als Vereinsvorsitzender zur Wahl stellen lassen, unter der Bedingung, dass das Team, mit dem ich in Zukunft arbeiten werde, stimmt. Und das ist, so wie es sich nun gebildet hat, wirklich super. Alle sind hoch motiviert dabei und wir hoffen auf die Unterstützung der Verdener Firmen sowie der in der Umgebung, damit wir 2022 endlich wieder die Domfestspiele nach Verden bringen können“, so Böse abschließend.

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