„Man muss schon brennen“

Domfestspiele 2017: Die Proben beginnen

Freuen sich auf den Start der Proben: Franziska Mencz (Cäcilie Jungblut), Michael Bauckner (Ratke Holsten) und Bernd Maas (Erzbischof, hinten, v.l.), Regisseur Johann König, Co-Regisseurin Birgit Scheibe und Christoph Plünnecke (Domprediger Johann Dinkschlag, vorne, v.l.). - Fotos: Niemann

Verden - Aktiventreff der „Domis“: Wer schauspielern, Kostüme schneidern, in der Maske arbeiten oder sich sonst nützlich machen möchte, war gestern in die Probehalle der Domfestspiele am Allerufer gekommen. Dort gab Regisseur und Autor Hans König die Verteilung der Rollen bekannt, außerdem wurden die insgesamt über 70 Darsteller vom Team der Kostümabteilung vermessen und von Chefmaskenbilderin Ingrid Zwanziger fotografiert.

Knapp drei Stunden beste Unterhaltung, alle Darsteller voll in ihrem Element und dazu die malerische Kulisse mit dem Verdener Dom im Hintergrund. Wenn die Domfestspiele 2017 am Freitag, 14. Juli, mit der Premiere von „Der brennende Mönch“ in ihre achte Spielzeit starten, kann sich das Publikum entspannt zurücklehnen. Doch bis auf der Freilichtbühne alles wie am Schnürchen läuft, sind eine Menge Vorarbeiten nötig.

Rund 100 überwiegend Ehrenamtliche sind im Einsatz, vom Bühnenspiel bis zur Ticketkontrolle. Und auf was darf sich das Publikum bereits freuen?

Das aktuelle Stück nach einer Idee von Gabriele Müller – Autor Hans König – ist vor dem Hintergrund des 500-jährigen Jubiläums der Reformation in der Zeit angesiedelt, als Verden von Bischof Christoph mit eiserner Hand regiert wird. Der stolze und grausame Sohn Heinrichs I. ist ein absoluter Gegner der durchs Land stürmenden Reformationsbewegung, was dem Bremer Pastor Johann Bornemacher, Anhänger Martin Luthers, zum Verhängnis werden soll. 

Viele der im Stück vorkommenden Ereignisse sind historisch belegt, andere wiederum sind der Fantasie der Ideengeberin und des Autors entsprungen, die im Detail aber nicht verraten werden sollen.

Natürlich war das Leben in historischen Zeiten beschwerlich, aber beschwerlich sind auch die Vorbereitungen der Domfestspiele. „Man muss schon brennen, um hier mitzumachen“, so Gabriele Müller, die das ganze Drum und Dran der Festspiele koordiniert.

Regie führt bereits zum dritten Mal der Bremer Hans König, unterstützt von Co-Regisseurin Birgit Scheibe, die erstmals nicht als Schauspielerin bei den Domfestspielen mitwirkt, sondern lieber etwas Neues machen wollte.

Bunt gemischtes Team 

Die Verantwortlichen freut es natürlich, dass sich viele bekannte Gesichter wieder aktiv beteiligen. Müller schätzt, dass 60 bis 70 Prozent „Wiederholer“ sind, von denen einigen das Festspielprocedere sogar seit dem Beginn vor 20 Jahren vertraut sei. Als spannend wurde die Vielfalt der Darsteller, vom Profi über die Semi-Professionelle bis zu den Laien beschrieben, von denen die Jüngsten noch zur Schule gehen, während die ältesten bereits Rentner und mehrfache Großeltern sind.

Für Zuschauer heißt es übrigens: ranhalten! Die Hälfte der Karten ist schon verkauft. Tickets gibt's bei der Verdener Aller-Zeitung und beim Achimer Kreisblatt.

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