Dörverden ist am günstigsten

Preise für Einfamilienhäuser im Landkreis Verden deutlich gestiegen 

Landkreis - 774 Mal wechselten bebaute Grundstücke im vergangenen Jahr im Landkreis Verden den Besitzer. Damit ist die Zahl der Kaufverträge im Vergleich zu 2016 nur leicht gestiegen.

Eine deutliche Veränderung registrierte der Gutachterausschuss Sulingen-Verden aber beim Geldumsatz. 248,5 Millionen Euro wurden 2017 für Häuser und Wohnungen im Kreis ausgegeben. Das sei ein Anstieg um 18,9 Prozent, teilen der stellvertretende Vorsitzende des Gutachterausschusses, Gerd Ruzyzka-Schwob, und Annette Reese, für die Analyse der Kaufpreissammlung verantwortlich, mit.

Der stellvertretende Vorsitzende des Gutachterausschusses Gerd Ruzyzka-Schwob und die für die Analyse der Kaufpreissammlung in Verden verantwortliche Mitarbeiterin Annette Reese stellten der Öffentlichkeit die wesentlichen Daten des Marktberichtes für die Verdener Region vor. Danach kostete ein freistehendes Einfamilienhaus im Landkreis Verden 2017 im Schnitt 230.000 Euro, gegenüber 200. 000 Euro im Vorjahr. Damit liegt Verden im niedersachsenweiten Ranking im oberen Viertel auf Platz zwölf.

Die Wohnflächenpreise sind besonders im Bremer Umland deutlich gestiegen: um 14 Prozent auf 1 667 Euro pro Quadratmeter. Doch auch im übrigen Landkreis legte der Quadratmeterpreis ordentlich zu: auf 1 343 Euro. Das sind 11 Prozent mehr als 2016.

Knappes Bauland ließ das Interesse an gebrauchten Häusern soweit wachsen, dass die Nachfrage das Angebot überstieg. Günstige Hypothekenzinsen und der Wunsch der Geldanlage in sicheren Sachwerten taten ihr Übriges, die Immobilienpreise nach oben zu treiben.

„Innerhalb des Landkreises sind die Preise recht unterschiedlich“, so Ruzyzka-Schwob. In Oyten und Achim liege der mittlere Preis bei 285 000 Euro. In Oyten erhalte man dafür aber ein jüngeres Haus als in Achim. In der Kreisstadt Verden seien, so der Experte, im Mittel nur 200. 000 Euro gezahlt worden. Hier seien die Gebäude aber mit Baujahr 1965 deutlich älter. Für Käufer am günstigsten ist Dörverden mit durchschnittlich 148. 000 Euro.

Für Reihenhäuser und Doppelhaushälften waren im Schnitt 190 000 Euro zu zahlen. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Preissteigerung von drei Prozent. „Gebrauchte Reihenhäuser aus den Baujahren nach 1.990 kosten im Landkreis Verden im Mittel 233. 000 Euro, Altbauten aus den Nachkriegsbaujahren bis 1977 hingegen nur 167. 000 Euro“, erklärt Gerd Ruzyzka-Schwob. „Auch diese Werte liegen deutlich über dem Vorjahr.“

330 Eigentumswohnungen mit einem Gesamtumsatz von 49 Millionen Euro wurden 2017 verkauft. Damit wurde der Umsatz des Vorjahres von 56 Millionen Euro nicht wieder erreicht. Gebrauchte Wohnungen aus den Baujahren ab 1991 kosten im Schnitt 1. 800 Euro je Quadratmeter oder rund 134 .000 Euro. Altbauten der Nachkriegsjahre sind mit 1 .100 Euro pro Quadratmeter oder 80 .000 Euro für erheblich weniger Geld zu bekommen.

Auch bei gebrauchten Wohnungen sind die Flächenpreise gegenüber dem Vorjahr sehr deutlich um 27 Prozent gestiegen. Neue Eigentumswohnungen erzielten im Kreisdurchschnitt einen Preis von 2. 700 Euro je Quadratmeter. Dies ist eine Steigerung von rund neun Prozent.

„Die steigenden Preise auf dem Immobilienmarkt sind auf die große Nachfrage bei geringen Hypothekenzinsen und das teilweise geringe Angebot zurückzuführen“, fasst der stellvertretende Vorsitzende des Gutachterausschusses zusammen. Die Anlage in Immobilien war nach Ansicht von Ruzyzka-Schwob in den letzten Jahren ein gutes Geschäft, gegenüber 2009 sind im Landkreis meist Preissteigerungen von 50 bis 60 Prozent festzustellen.

Die Miete für eine 80-Quadratmeter-Wohnung Baujahr 2005 in mittlerer Lage (Bodenrichtwert bis 120 Euro) liege zurzeit bei 6,35 Euro je Quadratmeter, gegenüber 5,90 Euro im Vorjahr. Kleinere Wohnungen seien bezogen auf den Quadratmeterpreis teurer, größere günstiger. Auch bei den Wohnungsmieten liegen die Steigerungen gegenüber dem Vorjahr bei etwa acht Prozent.

Jedes Jahr veröffentlicht der Gutachterausschuss seinen Grundstücksmarktbericht. Auf 270 Seiten sind dort alle wesentlichen Daten zum Grundstücksmarkt in den Landkreisen Diepholz, Nienburg, Verden und dem Heidekreis zusammengestellt. Neben den im Artikel dargestellten Informationen bietet der Grundstücksmarktbericht detaillierte Informationen zum Wertniveau von Resthofstellen, Mehrfamilienhäusern, Abbauland, landwirtschaftlichen Flächen und vielen weiteren Grundstücksmärkten. Ein Schwerpunkt sind auch die Mietübersichten für Wohnungen, Läden und Büros.

Der Marktbericht kann in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses eingesehen und erworben werden. Daneben kann er im Internet unter www.gag.niedersachsen.de gebührenpflichtig heruntergeladen werden. Ansprechpartner für telefonische Auskünfte, insbesondere über Bodenrichtwerte, in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses bei der Regionaldirektion Sulingen-Verden des LGLN: Heike Bernhard, Telefon 04231/808-120, E-Mail heike.bernhard@lgln.niedersachsen.de, und Volker Röge, Telefon 04231/808-295, E-Mail volker.roege@lgln.niedersachsen.de. Stellvertretender Vorsitzender des Gutachterausschusses: Gerd Ruzyzka-Schwob, Telefon 04231/808-117, E-Mail gag-sul@lgln.niedersachsen.de.

Die Postadresse lautet Eitzer Straße 34, 27283 Verden.

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