SPD diskutiert mit Trinkwasserverband

Wieviel Förderung verträgt das Halsetal?

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Mediengruppe Kreiszeitung

Landkreis - Im Rahmen einer öffentlichen Dialogveranstaltung diskutierten die Verdener Sozialdemokraten unter der Moderation von Gerard-Otto Dyck im Restaurant Likedeeler das brisante Thema „Trinkwasserförderung im Landkreis Verden“. Hierzu begrüßte Dyck als Gastreferenten Stefan Hamann, den Geschäftsführer des Trinkwasserverbandes. Aber auch Petra Krüler, Kreistagsabgeordnete der Grünen und Vertreterin des BUND, DGB-Kreisvorsitzender Dietmar Teubert sowie SPD-Ratsfrau Karin Hanschmann, die dem Vorstand des Trinkwasserverbandes als Beisitzerin angehört, verdeutlichten mit Statements ihre Auffassungen.

Eingehend auf die trocken gefallene Halse und Kritik an der hohen Wasserförderung entlang der Halse meinte Stefan Hamann, dass schon eine Senkung der Förderung von 9,5 auf 9,3 Millionen Kubikmeter im Jahr im nordöstlichen Bereich des Einzugsgebietes zu nassen Feldern und Kellern führen könne.

Petra Krüler bemängelte, dass die Gutachten bisher nur untersucht hätten, was passiere, wenn man die Wasserförderung komplett einstelle oder so wie bisher voll weiter betreibe. Dabei hätte man auch untersuchen müssen, wie viel man reduzieren könne, so dass es noch ökologisch und sozial verträglich sei, so ihre Forderung.

Eine drastische Reduzierung der Wassermenge, die von Verden nach Bremen geleitet wird, betrachtete DGB-Kreisvorsitzender Dietmar Teubert kritisch mit dem Argument, das daran auch Arbeitsplätze im Landkreis Verden und in Bremer Betrieben hängen.

„Gibt es bei einer Reduzierung der Fördermenge wieder Wasser in der Halse?“, wollte Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann (SPD) wissen. Experte Hamann verwies dazu auf Aussagen, dass wohl erst bei einer Reduzierung der Förderung um 90 Prozent der Grundwasserstand so steige, dass die Halse wieder Wasser führe. Aber schon eine geringe Reduzierung würde sich im nordöstlichen Einzugsbereich bei den Landwirten durch nasse Felder negativ bemerkbar machen. Lutz Brockmann betonte: „Nachhaltig und sinnvoll wäre aber, sich verstärkt um neue Trinkwasserbildung zu bemühen.“

Der Dauelser Sozialdemokrat Otto Pemöller kritisierte ähnlich wie Krüler, dass noch niemand berechnet habe, wie sich die Reduzierung um etwa ein Drittel auswirke. „Die Natur bei der Halse wird zugrunde gerichtet“, unterstrich Pemöller und forderte Taten vom Trinkwasserverband. Hamann bestätigte, dass der Umweltbereich im Verlauf der Halse beeinträchtigt sei. „Aber selbst die Reduzierung um ein Drittel reicht nicht für die Halse“, meinte er. „Würde eine Reduzierung um 30 Prozent dazu führen, dass die Halse wenigstens in den Wintermonaten wieder Wasser führt?“, wollte SPD-Vorständler Axel Sonntag wissen. Hamann verneinte dies.

Ratsfrau Karin Hanschmann, Vertreterin der Stadt Verden beim Trinkwasserverband, möchte die Halse wieder fließen sehen. Deshalb sprach sie sich für einen Dialog der Verantwortlichen von Natur- und Umweltschutz, Trinkwasserverband und Politik in einer Arbeitsgruppe aus, um ein Konzept zu erarbeiten.

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