„Diese Erfahrung begleitet einen das ganze Leben“

Madeleine Humer und Olaf Schöpe leisten Freiwilligendienst bei der Lebenshilfe

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Für Olaf Schöpe und Madeleine Humer ist die Zeit bei der Lebenshilfe eine wertvolle Erfahrung. Sie endet nun. Torsten Pickert (v.), bei der Lebenshilfe für die Öffentlichkeiitsarbeit zuständig, sucht dringend neue „Bufdis“.

Verden - Madeleine Humer braucht nicht lange zu überlegen: „Ich habe hier viel mitgenommen, ich habe Verantwortung übernommen und bin selbstbewusster geworden“, sagt Madeleine Humer über ihre Zeit als „Bufdi“ bei der Lebenshilfe. Auch Olaf Schöpe, dessen freiwilliges Soziales Jahr nun endet, sieht das ähnlich. „Man lernt auch viel über sich selbst, man lernt, sich durchzusetzen und auf Menschen einzugehen.“ Beide sind traurig, dass der Abschied von ihren Schützlingen schon kurz bevorsteht. Beide möchten dieses Jahr auf keinen Fall missen.

Doch nicht nur sie: Die Lebenshilfe Verden sucht dringend Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD) in einer der Einrichtungen im Landkreis Verden absolvieren möchten. Leider gibt es viel zu wenig Bewerbungen. Um Freiwillige zu gewinnen, wurde sogar ein Werbefilm gedreht, der ab sofort vor der 17- und 20- Uhr-Vorstellung im Cine City läuft. Junge Leute sprechen hier über ihre Erfahrungen. Zwei von ihnen sind Madeleine Humer (21) und Olaf Schöpe (22). Für sie endet der Freiwilligendienst bei der Lebenshilfe am 31. Juli.

„Es ist eine dankbare Arbeit, man bekommt auch viel zurück. Es ist ein Geben und Nehmen. Man geht mit dem Gefühl nach Hause, etwas für die Menschen getan zu haben. Diese Erlebnisse begleiten einen das ganze Leben“, hat Madeleine Humer während ihrer Zeit als „Bufdi“ erfahren. Die Tätigkeit bei der Lebenshilfe, die eigentlich nur als Überbrückung gedacht war, hat ihr zu ihrer eigenen Überraschung den Weg in die berufliche Zukunft gewiesen. Für die junge Frau steht nun fest, dass sie auch weiterhin im sozialen Bereich tätig sein möchte. „Ich war überrascht, wie gut mir das liegt.“ Sie plant, in Bremen ein Studium der sozialen Arbeit aufzunehmen. „Ich möchte etwas Sinnvolles machen“, erklärt sie.

Olaf Schöpe hat sich vor seinem FSJ für verschiedene Ausbildungen beworben. Über eine Freundin landete er schließlich bei der Lebenshilfe. Auch er ist jetzt sicher, dass die Arbeit im sozialen Bereich das Richtige für ihn ist.

An ihrer Arbeit bei der Lebenshilfe gefiel beiden, dass sie voll im Team integriert waren und wirklich gebraucht wurden. Von den erfahrenen Pädagogen bekamen sie zudem jederzeit Unterstützung. Während ihres Dienstes bei der Lebenshilfe haben die beiden Freiwilligen gelernt, sich auf die Schüler einzustellen. „Ich wusste vorher nie genau, wie sie reagieren, das ist abhängig von der Tagesform. Ich musste daher flexibel denken und versuchen, den Schüler da abzuholen, wo er gerade ist“, berichtet Madeleine Humer. „Ich musste eine Beziehung aufbauen, sonst klappte es nicht. Es ist zwar anders als eine Lehrer-Schüler-Beziehung, aber ich wurde respektiert“, ergänzt ihr Kollege.

An den verschiedenen Standorten der Lebenshilfe im Landkreis Verden werden derzeit 50 Unterstützungskräfte in allen Bereichen, außer der Frühforderung, gesucht. Torsten Pickert, bei der Lebenshilfe für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, weist darauf hin, dass es für den BFD keine Altersgrenze gibt. Es können sich aber auch ältere Menschen bewerben, die sich beruflich umorientieren möchten.

„Es ist ein Vollzeitjob, die Freiwilligen werden wirklich gebraucht. Sie helfen den Schülern, auf eigenen Beinen zu stehen. Ohne sie könnten wir den Anspruch, den wir an unsere Einrichtung haben, nicht umsetzen. Dass so viele später im sozialen Bereich bleiben, spricht doch für den Job“, sagt er. ahk

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