300 Impfungen täglich im Zentrum am Kreishaus / Regelmäßige Lieferungen

Die Kampagne nimmt Fahrt auf

Ein Arzt sitzt einer alten Frau gegenüber und bespricht mit ihr die Impfuung gegen das Coronavirus.
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Bevor der Impfstoff verabreicht werden kann, klärt Dr. Peter Melzer im Arztgespräch ab, ob die Immunisierung vorgenommen werden kann. Dabei geht es nicht nur um zu erwartende Komplikationen, sondern auch um den aktuellen gesundheitlichen Zustand.

Verden – Mittlerweile ist einiges Los im Verdener Impfzentrum. Auf der Einbahnstraße durch die Zimmerflucht in den Containern herrscht rege Betriebsamkeit. „Wir schaffen 300 Impfungen am Tag“, berichtet der medizinische Leiter Dr. Henning Hovorka. Und Fachdienstleiter Christian Groth verrät, dass es noch mehr werden sollen. Von dem anfänglichen Mangel an Impfstoff ist inzwischen keine Rede mehr.

  • Nach dem stockenden Anfang der Impfungen geht es jetzt richtig los.
  • Im Verdener Impfzentrum kommt regelmäßig Impfstoff an. 300 Impfungen schaffen die Teams am Tag.
  • Jetzt wurde noch mehr Impfstoff angekündigt und das Impfzentrum wird vergrößert um, noch mehr Impfen zu können.

Die Lieferungen kommen regelmäßig und gerade sei darüber hinaus noch Impfstoff angekündigt worden. „Wir werden die Kapazität erhöhen und weitere Container für Impfungen frei machen“, kündigt Groth beim Pressetermin im laufenden Betrieb an.

Auch die Vergabe der Impftermine werde sich anpassen, berichtet Andrea Schröder. Im Containerdorf am Kreishaus ist sie mit Lara Rievers für die Organisation in der zentralen Impfstelle zuständig. Bislang vergebe das Land die Termine noch im Halbstundentakt, aber ein Viertelstundentakt sei in Vorbereitung. Diese Änderung begrüßen die Orga-Leiterinnen auch, weil damit der Fluss der Impfprozedur gleichmäßiger werden könnte. „Vorteilhaft ist es auch, wenn die Formulare zu Personendaten und Vorerkrankungen schon ausgefüllt sind“, gaben sie einen Tipp für den reibungslosen Ablauf. Sie seien im Internet verfügbar.

So sei die Aussicht gut, dass sich auch die immer noch sehr langen Wartelisten im Impfportal des Landesgesundheitsamtes abbauen werden. Daran, dass die Terminvergabe zentral vom Land geregelt wird, hat sich nichts geändert.

Eingespielte Teams

Sorgen bereitet es dem Leitungsteam nicht, dass jetzt die Impfkampagne endlich so richtig Fahrt aufnimmt. Ein kleines Heer von medizinischen und Verwaltungskräften hat sich bereits gut eingearbeitet. „30 Ärzte aus allen möglichen Fachrichtungen wechseln sich in Schichtdiensten im Zentrum ab“, berichtet Hovorka. Je nach Terminanfall seien zwei bis fünf Ärzte gleichzeitig im Einsatz, nicht nur im Zentrum, sondern auch mit den mobilen Teams. Lara Rievers zählt zahlreiche Teilzeitkäfte auf, die insgesamt 25 Vollzeitstellen ausfüllen.

Und dann sind da noch 16 Uniformierte vom Kreisverbindungskommando, das für den Kontakt zur Bundeswehr zuständig ist. „Wir sind schon seit Mitte vergangenen Jahres hier im Einsatz“, berichtet Carsten Hauschild. In der Pandemie hätten er und seine Kameraden alles gemacht, vom Testen im Altenheim bis zur Kontaktnachverfolgung am Telefon. Auch im Impfzentrum seien sie zu allem bereit, vielfach begleiten Hauschilds Kameraden derzeit die hochbetagten Impflinge der Gruppe mit höchster Priorität durch die Stationen, von der Registrierung über die Aufnahme zum Arztgespräch und dann zur Impfung. Erst wenn es danach in der letzten Station, dem Wartebereich im Zelt, keine Komplikationen gegeben hat, sind die Geimpften entlassen.

Keine Komplikationen nach der Impfung

Komplikationen wie allergische Reaktionen auf den Impfstoff, so berichtet Hovorka, seien in Verden noch nicht aufgetreten. Bei keinem übrigens, denn mittlerweile werden die Impfspritzen mit allen drei zugelassenen Vakzinen aufgezogen, Biontech, Moderna und AstraZeneca. Allen gemeinsam sei, dass bei etwa einem Zehntel der Geimpften nach ein paar Minuten oder auch erst nach ein paar Tagen Nebenwirkungen auftreten. „Das sind die Grippesymptome, die zu erwarten waren“, beschreibt Hovorka den Effekt.

Alle drei Produkte müssten unterschiedlich gehandhabt werden. „Deshalb verabreichen wird die Impfungen dann jeweils blockweise, um sicher zu stellen, dass keine Fehler passieren“, erklärt der medizinische Leiter. Die kleinen Unterschiede zwischen den Impfstoffen wird ihn noch bis zur Zweitimpfung begleiten. Als zeitlichen Abstand zur ersten Spritze empfiehlt Biontech drei Wochen, Moderna vier und AstraZeneca neun Wochen.

Wann die Arbeit getan ist, wagt Hovorka nicht abzuschätzen. Zunächst gehe es ja darum, eine Herdenimmunität zu erreichen. Und die sehen die Fachleute beim Coronavirus als erreicht an, wenn etwa 60 Prozent der Bevölkerung immunisiert sind.

Bis zum vergangenen Wochenende seien 6 000 Impfungen in Verden durchgeführt worden, zitierte der Mediziner die Statistik. Noch aber sei das Impfzentrum mit der Behandlung der Gruppe mit der höchsten Priorität beschäftigt, den Bewohnern des Landkreises, die 80 Jahre alt und älter sind. Die mobilen Impfteams hätten ihre Arbeit in den Seniorenheimen mittlerweile fast vollständig erledigt. „In zwei Pflegeheimen fehlt noch die Zweitimpfung“, wusste Lara Rievers.

Von Ronald Klee

Corinna Vahlbusch und Birgit Dahle erwarten die Impflinge nach dem Impfgespräch, um ihnen die Spritze mit der Vakzindosis zu verabreichen.
Wenn alles überstanden ist, müssen die Impflinge im Zelt noch abwarten, ob sich Komplikationen zeigen. Dafür, dass sonst alles rund läuft, sorgen Oberfeldwebel Sebastian Tüting, Fachdienstleiter Christian Groth, Lara Rievers, Dr. Henning Hovorka und Andrea Schröder (v. l.).

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