Druck von Wirtschaft und Politik: Erwartungen an den Einstieg der Arztpraxen

„Die Impfung muss schneller gehen“

Zwei Frauen stehen im Verdener Impfzentrum mit einer Impfspritze bereit.
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Als Impfberechtigte Personen gehören Corinna Vahlbusch (l.) und Birgit Dahle zu den Teams im Verdener Impfzentrum. Nach dem Impfgespräch sind sie diejenigen, die den Impflingen die Spritze mit der Vakzindosis verabreichen. Künftig sollen die Impfungen aber auch in den Fach- und Hausarztpraxen durchgeführt werden.

Landkreis – „Wir impfen flott weiter.“ Und während aus der Wirtschaft und der Politik der Druck spürbar wächst, mit der Impfkampagne gegen das Coronavirus voranzukommen, ist Eile auch das Ziel der Impforganisation beim Landkreis. Die Aussage von Ulf Neumann ist denn nicht nur eine Beschreibung der Betriebsamkeit im Impfzentrum am Verdener Kreishaus.

Der Pressesprecher der Behörde deutete damit zugleich auch den Plan an, wie es weitergehen kann und soll.

  • Die Wirtschaft und politische Stimmen drängen bei der Impfkampagne auch in Verden zu mehr Tempo.
  • Das Impfzentrum hat seine Kapazitäten erhöht und arbeitet mit guter Impfstoffversorgung.
  • Große Erwartungen werden damit verbunden, dass ab Mitte April die Praxen der niedergelassenen Ärzte ebenfalls impfen sollen. Aber noch ist nicht alles notwendige geklärt.

„Impfen ist ein, wenn nicht der entscheidende Baustein, die Pandemie zu besiegen“, meint Jürgen Esselmann, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Rotenburg-Verden (URV). In einer Pressemitteilung vom Mittwoch fordert er: „Um Bürgerinnen und Bürgern, Betrieben und Beschäftigten eine wirkliche Perspektive zur Überwindung der Pandemie zu geben, bedarf es einer Beschleunigung der Impfkampagne.“ Auch der Chef der CDU-Fraktion im Kreistag, Wilhelm Hogrefe, beklagt eine niedrige Impfquote in Niedersachsen und die Organisation der zentralen, landesweiten Terminvergabe, die immer noch nicht befriedigend laufe.

Mitte April steigen die Praxen ein

Impfstoff sei jetzt in ausreichenden Mengen vorhanden und die Impfstraßen in den Containern am Kreishaus gut ausgelastet. Soviel konnte Ulf Neumann zur aktuellen Lage feststellen. Und das werde auch so weitergehen, wenn dann die niedergelassenen Ärzte in die Kampagne einsteigen. Nicht nur der Sprecher des Landkreises, auch Michael Schmitz, Geschäftsführer der Verdener Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung, hat bislang die Information, dass die Praxen ab Mitte April in die Impfung einsteigen.

Mediziner haben sich bereit erklärt

Dass man sich auf Ankündigungen wie diese in der Pandemie aber nur bedingt verlassen kann, ist ein Vorbehalt, auf den auch Schmitz hinweist. Die Mediziner jedenfalls, die die Impfspritzen dann setzen sollen, seien bereit. Das sei Michael Schmitz von den Hausärzten ebenso wie von Fachärzten bestätigt worden.

Noch nicht so klar ist allerdings, wie die Verteilung des Impfstoffes organisiert werden soll. Nach den Vorstellungen der Kassenärztlichen Vereinigungen sollten die Praxen wie gewohnt über die Apotheken beliefert werden. Ein anderes Modell, das auch schon in Erwägung gezogen wurde, sieht die Verteilung über die Impfzentren vor. Darüber werde in Berlin gerade noch nachgedacht, meinte Schmitz. Nicht zuletzt auch, weil in dem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit den Arztpraxen organisiert werden müsse.

Eine Million Impfungen pro Woche

„Das wird entscheidende Impulse geben, wenn die Arztpraxen in die Impfkampagne einsteigen“, verbindet Ulf Neumann jedenfalls große Erwartungen mit dem Schritt. Und der niedersächsische Hausärzteverband hat schon mal nachgerechnet: „Eine Million Menschen könnten ab April pro Woche geimpft werden.“ Bedingung sei natürlich, dass der Impfstoff möglichst unkompliziert in die Praxen komme.

Aber der soll ja kommen, wie das Ministerium von Gesundheitsminister Jens Spahn ankündigt. Auch das Verdener Impfzentrum hat sich auf die wachsende Verfügbarkeit von Impfstoff eingerichtet. Der Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt (CDU) hatte sich bei einem Besuch in seinem Wahlkreis einen Eindruck von der Arbeit verschafft und reagierte fast begeistert. „Bei meinem intensiven Gespräch mit Landrat Peter Bohlmann sowie Andrea Schröder und Christian Groth vom organisatorischen Leitungsteam hat mich die Organisation, die der Landkreis da auf die Beine gestellt hat, überzeugt“, lobt der Bundestagsabgeordnete.

„Flexibles Impfzentrum“ - Lob vom Bundestagsabgeordneten

Der Landkreis Verden setze alles daran, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger möglichst schnell durchzuimpfen. „Das Impfzentrum ist flexibel ausgelegt und kann bei Bedarf seine Kapazität auf vier Impfstraßen und täglich etwa 600 Geimpfte erhöhen. Sobald der Impfstoff in der Menge verfügbar ist, kann hier bis zu zehn Stunden am Tag und auch an den Wochenenden durchgeimpft werden. Gleichzeitig macht die Hintergrundorganisation einen praxisorientierten Eindruck. Das ist vorbildlich“, freut sich Mattfeldt vor allem in Hinblick auf die von Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigte zusätzliche Lieferung von bundesweit mehr als 13 Millionen Impfdosen.

Angesichts der Flut von Impfstoff könne auch die Wirtschaft ihren Beitrag leisten, schlägt schließlich URV-Geschäftsführer Jürgen Esselmann vor. „Die Arbeitgeber stehen zu ihrem Angebot, die Impfstrategie durch einen koordinierten Einsatz von Betriebsärzten zu unterstützen. Je schneller die Pandemie bekämpft wird, desto schneller werden die pandemiebedingten Hemmnisse beseitigt und weitergehende wirtschaftliche Beeinträchtigungen vermieden.“

Von Ronald Klee

Andreas Mattfeldt haben Organisation und Leistungsfähigkeit des Impfzentrums überzeugt.

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